Speyer Studio zur Rennstrecke umfunktioniert

Im Fernsehstudio: Martin Müller präsentiert einen „Dr!ft“-Flitzer, während die Gewinner im Hintergrund ihren Sieg feiern.
Im Fernsehstudio: Martin Müller präsentiert einen »Dr!ft«-Flitzer, während die Gewinner im Hintergrund ihren Sieg feiern.

Pünktlich um 11.15 Uhr startet der Speyerer Fanbus mit knapp 30 Personen am Guido-Stifts-Platz. Eine weitere Gruppe setzt sich in Pforzheim in Bewegung, sodass Müller am Abend in Köln von 65 Familienmitgliedern, Freunden und Mitarbeitern angefeuert wird. Er ist mit seiner Frau schon vorgereist, aber sein Produkt, um das es in der Show geht, per Smartphone gesteuerte Rennautos, ist im Bus Thema bei fast allen, die sich nicht mit Lesen oder Musik hören ablenken. Unter anderem werden mögliche „Updates“ für die Flitzer diskutiert. Dass viele der mitgereisten Fans bereits ihr Rennauto besitzen, zeigt sich bei der Ankunft: Der Eingangsbereich des Studios wird kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert. Ein glatter Boden, ein Parcours mit kleinen Hindernissen aus Pappe und ein Lautsprecher für die richtigen Soundeffekte – was braucht man(n) mehr? Aber auch bei den weiblichen Mitreisenden sind die kleinen Renner beliebt, und der ein oder andere neue Designvorschlag wird gemacht. „Angesprochen werden soll jeder, der sich für Autos interessiert und Spaß daran hat, damit zu spielen“, so Sahrah Illerhaus, Mitarbeiterin in Müllers Speyerer Firma „Sturmkind“. Sie ist wie ihre Kollegen von der Idee begeistert. „Es ist der Wahnsinn, und es ist einfach toll zu sehen, mit welcher Leidenschaft die Idee umgesetzt wurde“, so Sata Roesgaard, die seit Ende Dezember bei Sturmkind arbeitet. Während sich die Fans für die Finalshow stärken, bereitet sich der 42-jährige Müller in der Probe im Studio auf seinen späteren Auftritt vor. 20.15 Uhr. Die acht Finalisten präsentieren sich nun in zwei Vorrunden mit je vier Erfindern der Jury und dem Publikum. „Die Idee ist aus einem Traum heraus entstanden – die Faszination des Motorsports immer und überall erleben zu können“, wirbt Müller. Er muss heute im Wettkampf gegen Erfinder mit so kuriosen Ideen wie einem tropffreien Trichter, einem Teller aus Laubblättern oder einer Zehn-Sekunden-Zahnbürste überzeugen. Gespannt warten die Speyerer Fans auf den Werbespot zu „Dr!ft“, der gleich erstmals gezeigt wird. Die Jurymitglieder Lena Gerke (Model), Joko Winterscheidt (Moderator) und Hans-Jürgen Moog (Rewe-Einkaufschef) können noch ihre finalen Tipps abgeben – die Entscheidung für das „Ding des Jahres“ treffen an diesem Tag die Zuschauer daheim. Um kurz vor 23 Uhr stehen die „Faltos-Autoanhänger“ von Ullrich Müller als Sieger fest. Er erhält einen Millionen-Werbevertrag. Richtiger Nach-, falscher Vorname: Martin Müller aus Speyer ist als einer von Vieren schon in Runde eins des Finales ausgeschieden. Es haben nicht genügend Leute für ihn und seine Rennautos angerufen. Gewonnen hat er trotzdem – da sind seine Fans überzeugt: „Natürlich wäre die Werbekampagne cool gewesen, aber die Nachfrage wird weiter wachsen und die Erfindung an Bekanntheit gewinnen“, sagt Sven Fretz auf der nächtlichen Rückfahrt. Er hat das Team in den vergangenen Monaten unterstützt. „Es gibt viele neue Ideen und Innovationen, die in der Zukunft umgesetzt werden sollen, und unser Ziel ist es, dass ,Dr!ft’ es schafft, die Leute so zu begeistern, wie es uns fasziniert“, sagt er. Er ist der Meinung, dass alleine die Teilnahme an der Show einen Mehrwert für jeden einzelnen Erfinder hatte. Sturmkind hat das schon nach Müllers erstem Auftritt in der Vorrunde gemerkt, der am 9. Februar im Fernsehen gezeigt wurde: Damals wurde innerhalb von nur 24 Stunden ein Umsatz von 400.000 Euro gemacht. Sowohl das Publikum, als auch die Jury waren von seiner Idee begeistert. Die Mitarbeiter arbeiten seitdem daran, die unzähligen Mails und Facebook-Nachrichten zu beantworten. „Wir haben natürlich versucht, uns so gut es geht auf einen Ansturm vorzubereiten, aber damit hätten wir nicht gerechnet“, sagt Illerhaus. Der Rückstau, der bei der Lieferung wegen der großen Nachfrage entstand, werde allerdings weitgehend akzeptiert. Auf der Rückfahrt ist die Aufgabenliste, die nach der zweiten Show sicher nicht kürzer werden wird, nachrangig: Viele im Bus schließen die Augen bis zur Rückkehr in die Pfalz in den frühen Morgenstunden ...

x