Speyer Treffpunkt für Eltern und Lehrer

Vor noch nicht allzu langer Zeit war Christel Sitzenstuhl im Sekretariat der Grundschule Berghausen für jedes Anliegen gesprächsbereit. Jetzt, in ihrer Altersteilzeit, gilt ihre Aktivität nach wie vor ihrer Einrichtung, allerdings an anderer Stelle. Sie ist fleißige Kuchenbäckerin für das Elterncafé, das Rektorin Martina Kopf zu Beginn des nun zu Ende gehenden Schuljahres initiiert hat. Das Angebot hat sich zum Treffpunkt ganzer Familien entwickelt.
Wer sich im sogenannten Elterncafé – das in der Mensa der Ganztags-Grundschule organisiert wird – umhört, stößt immer wieder auf die gleiche Aussage: „Das Gemeinschaftsgefüge wird gestärkt“, sind sich alle in der Wirkung des Angebots einig. Genau das wollte Kopf erreichen. Unter anderem. „Generell ist es uns ein Anliegen, dass die Eltern mehr mit der Schule in Kontakt kommen und dass wir auch niedrigschwellige Gespräche führen können in entspannter Atmosphäre“, fasst die Rektorin beim RHEINPFALZ-Besuch zusammen. Gerade die Ganztagsschüler verbringen lange Zeit in der Lehreinrichtung. „Da muss das Vertrauensverhältnis stimmen“, weiß Kopf. Durch das Elterncafé sei das Wissen um die gegenseitige Verlässlichkeit spürbar gestärkt worden. Doch sind es bei weitem nicht nur Papa und Mama, die sich in gemütlicher Runde zu Gesprächen – nicht nur über Kind und Schule – niederlassen. Elisabeth und Egon Siefken sind im vergangenen Jahr regelmäßig von Böhl nach Berghausen gekommen. Als Großeltern haben sie damit ihrer Tochter unter die Arme gegriffen und Enkelin Katharina (10) von der Ganztagsschule abgeholt. „Wir wurden hier sofort familiär aufgenommen, alle sind so freundlich und die Kinder haben so viel Spielraum“, ist Elisabeth Siefken voll des Lobes über die Grundschule. Ihr Mann ergänzt: „Eine solche Schule hätten wir uns früher gewünscht.“ Eines bedauern beide jedoch beim letzten Elterncafé vor den Sommerferien: „Das ist das letzte Mal, dass wir hier Kaffee und Kuchen genießen dürfen.“ Katharina wird an eine weiterführende Schule wechseln. Daniela Mank (40) nutzt das Angebot ebenfalls gerne. Mit ihren jüngeren Söhnen Nelson (3) und Tyrone (1 ½) wartet sie geduldig bei einem Stück süßer Leckerei auf den Ältesten, Marlon (8). „Hier bekommt man Kontakt außerhalb der Klassengemeinschaft, lernt die Leute in privater Umgebung kennen“, ist Mank begeistert. Nursen Demir (28) teilt die Meinung. Sie ergänzt: „Durch die Treffen können wir Lehrer und Schulleitung besser kennenlernen.“ Sohn Ari (10) und Tochter Ariana (8) gehen in Berghausen zur Schule. Positive Rückmeldungen sind bei Schulelternsprecherin Bianca Rupp (40) angekommen: „Jeder hat hier im direkten Gespräch die Chance, auch Probleme anzusprechen und gegenseitig Hilfestellung zu geben.“ Nicht zuletzt seien die Kinder – wie ihre Tochter Lara (8) – glücklich, wenn Eltern oder Großeltern zu ihnen in die Schule kommen. Der Ausklang im Café wird nämlich immer gemeinsam gemacht. Sitzenstuhls Kuchen haben den Nachmittag nicht überlebt. Auch Lehrer, die wie Georg Antrett zur Lernzeit eingeteilt sind, können nicht widerstehen. „Deswegen reißen sich die Kollegen mittlerweile, wer an den Tagen den Dienst übernimmt“, sagt er und lacht. Die private Konditorin geht jetzt erst einmal in die Pause. Die Sommerferien hat sie sich auch ohne ihren früheren Sekretärinnen-Job verdient. Im neuen Schuljahr, so viel steht laut Kopf fest, soll das Elterncafé weiterlaufen, dann alle vier statt zwei Wochen. (xsm)