Speyer Teurer Defi auch in Stadt verkauft
Die Geschichte eines „teuren“ Defibrillators spielt nicht nur in Dudenhofen. Mindestens ein Kapitel wird auch in Speyer geschrieben. Wie Brigitte Reinle, Geschäftsführerin der Reinle Bau GmbH in Speyer, unter Bezugnahme auf die Berichterstattung in der RHEINPFALZ („Unternehmer fühlen sich belästigt“, Ausgabe vom 30. Dezember) mitteilte, hat auch ihr Unternehmen einen Vertrag mit der Firma Defimed abgeschlossen. Vertragsabschluss war im November vorigen Jahres.
Das Gerät, das Leben retten kann, sollte laut Vertrag im Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium angebracht werden. Mysteriös ist es nach ihrer Darstellung schon kurz nach dem Besuch des Firmenvertreters geworden. „Entgegen unseres Vertrages wurde uns im November anstelle von 200 Euro ein Betrag in Höhe von 300 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer abgebucht. Nach Rückfrage hieß es, das wäre aus steuerlichen Gründen so gehandhabt worden“, schildert die Unternehmerin die Situation. Im Vertrag, den der Firmenvertreter beim Besuch bei Reinle Bau vorgelegt habe, habe zudem ein Passus gestanden, wonach sich die damit eingegangene Zahlungsverpflichtung über drei Jahre nach Ablauf dieser Laufzeit nochmals um drei Jahre verlängere. „Das hat der Mann zwar vor Unterzeichnung durchgestrichen, aber ich habe auf die Berichte in der Zeitung hin unseren Vertrag noch einmal ordentlich gekündigt“, sagte Reinle gestern. Sie sei überzeugt, dass noch weitere in Speyer ansässige Unternehmen davon betroffen seien. Wie berichtet, war Dudenhofener Unternehmen kurz vor Weihnachten von der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen empfohlen worden, ihre Verträge aus dem Jahr 2014 mit der Firma Defimed genau zu überprüfen und gegebenenfalls zu kündigen. Defimed hatte damals Geld eingesammelt, um einen Defibrillator im Rathaus zu installieren. Die Verwaltung hatte die Firma dafür mit einem Empfehlungsschreiben ausgestattet – ohne zu wissen, dass Defimed über 15.000 Euro für das Gerät und eine Hinweistafel mit Anzeigen eingesammelt hatte, ein Defibrillator aber gerade mal 2000 Euro kostet. Das „Schwerd“ war gestern wegen der noch andauernden Weihnachtsferien nicht zu erreichen. (ell)