Speyer
Stiftungen: Sparkasse will Treuhänder sein
„Wir sind keine klassische Stiftung, sondern eine Treuhand-Stiftung“, erklärt Generationsmanager Ingo Kattengell von der Sparkasse Vorderpfalz. Er ist neben Marcus Laubscher Mitgründer der seit 2011 bestehenden Stiftergemeinschaft Sparkasse Vorderpfalz. Anders als bei einer rechtsfähigen Stiftung werde dabei das Stifter-Vermögen an die Sparkasse als Träger übertragen und dort im Sinne des Stifters betreut. Das Besondere daran sei, dass die Sparkasse bereits über die nötige Infrastruktur verfüge: „Die meisten, die etwas Gutes tun wollen, wollen sich nicht mit der Bürokratie beschäftigen und sich das Finanzamt aufhalsen“, so Kattengell. Die Treuhand-Stiftung wolle daher „in erster Linie für die Kunden den Weg erleichtern“.
„Den Kunden beziehungsweise Stiftern geht es hauptsächlich darum, Projekte in der Region unterstützen“, berichtet Kattengell. Einer der größten Profiteure aus den Vermögenserträgen sei das Tierheim Speyer. Die Sparkasse selbst mit Zentrale in Ludwigshafen und Hauptstelle in Speyer profitiere ebenfalls durch die Stiftergemeinschaft, insbesondere durch deren Auftritt nach außen.
Unterstützung von regionalen Projekten
Bisher seien rund 80 Unterstiftungen gelistet. Der Vermögen betrage insgesamt 13,265 Millionen Euro und habe zuletzt 4,08 Prozent Rendite verzeichnet, berichtet Kattengell. Eine Unterstiftung könne jeder ab 10.000 Euro einrichten und seinen eigenen gemeinnützigen Zweck definieren. Dabei gebe es zwei Wege: eine Namensstiftung oder eine Themenstiftung. Wofür sich ein Kunde entscheidet, hänge oft davon ab, ob er langfristig seinen Namen mit der Stiftung verbinden möchte oder ob – wie es häufig bei kulturbezogenen Themen der Fall sei – der Stiftungszweck über Generationen hinweg in den Vordergrund gestellt werden soll, so Kattengell. Er selbst empfinde die Aufgabe des Generationen-Managements als „dankbares Thema, weit weg vom sonstigen Bankgeschäft“.
„Wir sind gespannt wie viel Interesse es gibt, aber auch, worauf andere Stiftungen ihren Schwerpunkt legen“, sagt Kattengell über den Stiftungstag. Er kennt sich auch mit den eigenen Stiftungen der Sparkasse aus. Diese ist 2013 aus dem Zusammenschluss der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, der Kreissparkasse Rhein-Pfalz sowie der Sparkasse Vorderpfalz Ludwigshafen-Schifferstadt hervorgegangen. Dabei wurden fünf Stiftungen der Vorgänger-Institute mit einem Stiftungskapital von insgesamt 20,4 Millionen Euro unter einem Dach vereint. Die Gemeinsamkeit: Es werden jeweils lokale und regionale Projekte unterstützt. „Damit übernimmt die Sparkasse Vorderpfalz mit ihren Stiftungen große Verantwortung für die Region“, so das Institut.
Eine der fünf Stiftungen die Stiftung der ehemaligen Kreis- und Stadtsparkasse Speyer. Sie wurde 1995 gegründet und ist mit 2 Millionen Euro ausgestattet. Die Profiteure kommen aus Speyer und dem südlichen Rhein-Pfalz-Kreis und sind in ganz unterschiedlichen Bereichen aktiv. Vorne auf der Liste: Bildung, Soziales, Sport Kultur.
Die Serie
Die RHEINPFALZ stellt die Stiftungen, die sich am 1. Speyerer Stiftungstag am 1. Oktober, 16 bis 20 Uhr, in der Stadthalle beteiligen, in dieser Serie vor. Wie engagieren sie sich für die Gesellschaft? Dabei handelt es sich nicht um alle Speyerer Stiftungen, sondern um einen beispielhaften Ausschnitt aus einer vielschichtigen Landschaft.