Schwegenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Vertreter von Christengemeinde und Landrat äußern sich zu Corona-Ausbruch

Die Eingangshalle des Gemeindezentrums der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde in Schwegenheim. Das Foto wurde – vor Corona – im
Die Eingangshalle des Gemeindezentrums der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde in Schwegenheim. Das Foto wurde – vor Corona – im Januar 2019 aufgenommen, als der Gebäudekomplex eingeweiht wurde.

Ein Vertreter aus der Gemeindeleitung der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde in Schwegenheim hat sich am Montagmittag auf RHEINPFALZ-Anfrage zum Corona-Ausbruch in der Glaubensgemeinschaft geäußert. Er erklärte, was die Situation für die Gläubigen bedeutet.

Der Mann, der seinen Namen nicht im Internet lesen möchte, machte deutlich, dass die Glaubensgemeinschaft verstehe, dass die Bevölkerung verunsichert sei und dass es Ängste im Dorf gebe. Es gebe Arbeitgeber, die von den Gemeindemitgliedern negative Corona-Tests forderten, sagte der Gemeindevertreter. Die Glaubensgemeinschaft sei von dem Ausbruch selbst überrascht worden. „Wir haben uns nach bestem Wissen und Gewissen an die Regeln gehalten“, sagte der Mann. Gottesdienste hätten mit begrenzter Personenanzahl und unter der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln stattgefunden. Listen zur Kontaktnachverfolgung seien geführt worden. Kindergottesdienste und Musikunterricht fanden nicht statt. Auch Gesang sei verboten gewesen, sagte der Gemeindevertreter. Germersheims Landrat Fritz Brechtel (CDU) sagte am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz, dass es keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten der Gläubigen gebe.

„Corona-Tests bei der Hochzeit“

Die Freie Evangeliumschristen-Gemeinde in Schwegenheim hat nach Angaben des Gemeindevertreters rund 300 Mitglieder. Diese kommen nicht nur aus Schwegenheim, sondern auch aus den umliegenden Dörfern, Städten, Landkreisen und über die Landesgrenze hinweg. Die Glaubensgemeinschaft stimme sich eng mit dem Gesundheitsamt ab, sei täglich in Kontakt, sagte der Vertreter. Die Behörde bestätigte dies.

Zu einer am Samstag im Gebäude der Glaubensgemeinschaft noch genehmigten Hochzeit erläuterte Brechtel, dass an der Feier keine Person teilgenommen habe, die positiv auf das Coronavirus getestet oder Kontaktperson eines Infizierten war. Alle diese Personen seien in Quarantäne, verdeutlichte der Landrat. Da die Glaubensgemeinschaft ein coronakonformes Hygienekonzept vorgelegt hat, habe die Kreisverwaltung keinen Grund gehabt, die Hochzeit zu untersagen. Stattdessen nutzte das Gesundheitsamt die Möglichkeit und testete alle Gäste – laut Brechtel etwa 100 – auf das neuartige Virus.

Gemeindemitglieder sollen sich testen lassen

Die Gemeindeleitung der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde hat ihrem Vertreter zufolge zudem alle Mitglieder dazu aufgerufen, sich auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. Laut Matthias Wölfel, medizinischer Einsatzleiter des Kreises Germersheim, werden die Gläubigen seit Montagnachmittag getestet. Bis zum Abend seien rund 40 Abstriche genommen worden.

Im Gemeindezentrum der Freien Evangeliumschristen dürfen seit der Hochzeit keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Laut Landrat Brechtel bleibt es „auf absehbare Zeit“ geschlossen.

x