Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Top-Jahrgang beim Riesling erwartet

Sehr zufrieden: der Dürkheimer Winzer Rolf Bart bei der Lese seiner Trauben.
Sehr zufrieden: der Dürkheimer Winzer Rolf Bart bei der Lese seiner Trauben. Foto: Franck

Die Winzer in und um Bad Dürkheim stecken in der Hauptlese. Die Trauben, die sie in die Keller holen, stimmen sie optimistisch, dass 2019 ein sehr guter Jahrgang wird – vor allem für den Riesling. Einen Wermutstropfen gibt es aber doch.

„Es macht Spaß derzeit“, sagt der Dürkheimer Winzer Jochen Schmitt mit Blick auf die Weinlese. Die Mostgewichte seien gut und die kühlen Nächte sorgten für ausreichend Säure in den Trauben. „Es ist ein bisschen so, wie ich gehofft habe: 2018 war ein toller Rotweinjahrgang und 2019 könnte ein guter bis sehr guter Jahrgang gerade für den Riesling werden“, erklärt Schmitt. Sein Betrieb habe bereits Mitte September mit der Hauptlese begonnen, Sauvignon Blanc oder Spätburgunder aus seinen Leistadter Lagen seien bereits im Keller. Der Spätburgunder liege ganz im aktuellen Trend des minzigen, frischen und kühleren Pinots, verrät Schmitt. In dieser Woche begann er mit der Lese in seinen Top-Rieslinglagen. „Die Trauben sollen ja auch nicht überreif werden“, sagt er.

Einen Wermutstropfen gibt es aber doch: Die Erträge fallen geringer aus als 2018. Sie seien vergleichbar mit denen des Jahres 2017, sagt der Wachenheimer Winzer Jürgen Zimmermann. Auch er erwartet einen „Top-Rieslingjahrgang“. „Die Qualität der Trauben ist super, wir müssen kaum etwas wegsortieren“, berichtet er. Etwa zwei Drittel seiner Rebfläche sind mit Riesling bestockt. Die Trauben sind reif, daher gebe es keinen Grund, mit der Lese zu warten.

Was Zimmermann allerdings auffällt: Gerade in den Lagen zwischen Bad Dürkheim und Wachenheim sei die Trockenheit gravierend. „Seit 14 Monaten liegen wir dort im Defizit, die Böden zeigen Trockenstress“, sagt Zimmermann. Eine Folge: die Beeren liefern weniger Saft. Zwischen Wachenheim und Forst sehe es dagegen besser aus. Bis Anfang Oktober will der Wachenheimer Winzer „das allermeiste“ gelesen haben.

Frische, fruchtige Weine will Winzer Rolf Bart produzieren, deshalb wartet er auch nicht auf sehr hohe Mostgewichte. „13 Volumenprozent Alkohol sind fast schon zu viel, deshalb muss man früher ernten“, sagt der Dürkheimer vom Weingut Gebrüder Bart. Entsprechend steckt er Mitte September schon mittendrin in der Hauptlese-Phase, hat auch schon angefangen den ersten Riesling „reinzuholen“, der die wichtigste Rebsorte seines Weinguts ist.

Mostgewichte von 80 Grad Oechsle hätten die Trauben gehabt, die Bart ernten ließ. „Das reicht für einen Kabinett-Wein, er wird aber bei uns als Qualitätswein in der Literflasche verkauft“, erzählt er. Die Menge sei etwas geringer als im vergangenen Jahr, als sowohl hohe Mostgewichte als auch große Mengen erzielt werden konnten. „Die Trauben sind kleiner, weil der Fruchtansatz geringer war“, erzählt er. Der Fachmann spricht hier von „Verrieselung“. Bart nimmt diese Befruchtungsstörung nicht allzu tragisch. „Die Natur hat jetzt eben durch die Trockenheit im vergangenen Jahr einen Gang zurückgeschaltet“, so seine Erklärung.

„Jetzt wird gerade alles gleichzeitig reif, da hat man die Qual der Wahl“, sagt Rainer Gehrig, Winzer aus Weisenheim am Sand, der ebenfalls auf eine zügige Lese setzt. Denn die Mostgewichte steigen hoch an und sind laut Gehrig „annähernd so wie im vergangenen Jahr“. „Die Burgunder-Trauben haben bereits 90 Grad, die müssen jetzt rein“, meint er.

Die Qualität der Trauben sei sehr gut, er hat nur etwas Sonnenbrand und kleine Fäulnisnester ausgemacht. „Das ist aber gering.“ Sauvignon Blanc mit einem Mostgewicht von 85 bis 90 Grad Oechsle hat er schon gelesen. „Der hat ein schönes Aroma“, ist Gehrig zufrieden. In dieser Woche soll mit der Lese des Rieslings begonnen werden, der derzeit 80 Grad Oechsle hat. Mehr als 90 Grad soll er nicht haben, findet Gehrig. Schließlich brauche man gerade beim Riesling noch gute Säurewerte.

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