Schwegenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Ausbruch: Ortsbürgermeister warnt vor Stimmung gegen Christengemeinde

Profitiert in der Krisensituation von seinem Beruf: der ehrenamtliche Ortsbürgermeister Bodo Lutzke, der hauptamtlich als Feuerw
Profitiert in der Krisensituation von seinem Beruf: der ehrenamtliche Ortsbürgermeister Bodo Lutzke, der hauptamtlich als Feuerwehrmann arbeitet.

Schwegenheims Ortsbürgermeister Bodo Lutzke (FWG) will der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde in Schwegenheim wegen des Corona-Ausbruchs keinen Vorwurf machen. Das hat er am Montagmorgen im RHEINPFALZ-Gespräch betont.

Im Landkreis Germersheim gibt es, Stand Montag, 17 Uhr, 28 bekannte Corona-Fälle. 27 Infizierte haben eine Verbindung zur Freien Evangeliumschristen-Gemeinde in Schwegenheim. Lutzke sprach von „Nachrichten“, die durch die sozialen Medien gingen. Der Ortsbürgermeister betonte, dass niemand vorverurteilt werden sollte. Ein Corona-Ausbruch könne überall passieren – in der Kirche, im Restaurant, auf der Arbeit, machte Lutzke deutlich. Es gelte, besonnen zu reagieren und keine Panik zu verbreiten. „Das ist etwas, das wir nicht gebrauchen können“, machte der 57-Jährige deutlich. Er lobte Landrat Fritz Brechtel (CDU) für dessen Krisenmanagement. „Das Gesundheitsamt und der Landrat haben die Lage im Griff“, findet Lutzke. Brechtel sagte am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz, dass es keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten der Gläubigen gebe und appellierte ebenfalls, der Gemeinde keine Vorwürfe zu machen.

Für Lutzke und Brechtel macht der Ausbruch deutlich, dass es weiterhin sehr wichtig sei, die Hygiene- und Abstandsregeln zu befolgen. Die Krise habe gezeigt, wie schnell sich etwas ändern könne. Im Landkreis Germersheim waren bis zuletzt drei Wochen keine Corona-Neuinfektionen bekannt.

Erfahrungen als Feuerwehrmann helfen

Lutzke, der seit rund einem Jahr Ortsbürgermeister von Schwegenheim ist, sagte, dass ihm sein Beruf als Feuerwehrbeamter beim Umgang mit der Krise helfe. „Wir kommen in den Einsatz und müssen in wenigen Sekunden entscheiden“, zieht Lutzke eine Parallele zur jetzigen Situation. Der Ortsbürgermeister wurde am Freitag über den Corona-Ausbruch in Schwegenheim informiert. Anschließend habe er alle Mitarbeiter der kommunalen Kita sowie einen Bauhof-Beschäftigten, der auch ab und zu in der Einrichtung sei, gebeten, sich testen zu lassen. Die Corona-Tests fielen negativ aus. Am Wochenende stellte sich heraus, dass Kinder, die die Einrichtung besucht hatten, positiv getestet wurden. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung und Schwegenheims Erstem Beigeordneten Holger Hellmann (FWG) organisierte Lutzke einen Informationsabend für die Eltern im Bürgerhaus, der am Sonntagabend stattfand. Am Montagvormittag sollen alle 202 Kinder, die die kommunale Kita besuchen, auf das neuartige Virus getestet werden. Die Kita bleibt diese Woche geschlossen.

Lutzke, der seit 32 Jahren als Berufsfeuerwehrmann in Mannheim arbeitet, nennt als eines der prägendsten Ereignisse seines Berufslebens das Hochwasser an der Elbe 2002. Damals war er als Feuerwehrmann in Dresden im Einsatz. „Diese Erfahrung nimmt mir keiner mehr“, sagte Lutzke. Die Erfahrungen, die er während der Corona-Krise macht, auch nicht.

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