Speyer Tierschützer hoffen auf ruhigere Zukunft für Russenweiher-Schwäne
Am Freitag hatte die Stadt noch gewarnt, dass die Schwanenfamilie vom Russenweiher „umgesiedelt“ werden müsste, falls sie sich dort weiterhin gestört fühlt. Am Samstag war es soweit: Tierschützer und die Feuerwehr haben sie am Morgen zu einem Wasserlauf „in Richtung der Rheinauen“ geleitet. Die Polizei sperrte die Straße ab. Die Hoffnung ist nun, dass das Paar seine fünf Küken in einer ruhigeren Umgebung aufziehen kann als am Russenweiher.
Unterstützend vor Ort war Martina Chane vom Frankfurter Verein „Projekt Oase – Mensch und Tier im Einklang“ zusammen mit örtlichen Helfern um Brigitte Manges. „Die Tiere hatten sich nicht im Wohngebiet verirrt“, sagt Chane im RHEINPFALZ-Gespräch mit Verweis auf Berichte aus der vergangenen Woche, wonach die Tiere von der Feuerwehr zum Russenweiher zurückgeleitet worden waren. Die Feuerwehr sei eine große Hilfe gewesen. Das Grundproblem am Russenweiher könne sie jedoch nicht beseitigen: dass viele Passanten, auch mit Hunden, den Tieren zu nahe kämen, worauf diese gerade kurz nach der Brut sehr empfindlich reagierten. Einer der Schwäne habe sich zum Beispiel bei einem bestimmten Hund regelrecht panisch verhalten, so Chane, die am Weiher übernachtet hat, um die Situation im Auge zu behalten, wie sie sagt.
Wiese als „Wohnzimmer“
„Man muss die Tiere nicht geleiten, sondern nur begleiten. Sie wissen ganz genau, wo sie hinwollen“, sagt die Frankfurterin. Der Altrhein- und Auwaldbereich könnte sich für sie wesentlich besser eignen als der Russenweiher. Sie schließt aber auch nicht aus, dass die Tiere dorthin zurückkehren. Dann gehe es nur mit besonderer Rücksichtnahme. „Die Küken wollen auch raus aus dem Wasser, und die Wiese ist dann ihr Wohnzimmer. Das kann für ihre Mutter total anstrengend werden.“