Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Umstellung bei Kirchenzeitung: Neue Wege für den „Pilger“

Freude über erweitertes Buchangebot im Peregrinus Verlag (von links): Generalvikar Markus Magin, protestantische Oberkirchenräti
Freude über erweitertes Buchangebot im Peregrinus Verlag (von links): Generalvikar Markus Magin, protestantische Oberkirchenrätin Bettina Wilhelm als Aufsichtsratschefin der Verlagshaus Speyer GmbH i. L. und Geschäftsführer Marco Fraleoni.

„Der Pilger“, eine der ältesten deutschen Bistumszeitungen, erscheint künftig 14-täglich statt wöchentlich. Das ist nicht die einzige Reform im Speyerer Peregrinus Verlag.

177 Jahre Tradition stehen hinter dem „Pilger“, der Kirchenzeitung des Bistums Speyer. Er hat den 2023 eingestellten „Evangelischen Kirchenboten“ überlebt und steht nun vor einer größeren Reform. Ab dem 27. April erscheint er nicht mehr wöchentlich, sondern 14-täglich. Neu ist auch die Kooperation mit den Bistumsverlagen von 14 weiteren deutschen Diözesen, die dahintersteckt.

„Der Abo-Preis bleibt, Umfang und Qualität steigen, die Frequenz sinkt“, erklärt auf Anfrage Marco Fraleoni, Geschäftsführer des Speyerer Peregrinus Verlags, in dem der „Pilger“ erscheint. Ein Heft werde künftig 64 Seiten statt heute in der Regel 32 Seiten haben. „Die Preise für Papier, Druck, Transport und Porto sind in den letzten Jahren stetig gestiegen, und auf der anderen Seite sinken die Einnahmen durch weniger Abonnenten und Anzeigen“, erklärt er den Handlungsbedarf. Herausgeber von Printmedien seien unter Druck, von kirchlichen Printmedien zumal.

Die Peregrinus-Verantwortlichen erwarten auch kritische Stimmen der Abonnenten in der Pfalz und Saarpfalz. „Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass die Zustimmung überwiegt“, sagt Fraleoni. Statt des bisherigen Zeitungsdrucks werde es ab Ende April eine Heftung wie bei einem Nachrichtenmagazin geben. „Durch ein höherwertiges Druckverfahren wird die Bild-Qualität deutlich steigen und Texte werden klarer lesbar sein“, berichtet Fraleoni. Inhaltlich werde auf bundesweite und regionale Themen, aber auch Beiträge der eigenen Redaktion zurückgegriffen.

Zusätzliches Magazin alle drei Monate

Erhalten bleibe das seit 2017 vierteljährlich im Speyerer Verlag erscheinende „Pilger-Magazin für die Reise durchs Leben“. Es werde den Abonnenten zusätzlich zugestellt, so Fraleoni. Es kann im gesamten deutschsprachigen Raum auch am Kiosk erworben werden und wird als Erfolgsgeschichte beschrieben. „Wenn ich den Markt richtig überblicke, dann ist unser Magazin sogar das einzige konfessionelle Print-Produkt, was Auflage gewinnt“, so Fraleoni. Es habe Ende 2024 die Marke von 8000 Abonnenten übersprungen und werde insgesamt in einer Auflage von rund 46.000 Exemplaren verbreitet.

Der Peregrinus Verlag in der Speyerer Hasenpfuhlstraße hat 16 feste Mitarbeiter und – Minijobber und Zusteller dazugezählt – ein Team von 80 Personen. Er will seine Palette auch über den „Pilger“ hinaus modernisieren. Zwei Entscheidungen dazu sind noch ganz frisch. Zum 1. März hat der Verlag das kostenlose E-Paper „Willkommen in Speyer“ im Auftrag der Stadtverwaltung veröffentlicht. Die Neuerscheinung werde durch eine crossmediale Werbekampagne begleitet – alleine 100 Tage lang in den sozialen Medien. „Willkommen in Speyer“ kann kostenlos unter https://speyer-erleben.der-pilger.de/ heruntergeladen werden.

Pakt mit Protestanten: Buchprogramm erweitert

Zum anderen vertreibt der Pilgerverlag als Teil der Peregrinus GmbH ab sofort das bisherige Buchprogramm des „Verlagshaus Speyer“. Er beschreibt es in einer Pressemitteilung als Schritt zur Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirche der Pfalz und dem Bistum. Die Verlagshaus Speyer GmbH als Gesellschaft der evangelischen Landeskirche befindet sich in Liquidation. Deren rund 30 Titel umfassendes Portfolio reicht von Regionalkrimis über meditative Wanderführer mit Pfalzbezug bis hin zu religionspädagogischen Schriften.

„An vielen Stellen arbeiten Landeskirche und Bistum seit Jahren immer enger zusammen“, sagt Markus Magin, der als Generalvikar bistumsseitig für die Aktivitäten des Pilgerverlags verantwortlich zeichnet. „Wir wollen die Chancen und Möglichkeiten, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben, nutzen, um als christliche Kirchen mit gemeinsamen Buchprojekten Menschen für unsere Botschaft anzusprechen.“ Zum Buchprogramm des Pilgerverlags gehören unter anderem auch Publikationen zum Dom, Pilgerführer, alle Ausgaben des Gebet- und Gesangbuchs „Gotteslob“ sowie die Bücher der Schriftenreihe des Diözesan-Archiv Speyer.

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