Speyer
Timos Woche: Das große Ganze
Nachkriegszeit: Besonderer Blickwinkel
Speyer ist voller interessanter Persönlichkeiten. Der Lebensweg von Marga Fedder zum Beispiel, die ihre Kindheit in den Nachkriegswirren des Zweiten Weltkriegs verbracht hat, ist beeindruckend. Besonders nachdenklich gemacht hat mich, wie unterschiedlich der Blickwinkel der Generationen doch ist. Als sie mir von ihrer Kindheit erzählte, hörte ich aufmerksam zu und versuchte, zu begreifen. Zu begreifen, was es heißt, voller Entbehrungen zu leben. Es fällt nicht leicht, das zu verstehen, wenn man es nicht erlebt hat. Doch gerade deswegen sind Zeitzeugenberichte so wichtig, weil sie uns bei den alltäglichen Problemen vor Augen führen, wie viel unser Leben in Freiheit, Frieden und Wohlstand doch eigentlich wert ist.
Astronaut: Besonderes Ziel
Diese Voraussetzungen ermöglichen wiederum weitere interessante Lebenswege. Wie den von Timo Martens, der sich der Forschung verschrieben hat und als Astronaut ins All möchte. Ein Kindheitstraum, den wohl viele hegen, aber nur wenige so lange weiterverfolgen. Er will Kindern und Jugendlichen von seinem Weg erzählen und sie motivieren. Noch ist er nicht am Ziel, hat aber schon viel dafür getan. Man sagt ja auch, dass unsere alltäglichen Probleme aus dem Weltall ganz klein wirken. Wenn irgendwann einmal die Rakete mit Astronaut Martens an Bord abhebt, wird er mir bestimmt von seinen Eindrücken berichten.
Wilder Müll: Besonders unnötig
Was man vom Weltall garantiert nicht sieht, ist wilder Müll. So ein paar Bauschutthaufen wirken kilometerweit über der Erdoberfläche kaum der Rede wert. Wer etwas näher steht, im Rinkenbergerhof zum Beispiel, kann eigentlich nur den Kopf schütteln über die dort auf einem Feldweg Anfang der Woche abgeladenen Steinreste. Es ist noch nicht allzu lange her, da haben fleißige Freiwillige die Stadt am Dreck-weg-Tag ein ganzes Stück sauberer gemacht. Zum Glück war auch der Dreck am Rinkenbergerhof schnell wieder entsorgt. Nötig ist sowas aber ganz sicher nicht.
Auszahlung: Besonders glücklich
Mensch, was hatten wir in der Redaktion diese Woche wieder Glück. Der Präsident der United Bank würde uns zwei Millionen Euro auszahlen, einfach so. Eine Entschädigung, für was auch immer. Dafür müssten wir nur einen läppischen Betrag im dreistelligen Bereich für die Versandkosten berappen und einer von uns müsste seinen Personalausweis rüberbeamen. Sonst noch Wünsche? Nein? Dann stell’ ich mal den Sekt kalt und lösche die Anfrage aus dem Mailpostfach.
Zugstrecke: Besonders attraktiv
Die Pendler auf der Zugstrecke Richtung Schifferstadt können ein bisschen aufatmen. Wochenlang waren sie auf Ersatzbusse angewiesen. Die mehrwöchige und für den einen oder anderen sicherlich nervenaufreibende Sperrung der Strecke ist nach Bauarbeiten vorbei. Immerhin verfügt der Abschnitt nicht über einen für Dachse so attraktiven Bahndamm wie Gleisabschnitte in der Südpfalz, wobei inzwischen nicht mehr ganz klar zu sein scheint, die Bauten welcher Tiere wirklich für Streckensperrungen gesorgt haben. Und falls doch einmal wieder ein Zug zu spät kommt, hilft nur durchatmen und den Blick aufs große Ganze zu richten. Oder vielleicht ein Flug ins Weltall.