Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Viadukt-Sanierung „in der finalen Phase“

Steht noch in Meißenheim: Viadukt.
Steht noch in Meißenheim: Viadukt.

Während für den Wiederaufbau des Viadukts noch rechtliche Fragen offen sind, ist die Fußgängerbrücke fast fertig saniert.

Seit Sommer 2024 wird die oft Schipka-Pass genannte Brücke zwischen Bahnhof- und Burgstraße von einer Stahlbau-Firma im südbadischen Meißenheim saniert. Die Instandsetzung gestaltete sich aufwendig und verteuerte sich auf rund acht Millionen Euro, von denen das Land zwei Millionen trägt.

Der Stand Anfang September: „Zwei der insgesamt vier Überbauten des Viadukts sind bereits fertiggestellt“, erklärt eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf Anfrage. Die beiden anderen Teile seien derzeit „in der finalen Phase“ der Sanierung. Der Fortschritt habe sich allerdings verzögert, weil zusätzliche Nieten benötigt worden seien, „deren Produktion und Lieferung weiteren zeitlichen Vorlauf erfordert haben“. Im nächsten Schritt würden die beiden Überbauten beschichtet und Gehwegbleche montiert.

Parallel stimme sich die Stadt mit der Deutschen Bahn derzeit über den Transport der Brücke nach Speyer ab. „Ziel ist es, die Brückenteile direkt von Meißenheim zur Baustelle in Speyer zu transportieren und dort unmittelbar einzusetzen“, erklärt die Sprecherin. Dazu müssten jedoch Gleise gesperrt werden, was noch Gespräche erfordere. Im Vordergrund stehe, „die Einschränkung des Zugverkehrs auf ein Minimum zu reduzieren, um den öffentlichen Nahverkehr so effektiv wie möglich aufrechtzuerhalten“. Erst nach Abschluss der Gespräche könnten Termin für Transport und Einheben kommuniziert werden.

Noch steht allerdings das Ergebnis eines Rechtsstreits aus, den Stadt und die Eigentümer des Grundstücks, auf dem Teile des Viadukts stehen, führen. Es geht um die Frage, ob der Eigentümer es dulden muss, dass die Stadt für den Wiederaufbau sein Gelände betritt. Das Verhältnis zwischen beiden Seiten scheint nach längerer Vorgeschichte zerrüttet. „Sehr bedauerlich“, kommentiert in einer Stellungnahme Mike Oehlmann, Fraktionsvorsitzender der Speyerer FDP im Stadtrat. Rechtsstreitigkeiten kosteten Zeit, Geld und Vertrauen in die Politik. Die FDP fordert schnelle, pragmatische und rechtskonforme Lösungen, „die auf Transparenz, nachvollziehbaren Planungswegen und fairem Ausgleich basieren. Hätte die Verwaltung frühzeitig auf diese Prinzipien gesetzt und die Forderung nach frühzeitigen Klärungen aus der Politik ernst genommen, wäre diese drohende Eskalation vermeidbar gewesen.“

Auch die Speyerer CDU kritisiert die Verwaltung und fordert in einer Stellungnahme „offene Kommunikation und faires Vorgehen“ beim Schipka-Pass: „Wo privates Eigentum im öffentlichen Interesse in Anspruch genommen wird, muss dies mit einem nachvollziehbaren und angemessenen Ausgleich einhergehen“, erklärt die Speyerer Kreisvorsitzende Sylvia Holzhäuser. Der Wiederaufbau des Viadukts könne nur dann gelingen, „wenn Oberbürgermeisterin, Politik und Eigentümer aufeinander zugehen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die sowohl dem öffentlichen Interesse als auch den berechtigten Anliegen der Eigentümer Rechnung tragen“.

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