Speyer Sterntaler-Kinder haben ein neues Haus

. Viele Gäste haben sich gestern bei brütender Hitze zur Eröffnung des neuen Pflegehauses in Dudenhofen eingefunden. Wie wichtig das Kinderhospiz Sterntaler für sie war und ist, berichtete das Ehepaar Sinn den Mitarbeiter, Sponsoren und Politikern bei der Feierstunde. Sie hatten mit ihrem mittlerweile verstorbenen Sohn Julian Erholungszeiten im Kinderhospiz verbracht. „Für uns ist der Ort mit vielen schönen und bleibenden Erinnerungen verbunden“, sagten die Eltern: „Wir sind dankbar, dass unsere Familie hier Hilfe erfahren hat, und wünschen vielen weiteren Eltern und Familien, dass sie diese erfahren.“ Das Kinderhospiz Sterntaler eröffnete im Herbst 2009 mit drei Pflegeplätzen – der große Wunsch war immer, dass es einmal mehr werden. Seit gestern ist das so. Im neuen, hellen Haus am Woogbach riecht es nach Holz und frischer Farbe. Am Tag vor der Eröffnung waren die Handwerker noch schwer am Schaffen, berichtete Sterntaler-Mitarbeiterin Kirsten Plesse, die im Sterntaler-Büro in Mannheim arbeitet und an diesem Tag die Fragen der Besucher beantwortet. Plesse, selbst Mutter eines vor zwei Jahren verstorbenen Sohnes, ist glücklich zu sehen, dass mit dem Ausbau „auch andere Mütter die Unterstützung kriegen, wie ich sie damals hatte“. Die Zimmer im neuen Pflegehaus sind lichtdurchflutet, mit hellen Holzmöbeln und netten Accessoires ausgestattet, in den Räumen stehen unterschiedliche Pflegebetten. Die Bäder sind auf die Bedürfnisse der schwerstkranken Kinder zugeschnitten: Man kann sie mit Rollstühlen und Duschliegen befahren. Im Erdgeschoss gibt es ein Abschiedszimmer, das man auf zwölf Grad kühlen kann. Für die Eltern sei es sehr wichtig, in Ruhe Abschied nehmen zu können, erklärte ein Sterntaler-Mitarbeiter den Besuchern. Zudem gibt es viele spezielle Räume, zum Beispiel für die Lagerung von Sauerstoffbehältern oder Desinfektionsmittel, weist Kirsten Plesse auf die besonderen baulichen Anforderungen für ein stationäres Hospiz hin. Wann genau die Kinder im neuen Haus aufgenommen werden können, sei noch offen, sagte Plesse gestern. Die Behörden müssten den Bau, dessen Inneres ja erst am Vortag fertig geworden sei, noch abnehmen: „In der nächsten oder übernächsten Woche wird die Abnahme beantragt.“ Eine Frau war gestern besonders glücklich: Die Sterntaler-Geschäftsführerin Ursula Demmer dankte den vielen langjährigen Unterstützern, Familien, aber natürlich auch ihren Mitarbeitern: „Es nützt alles nichts, wenn nicht viele Menschen mitmachen“, lobte sie den Einsatz der über 100 Sterntaler-Beschäftigten. Drei Wünsche haben die Eheleute Sinn für das erweiterte Kinderhospiz: Sie erhoffen sich, dass das Kinderhospiz weiter ein „Platz der Lebendigkeit“ bleibe, in der „jederzeit Hilfe zur Verfügung “ stehe, „Kraft, Liebe und Humor“ geschenkt werden und die „Hoffnung bestehen bleibt“. Am Schluss des offiziellen Teils erhoben sich zwölf weiße Tauben vom Neubau in den Himmel. Sterntaler-Pressesprecher Linnford Nnoli, der zuvor den Bauarbeitern und dem Bauleiter Respekt zollte, sagte: „Das ist ein großes Symbol für unsere Arbeit.“