Speyer „Umsteigen in die Zukunft“

Philipp Tachkov
Philipp Tachkov

«Ludwigshafen.»Klimafreundlichen Berufsverkehr für Pendler rückt ein Projekt in den Fokus, an dem sich die Stadt Ludwigshafen und der Rhein-Pfalz-Kreis beteiligen – auch mit Blick auf den Hochstraßenabriss. Projektleiter Philipp Tachkov von der Hochschule in Ludwigshafen erklärt im Interview mit Steffen Gierescher, worum es geht.

Herr Tachkov, Sie wohnen in Wachenheim und arbeiten in Ludwigshafen. Wie legen Sie den Weg zurück?

Teils mit dem Auto, teils mit dem Rad. Weil ich mit dem Rad zu lange für die Strecke brauche, so etwa eine Stunde, habe ich mir ein S-Pedelec – also ein schnelles E-Rad – gekauft. Damit bin ich deutlich schneller unterwegs und brauche kein Auto mehr – zumindest für den Weg zur Arbeit. Zu viele Leute fahren mit dem Auto zum Job. Wie lässt sich das ändern? Der Fokus des Projekts liegt auf der klimafreundlichen Mobilität und knüpft an das Ereignis des Hochstraßenabrisses an. Es geht darum, ein gutes Gesamtangebot bereitzustellen, damit ein Umsteigen in die Zukunft gelingt. Konkret bedeutet das? Es reicht nicht, einen Teil einer Wegstrecke zu gestalten, etwa einen guten Radweg, wenn am Arbeitsplatz Einrichtungen wie Duschen, Umkleiden oder ein Reparaturservice fehlen. Dafür müssen wir Anreize schaffen. Das Gesamtpaket muss stimmen. Es muss so attraktiv sein, dass man umsteigen möchte. Vielleicht sogar, dass der Weg zum Arbeitsplatz zum Erlebnis wird. Das Gleiche gilt für den öffentlichen Nahverkehr, auch da gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. In der Studie wollen wir die Perspektive der Nutzer einnehmen und herausfinden, welche Bausteine wir anpacken müssen. Wie ermitteln Sie Pendlerwünsche? Wir haben große Arbeitgeber als Partner und die Verwaltungen aus Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis mit im Boot. Bei den Mitarbeitern erheben wir unsere Daten. Angelegt ist die Studie auf zwei Jahre – ein recht langer Zeitraum. Wir gehen bei der Studie natürlich auf die einzelnen Standorte ein. Von daher haben wir mehrere ähnliche, aber eben auch individuelle Untersuchungen. Das dauert seine Zeit. Im zweiten Jahr wird es Konzeptbeschreibungen geben, die zeigen, welche Kombinationen von Maßnahmen besonders interessant sind und wie sie umgesetzt werden können. Die Umsetzungen selbst sind nicht Teil des Projekts – hier sind im Anschluss die Projektpartner gefragt. Ich packe mein Rad ins Auto, um damit in die S-Bahn zu steigen. In Ludwigshafen angekommen, radle ich zu meinem Arbeitgeber – wäre das so eine Kombination? Ja, wenn man die S-Bahn-Station nicht vor der Haustür hat. Möglicherweise stellt sich in diesem Fall die Frage, wo man sein Rad beim Arbeitgeber geschützt abstellen oder sich umziehen kann. Das müssen wir bei unseren Überlegungen berücksichtigen. Wie ist es denn bei Ihrem Arbeitgeber? Nach 25 Kilometern im Sattel sind Sie sicher verschwitzt. Bietet die Hochschule Duschmöglichkeiten an? Leider nein. Deshalb ist die Hochschule ja auch mit im Boot. Beim Campus-Neubau könnten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass künftig nicht so viele Leute wie bisher mit dem Auto kommen.

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