Speyer Unterricht mit Lego-Steinen

Im „Klassenzimmer der Zukunft“ in der Clemens-Beck-Grundschule in Dudenhofen: (von links) Jannes, Magdalena, Manuel und Leni.
Im »Klassenzimmer der Zukunft« in der Clemens-Beck-Grundschule in Dudenhofen: (von links) Jannes, Magdalena, Manuel und Leni.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Das haben die Konrektorin der Clemens-Beck-Grundschule in Dudenhofen, Heike Jochim, und ihr Lehrkollege Andreas Blättner erfahren. Reiche Ernte hat nun gebracht, was fortlaufend als Feld beackert worden ist. Das „Klassenzimmer der Zukunft“ wurde am Mittwochabend eingeweiht, in dem anhand von über 52.000 Lego-Teilchen Unterricht nach modernen Richtlinien gemacht werden kann.

Geschluckt hat Rektorin Sabine Gilles, als Jochim mit dem Wunsch an sie heran trat, Lego-Sätze zu besorgen. Bewusst war ihr damals schon, dass das ein finanzieller Kraftakt ist, den die Grundschule selbst nur bedingt stemmen kann. „Wir haben mit einem kleinen Satz Bausteine angefangen, um zu sehen, wie es ankommt“, erklärte sie bei der offiziellen Inbetriebnahme des Klassensaales. Unterstützt von Blättner trieb Jochim das Projekt voran. Rund 45.000 Euro stecken in dem Raum – ehrenamtliche Arbeitseinsätze von Lehrern, Eltern und anderen Unterstützern nicht eingerechnet. Sauber sortiert in Wandschränken stehen komplette Klassensätze mit Legosteinen. Netbooks, Smartboard, Trickfilmbox und TipToi-Stifte. „Wir haben alles sukzessive angeschafft, je nachdem, wie viele Spenden wir zur Verfügung hatten“, sagte Jochim im RHEINPFALZ-Gespräch. Mehrere Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen waren der Grundschule wohl gesonnen beim Bestreben, Lego-Bildung zu manifestieren. „Der separate Raum ist für alle Klassen nutzbar“, machte Jochim deutlich. Magdalena Kemper (8) findet das „echt cool“, denn: „Wenn extra ein Saal da ist, stört man andere nicht, wenn man mit Lego baut.“ Dass Mädchen technikbegeistert sind, ist mittlerweile keine Ausnahme mehr. Magdalena hat ihr Faible dafür erst dank des neuen Angebots entdeckt. „Vorher“, sagt sie, „hatte ich nicht wirklich was damit zu tun.“ Enrico Krumbacher (10) findet das „Klassenzimmer der Zukunft“ „cool“ und begründet: „Da sind einfach alle Baukästen mit verschiedenen Sachen drin.“ Leni Siebert (10) ist auch froh, einen zentralen Raum zu haben, in dem Lego-Unterricht gemacht wird. Mehr Ruhe für alle Beteiligten bedeutet das ihrer Meinung nach. Spaß macht das Lernen beim Werkeln Jannes Dann (10). „Wenn man die Kabel reinstecken muss, ist das manchmal schwierig“, verrät er. Dann aber wird der Ehrgeiz erst richtig geweckt. Für die Grundschule ist der Saal ein deutlicher Gewinn, stellte Rektorin Gilles fest. Im September, fügt Jochim an, bekommen die Erzieherinnen der örtlichen Kindertagesstätten eine Schulung. Denn selbst die Vorschulkinder dürfen sich bereits im Lego-Saal fit für die Zukunft machen.

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