Speyer Trauergebet in Bildern

Aus Reproduktionen von rund 240 von 333 Bildnisse entstanden: das Kleid zum Kaddisch-Projekt von Marion Anna Simon.
Aus Reproduktionen von rund 240 von 333 Bildnisse entstanden: das Kleid zum Kaddisch-Projekt von Marion Anna Simon.

Eine Ausstellung von besonderer Eindringlichkeit und Tiefe ist ab Samstag im mittelalterlichen Judenhof und Museum SchPIRA in Speyer zu sehen. Die renommierte Künstlerin Marion Anna Simon aus Köln zeigt dort bis zum 21. Juni Arbeiten zu ihrem außergewöhnlichen Projekt „Gemaltes Kaddisch“.

Kaddisch ist ein jüdisches Gebet, es wird besonders zum Totengedenken gesprochen. Bei einem Todesfall in der Familie wird es vom nächsten männlichen Angehörigen elf Monate lang täglich gesprochen. Marion Anna Simon hat, unter anderem inspiriert durch das Buch „Kaddisch“ von Leon Wieseltier, dieses Ritual abgewandelt und nach dem Tod ihrer Mutter Anfang des Jahres 2017 elf Monate lang jeden Tag ein Selbstporträt gemalt oder gezeichnet. Sie hat sich, wie sie sagt, dabei selbst im Spiegel betrachtet, um möglichst genau ihren Gefühlszustand im Prozess des Trauern widerzugeben. 333 Blätter sind dabei entstanden. Davon sind in Speyer eine ganze Reihe im Original zu sehen. Daneben hat die Künstlerin einige in Vergrößerung reproduzieren lassen. Diese Porträts sind unter anderem in den Wandnischen auf den Treppen zur Mikwe oder in der Ruine der Frauensynagoge zu sehen. Einen besonderen Akzent in der Schau setzt das Kleid mit Reproduktionen von rund 240 der Porträts, das im vergangenen Jahr entstanden ist. Die Speyerer Ausstellung ist die dritte, in der Marion Anna Simon ihre Bildern zum „Gemalten Kaddisch“ zeigt – und es die bisher größte und aufwendigste, da hier das ganze Areal des Judenhofs und Museums SchPIRA bespielt wird. Termin Die Vernissage ist morgen um 11 Uhr. Es sprechen Uwe Wöhlert, Vorsitzender des Verkehrsverein Speyer, Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und zur Einführung in die Ausstellung Klaus Fresenius. Diese ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Museum SchPIRA zu sehen und wird auch während der Kulturnacht gezeigt am 14. Juni von 19 bis 2 Uhr. Auch hier ist wie bei der Vernissage die Künstlerin anwesend.

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