Bogenschießen
Trio der TG Waldsee zur deutschen Meisterschaft
Felix Claus, Julie Rüb und Junior Moritz Schiller von der TG Waldsee kämpfen am übernächsten Wochenende in Biberach an der Riss bei der deutschen Hallen-Meisterschaft in der olympischen Recurve-Klasse. Für Claus, schon im Nachwuchsbereich einer der Stärksten bundesweit, gehört eine Teilnahme fast schon zur Tagesordnung.
„Wir hoffen, dass er unter die ersten Zehn kommt“, sagte Waldsees Abteilungsleiterin Petra Degen im Gespräch mit unserer Zeitung: „Aber sie geben alle ihr Bestes, auch bei der Relegation. Aber es hat halt nicht gereicht.“ Denn am Wochenende verpasste die TG die Rückkehr in die Regionalliga. Claus trainiert selten im Ort. Sein Lebensmittelpunkt liegt mittlerweile in der Südpfalz. Dort hält er sich beim Verein in Wörth in Schuss.
Durchstarterin Rüb
Rüb griff vor 20 Jahren in Baden-Württemberg schon mal zu Pfeil und Bogen. Ein Auslandsstudium schloss sich an. Mittlerweile wohnt sie in Speyer und praktiziert als Fachärztin für Allgemeinmedizin in Dudenhofen. Rüb stieß auf die TG und schloss sich ihr vor nicht allzu langer Zeit an. Degen: „Sie ist voll durchgestartet.“
Schiller debütiert bei der nationalen Entscheidung: „Er trainiert sehr regelmäßig. Zwei-, dreimal die Woche ist er schon da“, informierte die Abteilungsleiterin: „Er nutzt eigentlich alle unsere Trainingszeiten aus. Er kam aus einer anderen Sportart und ist noch nicht so lange dabei.“ Daniel Schmidt, einer von sechs Trainern im Klub, nehme sich als Coach ihm und Rüb besonders an. Dagegen verpasste der 70-Jährige in der Masters-Kategorie diesmal den eigenen Start.
Super Entwicklung
Knapp 100 Mitglieder, davon 50 Aktive, zählt die Abteilung, die im Herbst ihr Zehnjähriges feiert, laut Degen: „Es waren schon über 100. Aber zum Jahresende gibt es immer ein paar Austritte. Wir haben uns super gut entwickelt. Das hätten wir nicht gedacht. Wir haben ja mit 15 Leuten, ohne Kinder und Jugendliche angefangen. Selbst während Corona haben wir dazugewonnen.“ Die Sportart ohne direkten Körperkontakt sei entgegengekommen.
So sei die Rheinauenhalle immer gut gefüllt: „Für heute Abend haben sich schon wieder zehn, elf zum Training eingetragen.“ Das passiert heutzutage mit Hilfe einer App. Neumitglieder seien willkommen: „Wir sind sehr offen. Wer kommt, der kommt“ – aus Altrip, Neuhofen und Speyer, wo kein Angebot existiert. Die TG weise zwar im Amtsblatt auf Schnupperkurse hin, aber die Interessenten kommen eher von selbst: „An den Schulen spricht es sich herum.“
Geländesuche läuft
Rundum schon zufrieden zeigt sich die Funktionärin über die drei Trainingsabende in der Wintersaison. Dienstags gehe es vielleicht etwas spät los. Aber donnerstags stehen vier Stunden zur Verfügung: „Andere Vereine haben nur eine Hallenzeit.“ Enger gehe es draußen vor der Halle zu: „Wir haben zwar die Kreismeisterschaft ausgerichtet, aber in zwei Gruppen.“ Wie gut, dass der erfolgreiche Schütze Christian Breust aus Otterstadt offenen Auges durch die Welt geht und nach einem geeigneteren Gelände Ausschau hält. Vielleicht kontaktiere die Turngesellschaft die Gemeinde.
Nach der DM ist dann vor der Freiluftsaison. Bei einem Arbeitseinsatz hübscht die Turngesellschaft den Platz auf, sichert ihn mit einem Netz ab. Wie in der Halle, treten drei Mannschaften und ein zusätzliches Team in der Blankbogenliga an. Durch den verpassten Aufstieg der Ersten zerstob jetzt auch die Chance für die Zweite, am Wochenende in die Oberliga aufzurücken.
Drittes Turnier
Seit zwei, drei Wochen laufe bereits die Anmeldung für das dritte Auwälder Bogenturnier (Samstag/Sonntag, 11./12. Oktober). Degen rechnet mit einer weiteren Steigerung der Teilnehmerzahl. Die Waldseer sprangen einst in die Bresche, als es einen Wettbewerb beim ESV Landau nicht mehr gab: „Wir sind ein rekordberechtigtes Turnier und das erste in der Wintersaison“, begründete sie.
Im Herbst setzt sich auch die Abteilung zusammen, um ihre zukünftige Leitung abzuklären. Nach der Anfangszeit unter Claus amtiert Degen: „Ich würde weitermachen.“