Speyer Untersuchung: Mehr Wohnungen für Speyer gefordert
Wissenschaftler des niedersächsischen Pestel-Instituts haben den Speyerer Wohnungsmarkt analysiert. Ergebnis: „Es fehlen 600 Wohnungen.“
Den Berechnungen des Instituts zufolge fehlen in Speyer aktuell rund 600 Wohnungen. Gleichzeitig stünden 430 Wohnungen bereits seit einem Jahr oder länger leer. Die Zahlen für Speyer gehen aus der aktuellen regionalen Wohnungsmarkt-Untersuchung hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt hat. Dafür seien Wohnungsbestand, die Bevölkerungsentwicklung sowie Prognosen für den Arbeitsmarkt und die Beschäftigung in Speyer analysiert worden.
Ein Ergebnis laut Matthias Günther, Chef-Ökonom des Instituts: „In den nächsten fünf Jahren müssen rund 160 neue Wohnungen in Speyer gebaut werden – und zwar pro Jahr“. Er halte das aber für „kaum machbar“. So habe es im ersten Halbjahr dieses Jahres nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lediglich 36 Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Speyer gegeben. „Das reicht natürlich nicht. Der Neubau von Wohnungen in Speyer läuft mit angezogener Handbremse.“ Er fordert bundespolitische Entscheidungen, um den Neubau von Wohnungen wieder anzukurbeln. Ein Instrument dafür wäre günstiges Baugeld.
Den Bedarf verkennen auch Stadtverwaltung und -politik nicht, die schon länger ein Wohnungsmarktkonzept erstellt haben. Dank starker Investitionen vor allem von Bauträgern und Wohnungsbauunternehmen gab es zumindest im vergangenen Jahr mehr Baufertigstellungen als nun vom Pestel-Institut gefordert: Das Statistische Bundesamt wies für die Domstadt 224 neue Einheiten aus.