Speyer Verwaltungsrat: Keine Entscheidung nach Gutsherrenart

RÖMERBERG. Der Verwaltungsrat und der neu gewählte Gemeindeausschuss der katholischen Pfarrgemeinde St. Pankratius Berghausen haben gestern Stellung genommen zum Leserbrief von Martina und Bernhard Kögel, den wir vergangene Woche veröffentlicht hatten. Darin wird dem Verwaltungsrat „Gutsherrenart“ vorgeworfen.
Die Katholiken von Berghausen wurden – wie mehrfach berichtet – befragt, wie sie zur Beleuchtung der katholischen Kirche in der Adventszeit stehen. Es gab folgende Ankreuz-Möglichkeiten bei der Umfrage (in Klammern die Stimmen): 1. Die Lichter brennen täglich vom ersten Adventswochenende bis Dreikönig (54); 2. Adventswochenenden und Heiligabend bis Dreikönig (52); 3. Heiligabend bis Dreikönig (31); 4. Keine Beleuchtung (13). Die Leserbriefschreiber kritisieren, dass sich die Befürworter des Standpunktes „Keine Beleuchtung“ trotz niedrigstem Umfrageergebnis durchgesetzt hätten und finden, dass in einer „gelebten Demokratie“ die Mehrheit entscheiden müsse. Theo Lehmann weist im Namen des Verwaltungsrats und des neu gewählten Gemeindeausschusses auf folgenden Hinweis im Anschreiben zur Umfrage hin: „Der Verwaltungsrat hat sich daher dazu entschlossen, Sie an der Entscheidung über die künftige Beleuchtung zu beteiligen. Bevor wir uns abschließend festlegen, möchten wir Sie zu Wort kommen lassen, und bitten Sie daher um Ihre Stimme.“ Dies sei den Leserbriefschreibern „wohl entgangen“. Es sei keine Entscheidung „Entweder-oder“ gewesen, sondern „eine Positionsbestimmung mit verschiedenen Kriterien, die eine Zwischenlösung zulässt“. Der Verwaltungsrat habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern aufgrund der verschiedenen Meinungen einen Mittelweg gesucht. Dem kirchlichen Gremium sei es wichtig gewesen, auch den Inhalt in den Blick zu nehmen: „Advent ist eine Zeit des Wartens und der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Wenn unsere Kirche nur durch eine Weihnachtsbeleuchtung einladend wirkt, sollte uns das zu denken geben. Ist es nicht vielmehr die Aufgabe von uns Christen, durch unser Denken und Handeln die Welt um uns heller und freundlicher zu machen?“ Der beschlossene Kompromiss war, dass das Licht an den Wochenenden und von Heiligabend bis Dreikönig brennen soll: „Das war alles andere als eine Entscheidung nach Gutsherrenart. Dass der Lichtvorhang jetzt gar nicht angebracht wird, ist somit nicht die Entscheidung des Verwaltungsrats, sondern des Ortskartells“, so Lehmann. Das Ortskartell hatte nach Bekanntwerden der Entscheidung beschlossen, den Lichterschmuck an der Kirche nicht aufzuhängen, weil Aufwand und Leucht-Zeit in keinem Verhältnis stünden. (rhp)