Speyer Unterführungen: Ja zu beiden

Wird der Schifferstadter Bahnübergang in der Iggelheimer Straße zu einer Bahnunterführung oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Schifferstadter seit fast drei Jahrzehnten. Dass nun der Bahnübergang in Berghausen vor dem Schifferstadter umgebaut werden soll, nährt die Zweifel in Schifferstadt. Landrat Clemens Körner (CDU) sagt: Beide Unterführungen sollen gebaut werden.
In den 1980ern hat der Schifferstadter Stadtrat beschlossen, dass anstelle des einseitig beschrankten Bahnübergangs in der Iggelheimer Straße eine Bahnunterführung gebaut werden soll. In den vergangenen Ratssitzungen der Rettichstadt kam das Thema wieder aufs Tapet. Wie berichtet, wurde bekannt, dass der Bahnübergang in Berghausen noch vor dem Schifferstadter zu einer Unterführung umgebaut werden soll. Schifferstadter Räte fürchten, dass das Projekt womöglich nie umgesetzt wird – und das, obwohl es schon seit dem vergangenen Jahrtausend beschlossene Sache ist: „Die Planfeststellung erlangte am 12. Februar 1988 Rechtskraft“, heißt es aus dem Rathaus. Für 2014 hatte der Kreis erstmals keine Kosten für den Umbau in den Haushalt eingestellt. Ebenso auch nicht im Haushaltsplan 2015, denn laut Landrat Clemens Körner ist klar, dass auch in diesem Jahr nicht umgebaut wird. Körner betont aber, dass dies keine politische Aussage gegen einen Umbau in Schifferstadt ist, sondern einzig eine haushaltsrechtliche logische Konsequenz. Für den Landrat steht es außer Frage, dass beide Bahnübergänge umgebaut werden. Beide Projekte sind in der Bauplanung des Kreises vorgesehen. Derzeit geht es also um die Frage, welcher Übergang zuerst dran ist. Unter dem Aspekt des Gefahrenpotenzials wird dem Übergang in Berghausen der Vorzug gegeben. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer sieht an beiden Bahnübergang Gefahren, in Berghausen wird die Situation aber als „gefährlicher“ eingestuft, erklärt LBM-Leiter Kurt Ertel. Zwar seien die Übergänge in Schifferstadt und Berghausen beide auf Straßenniveau, aber die Fläche, die sich Fußgänger, Radler und Autos in Berghausen teilen, sei kleiner als die in Schifferstadt. Mit der Folge, dass es öfter zum Rückstau komme. Außerdem überqueren in Berghausen auch die Bahnkunden die Gleise, die zum S-Bahn-Haltepunkt wollen. Doch auch wenn Berghausen aus diesem Blickwinkel derzeit die Nase vorn hat, heißt das noch nicht, dass dort auf jeden Fall zuerst die Bagger rollen. Während das Planfeststellungsverfahren für Schifferstadt schon seit mehr als 25 Jahren abgeschlossen ist, soll das Planfeststellungsverfahren für den Bahnübergang in Berghausen voraussichtlich Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden. Bis vor Weihnachten konnten Einwände und Klagen gegen das Vorhaben vorgebracht werden (wir berichteten). Sollte dies der Fall sein und sich das Verfahren in Berghausen verlängern, werde Schifferstadt zuerst umgebaut, sagt Körner. Aus Sicht der Deutschen Bahn könnte das Mitte bis Ende 2016 sein. Geht jedoch die Plangenehmigung für Berghausen ohne Einwände durch, würde es dort zuerst losgehen, berichtet der Landrat. Laut Bahn wäre das Ende 2017, Anfang 2018. Voraussetzung für diese Termine war aber, dass der Kreis noch im Dezember 2014 der Bahn mitgeteilt hätte, welche Ortschaft den Vorzug bekommt. Das ist aber nach Auskunft von Körner aus Zeitgründen nicht zu schaffen gewesen. Erst in etwa drei Monaten könnte der Kreis der Bahn grünes Licht für ein Bauprojekt geben. Er schätzt, dass frühestens Mitte/Ende 2018 mit dem Umbau eines der beiden Übergänge begonnen werden könne – je nach Ausgang des Genehmigungsverfahrens entweder in Berghausen oder in Schifferstadt. Wird zuerst in Berghausen gebaut, pressiert der Umbau in Schifferstadt. Laut Körner sind die Bundesmittel für die Projekte bis 2020 festgelegt. Die Kosten für den Schifferstadter Bau gibt Körner mit rund zehn Millionen Euro an. Es zahlen: Kreis, Bahn und Bund. Bauträger für die Bahnunterführung in Berghausen ist ebenfalls der Rhein-Pfalz-Kreis, bezahlen sollen auch hier Kreis, Bund und Bahn – die Kosten für den Bau wurden in der Vergangenheit mit 4,8 Millionen Euro angegeben.