Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Stilblüten-Rückblick: Mit der Transe auf der Beziehungswiese

Mängelberichte bei der St(r)andkontrolle.
Mängelberichte bei der St(r)andkontrolle.

Corona hier, Corona da – zum Jahreswechsel wollen wir den Lesern etwas Erholung vom allgegenwärtigen Thema bieten und haben wieder mal gesammelt, was dieses Jahr fast – aber nur fast – an lustigen Buchstabendrehern und sonstigen Stilblüten erschienen wäre.

Gut, die Ankündigung, dass hier Corona-freie Zone ist, war vielleicht etwas übereilt. Denn selbstverständlich sind auch Texte, in denen es um die Pandemie und ihre Folgen geht, nicht vor sprachlichen Ausrutschern gefeit. Und dieser hier ist es doch wert, noch einmal präsentiert zu werden: „Vor dem Clubhaus, am Platzbelegungssystem und in den Toiletten stehen Infektionsmittel bereit“, hieß es um ein Haar in einem Text über den Tennisclub in Dudenhofen. Unser Redakteur gab den Dudenhofenern einen Vertrauensvorschuss und setzte ohne weitere Recherche ein „Des-“ vor das unhygienisch daherkommende Wort.

Das soll’s nun aber auch schon gewesen sein mit Corona-Stilblüten. Kommen wir also zur Rubrik „Was passieren kann, wenn der Finger auf dem Keyboard um eine Taste daneben haut.“ Ein schönes Beispiel liefert hier der Satz „Schließlich fanden sich mehr als 70 Traktoren (...) in Dudenhoden ein“.

Manchmal Buchstabe vergessen

Manchmal – und dazu braucht er nicht einmal ausgeprägte Wurstfinger zu haben – erwischt der Schreiber auch zwei Tasten auf einmal. Das scheint jedenfalls dem diensthabenden Polizisten passiert zu sein, der in dem Bericht über eine Schulwegkontrolle folgenden Satz unterbrachte: „Im Rahmen einer Strandkontrolle in der Auestraße zur Mittagszeit stellte die Polizei fünf Mängelberichte aus.“

Und besonders bei Schnellschreibern gefürchtet sind natürlich jene Fälle, wenn ein Buchstabe zuerst getippt wird, der doch eigentlich erst später kommen soll. So ist das mutmaßlich bei der „beziehungswiese“ passiert, die beinahe in einem Text auf der Sportseite aufgetaucht wäre. Wer hätte gedacht, dass Ringer eine romantische Ader haben und sich zu Schäferstündchen im Grünen verabreden?

Und manchmal werden Buchstaben schlicht vergessen, was auch schöne Bilder im Kopf hervorrufen kann, so etwa im Satz: „Der vollbärige Verkäufer wird doch nicht ein Fan des FC Everton aus der Stadt am Mersey sein?“

Fast „Kindergrippenfeier“ angekündigt

Hin und wieder schleicht sich auch ein falscher Buchstabe ein, wenn ein Wort einfach nicht so geläufig ist. Wissen Sie zum Beispiel, was eine Trense ist? So wird ein Bestandteil des Zaumzeugs für Pferde bezeichnet. Wir hoffen jedenfalls, dass die Autorin eigentlich dieses Wort meinte, als sie schrieb: „Ohne Sattel und Transe zu reiten, ganz natürlich also, ist (...) gang und gäbe.“

Man weiß es doch eigentlich besser und schreibt’s trotzdem falsch. Das ist dem Autor passiert, als er fast die „Kindergrippenfeier“ in Harthausen ankündigte. Auch wenn wir eigentlich mit dem Thema durch waren: Klingt irgendwie nach Corona-Party, oder?

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, die deutsche Sprache ist auch für uns Journalisten voller Tücken. Aber da geht es uns ja wie den meisten, einschließlich der Sportler. Das beweist der Satz, mit dem dieser kleine Rückblick enden soll und bei dem unser Sportredakteur beim Redigieren nicht nur geistige Präsenz zeigte, sondern auch als Retter des Präteritums glänzte: „Die offensivere Gangart sorgte für mehr Präsens im gegnerischen Strafraum.“

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