Speyer Stundenlang auf der Fährte

Stefan Weschler aus Dudenhofen ist ein in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg anerkannter Schweißhundeführer: Seine Tiere Chico, Bara und Felix kommen, wenn die Jagd vorbei ist und ihr Herrchen gebeten wurde, mit ihnen nach „krankem“ Wild zu suchen.
Drei Bayerische Gebirgsschweißhunde gehören Stefan Weschler, ein Jüngling und zwei bereits routinierte Vierbeiner. Felix ist erst sieben Monat alt und Bara acht Jahre. Chico ist mit seinen zehn Lenzen im wahren Wortsinn ein erfahrener Hund. Das Trio ist spezialisiert auf das Suchen und Finden von angeschossenem oder angefahrenen Wildschweinen, Rot-, Dam- und Muffelwild. „Wir kommen, um diese Tiere von ihrem Leid zu erlösen“, sagt Weschler. Dann, wenn der Büchsenschuss nicht tödlich war oder sich das Tier nach einem Verkehrsunfall noch wegschleppen konnte. Schweißhunde sind nach einer Ausbildung von drei bis vier Jahren dazu geeignet, stundenlang auf der Fährte des „kranken“ Wildes zu bleiben und sich nicht durch kreuzende unversehrte Tiere, so genannte „Gesundfährten“, irritieren zu lassen. Seine bemerkenswerteste Leistung hat der 47-jährige Dudenhofener dabei mit Chico, seinem erfahrensten Begleiter, erbracht: Die erfolgreiche Suche über mehrere Kilometer nach einem Wildschwein, überwiegend durch Dickicht und unter Wingertszeilen hindurch. Besonders für Weschler war das eine „sehr anstrengende Sache“. Für Polizeiarbeit, etwa bei der Suche nach vermissten Personen, seien seine Vierbeiner aber nicht geeignet, sagt Weschler. „Schweißhunde sind dafür nur nach einem speziellen ,Manntraining′ einsetzbar.“ Den Schweißhunden gelingt es, sich ausschließlich auf die Spur des verfolgten Tieres zu konzentrieren. „Sie nehmen auf der unsichtbaren Fährte den vom Adrenalinschub des verwundeten Wildes ausgelösten Geruch wahr“, sagt Weschler über das einzigartige Vermögen dieser Hunderasse. Mehr als 100 Einsätze hat Chico schon hinter sich. Mit dieser Routine merkt der Vierbeiner auch schnell, wenn die Suche aussichtslos wird und das Wild nicht wie vermutet „krank“ ist. „Dann läuft er einfach nicht weiter“, sagt Weschler. Er wisse dann, dass Chico recht hat: „Das Vertrauen zwischen Hund und Herr beruht auf Gegenseitigkeit.“ Vollständig ausgebildete Tiere wie Chico und Bara sind wertvoll. Stefan Weschler: „Ich würde sie nie verkaufen. Für mich sind sie einfach unbezahlbar.“ (wk)