Speyer Tapinoma magnum: Invasive Ameisenart befällt Wohngebiet

Hügelland: Große Erdarbeiten wie hier in der Straße Am Rosensteiner Hang zählen zu den Merkmalen der Großen Drüsenameise.
Hügelland: Große Erdarbeiten wie hier in der Straße Am Rosensteiner Hang zählen zu den Merkmalen der Großen Drüsenameise.

Die aus dem Mittelmeerraum stammende, invasive Ameisenart Tapinoma magnum ist nun auch in Speyer nachgewiesen worden. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage bestätigt, wurde ein Vorkommen der sogenannten Großen Drüsenameise in der Straße Am Rosensteiner Hang entdeckt. Dort deuten zahlreiche Sandanhäufungen zwischen den Fugen der Gehwegbefestigung auf die Anwesenheit der Zuwanderin hin, die für ihre umfangreichen Erdarbeiten bekannt, aber auch gefürchtet ist. Denn die Tiere können Pflaster unterhöhlen, Kurzschlüsse in Stromkästen verursachen, sich in Dämmungen einnisten und auch in Wohnhäuser eindringen. Vor allem in der Südpfalz und entlang der Weinstraße sorgt diese Art Ameisen für Verdruss.

Anwohner im Wohngebiet Oberkämmerer berichten von einem sich rasch ausbreitenden Befall auch der benachbarten Rietburg-, Maxburg- und Trifelsstraße. Weil sich ihre einzelnen Kolonien nicht gegenseitig bekriegen, bildet Tapinoma magnum gigantische Superkolonien mit Tausenden von Königinnen. „Eine wirksame Bekämpfung ist kaum möglich“, urteilt der Speyerer Schädlingsbekämpfer Hansjörg Hess: „Man kommt nicht an alle Königinnen heran.“ Auch gelinge eine Eindämmung der Plage nur, wenn alle Grundstückseigentümer eines betroffenen Gebiets mitmachen würden, „sonst kann man das vergessen“. Hess rät zum Verstreuen des natürlichen Produktes Kieselgur, das die Panzer der Ameisen austrockne. Auch heißes Wasser könne helfen, töte aber lediglich die Tiere in Nähe der Oberfläche. Die tief im Erdboden liegenden Nester würden dadurch nicht erreicht.

Welche invasive Tierarten sich in Speyer und der Region breitmachen, lesen Sie hier.

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