Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Testen, Impfen, Intensivstation: So sieht die Corona-Lage aus

Vincentius-Krankenhaus: Hier hat sich eine Mitarbeiterin mit der Delta-Variante infiziert.
Vincentius-Krankenhaus: Hier hat sich eine Mitarbeiterin mit der Delta-Variante infiziert.

Fragen & Antworten: In dieser Woche haben vor allem die Corona-Tests für Diskussionsbedarf bei der Pandemie-Bekämpfung in Speyer gesorgt. Während manche Einrichtungen schließen, bleiben andere geöffnet – für wie lange genau, ist jedoch fraglich. Mit Gerüchten wurde jetzt aber aufgeräumt.

Kosten Schnelltests jetzt Geld?
Die Testungen bleiben für die Bürger kostenlos. Geändert hat sich mit der neuen Testverordnung des Bundes zum 1. Juli jedoch die Höhe des Betrags, den die Teststation über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz abrechnen kann. Er fällt künftig kleiner aus: für das Testkit gibt es pauschal 3,50 Euro, weitere 8 Euro für den Abstrich und die Ausstellung des Testergebnisses.

Machen die Schnellteststationen jetzt zu?
Das ist noch unklar. Der geringere Abrechnungsbetrag für das Testen könnte dazu führen, glaubt Stadtfeuerwehrinspekteur Peter Eymann. „Die privaten Anbieter werden das frei entscheiden“, sagte er am Donnerstag in einem Pressegespräch. Er wisse etwa, dass die Schnellteststation an der Ecke Landwehrstraße/Wormser Landstraße schließen werde. Die acht Schnellteststationen, die mit der Stadt Speyer kooperieren, bleiben laut Eymann mindestens den Juli über geöffnet. „Wie es im August weitergeht, dafür ist Mainz zuständig“, verweist er auf das Landesgesundheitsministerium.

Wer führt einen PCR-Test durch und wer zahlt dafür?
Hier wird es kompliziert, denn es kommt darauf an, welche Art von Kontakt eine Person mit dem Coronavirus gehabt hat. Die Stadtverwaltung deutet die neue Testverordnung des Bundes so, dass Personen mit Covid-19-Symptomen – also etwa Husten oder Fieber – für einen Rachenabstrich zum Hausarzt gehen müssen. Kontaktpersonen ohne Symptome, die innerhalb der vergangenen zehn Tage einer Person mit bestätigter Corona-Infektion begegnet sind, müssen ebenfalls für einen PCR-Test zum Hausarzt oder ins „Vincenz“. Die Kosten für den Test übernimmt die KV. Reiserückkehrer wiederum müssen laut Dr. Cornelia Leszinski, Ärztliche Direktorin am St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer, ihren PCR-Test selbst bezahlen. Für alle anderen Personengruppen sind keine PCR-Tests vorgesehen. Sie sollen laut Testverordnung zunächst einen PoC-Antigentest machen.

Was passiert mit dem Abstrichzentrum in der Halle 101?
Auch das ist noch unklar. Wie berichtet, ist das PCR-Testzentrum seit 1. Juli geschlossen. Grund dafür ist unter anderem die auslaufende Finanzierung durch den Bund. Wie Cornelia Leszinski vom „Vincenz“ aber mitteilt, hat das Krankenhaus zu diesem Stichtag auch die Berechtigung als „Fieber-Ambulanz“ verloren. Das heißt: Symptomatische Personen mit Verdacht auf eine Corona-Infektion dürfen dort nicht mehr abgestrichen und ihre Proben ins Labor geschickt werden. Sowohl Stadt als auch Krankenhaus wollen das PCR-Angebot in Speyer jedoch aufrechterhalten und suchen aktuell nach einer Lösung. „Wir glauben nicht, dass die Hausärzte neben dem Impfen und mit vielleicht im Herbst steigenden Corona-Zahlen das auch noch stemmen können“, so Leszinski. Zusammen mit der Stadt sei man auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten, in denen kurzfristig ein neues Abstrichzentrum eingerichtet werden könnte. „Dafür wären wir bereit“, so Leszinski. Sie habe Informationen aus Mainz erhalten, dass sich in puncto PCR-Tests bald Neuerungen ergeben könnten.

Wie ist die Situation in den Speyerer Krankenhäusern?
Eine Mitarbeiterin des Speyerer St.-Vincentius-Krankenhauses hat sich mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert. Das teilte die Ärztliche Direktorin Leszinski mit, nachdem es Gerüchte über einen Ausbruch gegeben habe. Die Frau aus dem Rhein-Pfalz-Kreis habe im Januar ihre Corona-Zweitimpfung bekommen und sich nun „im familiären Umfeld“ angesteckt. „Etliche Mitarbeiter“ des Krankenhauses seien in Quarantäne geschickt worden, auch vollständig Geimpfte. Kontaktpersonen und Patienten seien auf eine Infektion hin getestet worden – „bisher alle negativ“, so Leszinski. Der Mitarbeiterin geht es laut Krankenhaus „den Umständen entsprechend gut“. Im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus wird laut einer Sprecherin ein Covid-Patient auf der Normalstation versorgt. Aus dem „Vincenz“ wurden die Zahlen am Donnerstag nicht gemeldet.

Lassen Speyerer immer noch Impftermine platzen?
„Ja, das hat sich leider nicht geändert“, teilte Peter Eymann mit. Bereits vergangene Woche berichtete er von bis zu 30 Prozent geplatzten Terminen pro Tag. Er appelliert: „Wenn Sie bereits geimpft wurden, stornieren Sie bitte Ihren Termin und lassen Sie sich bei uns vor Ort von der Nachrückerliste nehmen.“ Die gute Nachricht aus der Stadthalle: Die Nachrückerliste vom Land sei fast abgearbeitet, wer sich jetzt für einen Impftermin in Speyer registriere, könne in den nächsten Tagen zum Impfen vorbeikommen.

Wie sehen die Fallzahlen aus?
Das Landesuntersuchungsamt hat von Mittwoch auf Donnerstag keine Neuinfektionen für Speyer gemeldet. Der Inzidenzwert liegt bei 2,0.

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