Speyer Trainer zahlt das Doppelte

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«Speyer.» Sie kosten die Spieler Geld, sorgen für Disziplin, und es gibt sie fast überall. Gemeint sind Strafenkataloge, Geldbeträge für Versäumnisse wie Zu-Spät-Kommen oder Telefonieren in der Kabine. Die RHEINPFALZ begab sich bei den Fußballvereinen der Region auf Spurensuche.

Der FV Berghausen nutzt den Strafenkatalog, um die Mannschaftskasse aufzufüllen. „Es dient dem ganzheitlichen Teil der Ausbildung, sowohl auf als auch neben dem Platz“, sagt Sven Fischer, Spielertrainer des Bezirksligisten. Der Coach im Scherz: „Man muss die Spieler da treffen, wo es ihnen weh tut, also am Geld.“ Doch an der großen Hohl blechen nicht nur die Kicker. Auch das Trainerteam zahlt, beispielsweise bei Rauchen oder Alkohol trinken im Trikot. Diese Strafen belaufen sich dann auf bis zu zehn Euro. Jedoch kann es auch teuer werden. In der Fischer-Elf gibt es auch Geldstrafen von 100 Euro. FV-Dudenhofen-II-Trainer Sascha Weick findet das eher Quatsch: „Die Spieler werden bei uns nicht reich. Also können wir auch keine solch hohen Strafen verlangen“, erklärt der Coach des A-Klassisten. „Jeder achtet auf den anderen. Das sorgt für Disziplin“, weiß der Übungsleiter. Die Abschlussfahrt kann auch einfacher finanziert werden. Weick selbst hatte laut eigener Aussage nie Probleme mit den Strafen: „Ich war ja immer pünktlich, hatte meinen Ball aufgepumpt, und Handys gab es damals auch keine.“ Bei B-Klassist TuRa Otterstadt sind die Strafen den Prämien der Kicker angepasst, erzählt Spieletrainer Manuel Lochbrunner. Der ehemalige Oberliga-Spieler: „Das gab es überall, egal, wo ich war.“ 35 Euro zahlen die Fußballer für unsportliches Verhalten. Die Besonderheit in Otterstadt: Der Trainer selbst legt immer das Doppelte hin. In der A-Jugend des FC Speyer gibt es keinen Strafenkatalog. Der Trainer des Regionalligisten, Benjamin Glump, meint: „Die Jungs sind 18, 19 Jahre alt, gehen zur Schule und bekommen keine Prämien.“ Verbote existieren beim FC also keine. Dafür gibt es Gebote. „Das kann man sich wie einen Verhaltenskodex vorstellen“, teilt Glump mit. Trotzdem sagt er: „Wenn die Jungs einen Strafenkatalog wollen, reden wir darüber.“ JFV Ganerbs C-Junioren spielen in der Verbandsliga. Dort hieß der Trainer in der vergangenen Spielzeit Giuseppe Lentini. Auch bei seinem Team gab es so etwas nicht: „Ich mache das eher aus dem Bauch heraus“, informiert er. Maik Rüffel vom FV Heiligenstein II beantwortet die Frage, ob es in seiner Mannschaft so etwas gibt mit jein. „Das Ganze kommt nicht zur Anwendung, da wir viele Schüler und Studenten im Team haben, die kaum etwas verdienen“, erläutert Rüffel. In Härtefällen wird das Jein aber dann doch zum Ja. „Bei groben Sachen gibt es eine Strafe, aber nicht höher als fünf Euro“, teilt er mit.

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