Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Urlaub in Corona-Zeiten: „Leider nicht nach England“

Vor der Abfahrt nach Karlsruhe: Loretta Folz im Gespräch mit Ellen Korelus-Bruder.
Vor der Abfahrt nach Karlsruhe: Loretta Folz im Gespräch mit Ellen Korelus-Bruder.

Ferien unter Pandemie-Bedingungen sind anders. Die Erfahrung machen wir gerade alle. Ellen Korelus-Bruder fragt Zufalls-Gesprächspartner im Stadtgebiet, wie und wo sie den Sommer verbringen, was sie vermissen, worauf sie sich freuen und was sie ärgert. Heute trifft sie Loretta Folz (21) am Bahnhof.

Frau Folz, Sie sind mit dem Fahrrad gekommen und haben wenig Gepäck dabei. Wo geht es hin?
Nur nach Karlsruhe. Dafür reicht der Rucksack.

Ausflug in die Fächerstadt?
Nein, zur Schule. In Baden-Württemberg beginnen die Sommerferien erst in eineinhalb Wochen. Ich bin auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur.

Warum in Karlsruhe?
Die Zeiten passen mir gut und der Weg mit dem Zug ist nicht weit. Die Verbindung ist wirklich toll.

Können Sie das grundsätzlich von der Deutschen Bahn sagen?
Ja, ich habe viele gute Erfahrungen gemacht. Sogar von Speyer aus erreicht man eigentlich alle Städte schnell und bequem.

Läuft es gut in der Schule?
Geht so. Corona hat uns Schüler ziemlich zurückgeworfen. Wir konnten viele Arbeiten in diesem Halbjahr nicht schreiben. Ich hoffe, dass es in den kommenden zwei Jahren keine weiteren Störungen gibt.

Was machen Sie, wenn Sie das Abi in der Tasche haben?
Das weiß ich noch nicht genau. Nur, dass ich mir selbst die Möglichkeit schaffen will, zu studieren, wenn ich will. Nach der mittleren Reife habe ich eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten absolviert. Dann habe ich festgestellt: Mit Realschulabschluss kommt man nicht so sehr weit. Deshalb drücke ich lieber noch einmal die Schulbank.

Jetzt kommen bald auch für Sie die Ferien. Wo geht es hin?
Leider nicht wie geplant nach England. Von 2018 bis 2019 war ich ein Jahr als Au-pair in London, um mich in der Welt umzusehen und die Sprache richtig zu lernen. Dahin wollten wir in diesem Sommer. Das klappt ja nun leider nicht. Sehr, sehr schade. Aber natürlich sehe ich die Notwendigkeit, die Pandemie ernst zu nehmen. Ich will auch meinen Beitrag leisten, Maske tragen und auf Urlaub und Party verzichten. Und: Ich wohne wieder zu Hause.

Warum?
Mit einer WG hat es in Karlsruhe wegen Corona nicht geklappt. Ist aber nicht schlimm.

Ist der Wiedereinzug ins Kinderzimmer ein Rückschritt?
Nein, finde ich nicht. Zum Glück verstehe ich mich gut mit meiner Familie. Alles ist ganz entspannt. Außerdem ist Speyer ja meine Heimat. Hier sind also auch die Freunde.

Und London?
London war eine mega Zeit, auch wenn ich zwischendurch manchmal am liebsten wieder nach Hause gefahren wäre. Insgesamt war die Gastfamilie ganz okay. Ich bereue nichts, wirklich nichts.

Gibt es Ferien-Alternativen?
Das Speyerer Schwimmbad und vielleicht ein paar Tage Camping in Holland. Da sind die Covid-19-Fallzahlen nicht hoch und die Einschränkungen deshalb ziemlich liberal. Es gibt viel Wasser und hoffentlich schönes Wetter.

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