Speyer Turner und Organisations-Genie

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DUDENHOFEN. „Wenn man interessierte jüngere Leute zu lange warten lässt, kann es passieren, dass sie denken, jetzt rutsch’ mir den Buckel runter.“ Gemäß dieser Erkenntnis und auch aus Rücksicht auf seine Gesundheit verabschiedet sich Dieter Landry beim 22. Radsportmeeting am Freitag/Samstag, 28./29. August, auf der Dudenhofener Bahn als deutschlandweit bekannter Organisator solcher Ereignisse.

Einige Wochen, bevor der im südpfälzischen Impflingen wohnende Dudenhofener 75. Geburtstag feiert, mildert er sein Vorhaben freilich dahingehend ab, „dass ich nicht ganz weg sein werde“. Er stehe selbstverständlich „mit Rat und Tag zur Verfügung“. Als seinen Nachfolger im sportlichen Bereich nennt er Nicholas „Nick“ Salmon (42). Weitere für die Ausrichtung von den Renntagen wie an diesem Wochenende und dem an Pfingsten verantwortliche Personen suche der RV 08 aus. Dieter Landry gilt beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) als ziemlich große Nummer und bekam vom Rad-Weltverband UCI gar eine Auszeichnung. Nicht nur sein Verein weiß: Der Mann brachte in des Wortes wahrer Bedeutung einiges ins Rollen und entwickelte sich im Laufe von Jahrzehnten zu einem exzellenten Kenner vor allem der Szenerie des Bahnrad-sports. Seinen ehrenamtlichen Full-Time-Job als Sportlicher Leiter des RV Dudenhofen übernahm er vor fast 40 Jahren. Dieter Landry organisierte sowohl die internationale Drei- und Vier-Bahnen-Tournee an Pfingsten und seit 1993 das von ihm ins Leben gerufene Sprint-Flutlichtmeeting mit Steherrennen, inzwischen auch mit Omnium-Wettbewerben. Beide Veranstaltungen verkörpern stets internationale Klasse und sind fester Bestandteil im Jahreskalender des Bundes Deutscher Radfahrer. Nebenbei zeichnete der frühere BASF-Obermeister für die Organisation und den geordneten Ablauf der anderen Bahn-Aktivitäten seines Klubs verantwortlich: Rheinland-Pfalz-Meisterschaften, eine Schul-Arbeitsgemeinschaft, das RHEINPFALZ-Camp, Vereinstitelkämpfe. Als früherer Nachwuchstrainer im Spargeldorf formte er neben seinem Sohn Helmut Landry weitere Talente: Dietmar See, die Gebrüder Westphal, Lutz Mentzfeld, Thomas Enzenauer, den Junioren-Doppelweltmeister Michael Scheurer (Sprint und 1000 Meter), Irina Schäfer, Daniela Gaß. Und er holte den heutigen Trainer der britischen Bahn-Asse, Jan van Eijden, nach dessen erster von drei Sprint-Weltmeisterschaften auf Dauer in die 250-m-„Badewanne“. Dabei ist der Pedal-Experte kein kein gelernter Radsportler. Dieter Landry frönte dem Kunstturnen (seiner Statur und seinem kerzengeraden Gang heute noch anzumerken) beim TV Dudenhofen und TSV Speyer, als bei dem noch der spätere Olympiasieger Helmut Bantz antrat. Seit 1959 engagierte sich Landry als Nachwuchstrainer beim TSV Speyer, dann als Jugendwart und Oberturnwart des Speyergaus. Hier entfaltete er sein Talent zum Organisieren erstmals, zum Beispiel bei Turnfesten mit über 2000 Mitwirkenden.

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