Speyer
Um 3.46 Uhr kommt das erste Baby
Eigentlich hatten sich die Gärtners auf „lecker Essen“ am Silvesterabend eingerichtet. Sie hatten schon alles dafür eingekauft, erzählt Tanja Gärtner von frühzeitiger Vorbereitung am Freitag. Schnell noch der Termin zur Blutdruckkontrolle im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus, danach sollte der Feier ins neue Jahr nichts mehr im Weg stehen. Aber manchmal kommt es anders als gedacht. „Sie haben mich gleich dabehalten“, berichtet die Mutter von der überraschend frühen Ankunft ihres zweiten Kindes, die ihr Krankenhauskost statt Festtagsmenü eingebracht habe.
Merle Min ist 20 Monate alt und ab jetzt die große Schwester. „Der kurze Altersabstand unserer Kinder ist gewollt“, betont die Mutter. Milla Mei sei für den 12. Januar ausgerechnet worden, sagt Vater Felix Paul, noch etwas erschöpft von den Stunden, die hinter ihm liegen. „Ich wollte da sein, auch wenn meine Frau die ganze Arbeit gemacht hat“, erklärt der 33-Jährige. So habe er es schon beim ersten Kind gemacht und nicht bereut. Damals habe sich die Geburt über Tage hingezogen, so die Mutter. Nächtelanges Schlafen auf dem Boden wie 2021 sei ihrem Mann diesmal erspart geblieben.
Schwangerschaft anstrengend
„Dafür war die Schwangerschaft diesmal anstrengender“, weist Tanja Gärtner auf die sich in Bluthochdruck äußernde Präeklampsie hin, die ihr das Leben in den vergangenen Wochen schwer gemacht habe. „Bis zuletzt habe ich auf eine Spontangeburt gehofft“, sagt die 36-Jährige. Aber dann musste es doch ein Kaiserschnitt sein. Um 3.46 Uhr war Milla Mei da. 3179 Gramm leicht, 51 Zentimeter klein. „Alles dran.“
Zärtlich streichelt der Vater das Köpfchen seiner Kleinen, ohne die Große daheim zu vergessen. Drei Wochen Urlaub hat der Chemikant der BASF genommen, um sich verstärkt um die Erstgeborene zu kümmern. Dass Elternzeit derzeit nicht drin sei, erklärt er mit einer laufenden Umschulung. „Gleich danach denke ich über Elternzeit nach“, betont Felix Paul Gärtner. Er ist Speyerer, sie kommt aus Philippsburg, zu Hause sind die Gärtners in Dudenhofen. „Für Milla Mei ist schon lange alles gerichtet“, sagt sie. Sie war bis zum Mutterschutz bei der Bußgeldstelle der Polizei in Speyer tätig.
Geburtstag als Glücksfall
Die Elternzeit will die Mutter voll ausschöpfen. „Wenn die Kinder in der Kita sind, gehe ich wieder arbeiten“, sagt sie. Die Tage in der Klinik will sie genießen: „Das ist die einzige Zeit, die ich mit meiner Kleinen allein habe.“ Dass Milla Mei an Neujahr zur Welt gekommen ist, hält sie für einen Glücksfall. „Immer Feuerwerk, immer feiern, immer frei – viel besser als an Weihnachten.“ Die Familienplanung sei nun abgeschlossen: „Uns fallen keine Namen mit M mehr ein“, sagt sie und lacht.
