Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtradel-Star Linnea Brand: „Speyer ist eine Fahrradstadt“

Viel unterwegs: Linnea Brand auf ihrem Fahrrad.
Viel unterwegs: Linnea Brand auf ihrem Fahrrad.

350.000 Kilometer sind die Stadtradler in Speyer innerhalb von drei Wochen gefahren. Ganz vorn dabei: Stadtradel-Star Linnea Brand. Im Interview mit Timo Konrad erzählt sie, was Speyer von München lernen kann.

Frau Brand, das Speyerer Stadtradeln ist vorbei. Am Freitag werden die Sieger geehrt. Wie fällt das Fazit des Stadtradel-Stars aus?
Ziemlich positiv. Es war eine super Erfahrung. Ich denke, viele Leute haben einiges mitnehmen können. Viele sind auch mehr mit dem Fahrrad gefahren und bewusst aufs Fahrrad umgestiegen.

Wie viel sind Sie selbst gefahren in der Zeit?
Laut meines Trackers knapp 350 Kilometer.

Sind Sie mehr gefahren als normalerweise?
Ja, auf jeden Fall. Gerade zu den Auswärtsspielen beim Hockey werden normalerweise Fahrgemeinschaften gebildet. Ich bin in der Zeit dann mit dem Zug und dem Fahrrad gefahren. Generell bin ich so viel wie möglich mit dem Fahrrad gefahren.

Nach Ihren Erfahrungen jetzt: Wie fahrradfreundlich ist Speyer?
Es war mir vorher schon klar, dass Speyer fahrradfreundlich ist. Speyer ist einfach eine Fahrradstadt. Vom Fahrerlebnis ist es hier gut.

Gibt es denn noch Verbesserungsbedarf?
Es gibt einige Kreuzungen, etwa die an der Iggelheimer Straße, wo die Wartezeiten für Fahrradfahrende an den Ampeln lang sind. Diese Kreuzungen sollten so gebaut werden, dass es für alle Verkehrsteilnehmer maximal eine volle Warteperiode gibt, auch für linksabbiegende Radfahrende.

Sie schreiben in Ihrem Blog vom ersten platten Reifen Ihres Lebens. Wie ist das passiert?
Wie es genau passiert ist, weiß ich nicht. Ich war immer verwundert, dass ich noch nie einen Platten hatte. Vielleicht war es beim Sattelfest ein spitzer Stein.

Sie sprechen das Sattelfest an. Was war das genau?
Das ist eine Initiative von engagierten Speyerern, die auch gerne mehr Leute vom Radeln begeistern wollen. Es wurden zwei sehr schöne Touren ausgeschildert, eine längere und eine kürzere. An den unterschiedlichen Stationen unterwegs kam man gemeinsam zusammen. Das war ein schönes Miteinander.

Sie studieren jetzt in München. Fahren Sie in der Großstadt auch so viel Fahrrad?
In Speyer war es verkehrstechnisch definitiv angenehmer und die Entfernungen in München sind weiter. Es lässt sich aber auch hier sehr gut Fahrrad fahren, weil die Stadt viel macht. Die meisten Einbahnstraßen sind beispielsweise für Fahrradfahrer in beide Richtungen befahrbar. Das wäre in Speyer auch gut. Ich habe mir in München bisher kein Semester-Ticket gekauft und versuche, alles mit dem Fahrrad zu fahren.

Werden Sie im kommenden Jahr wieder Stadtradel-Star?
Ich würde gerne wieder für Speyer Kilometer sammeln, aber das wird terminlich schwierig. Ich weiß auch gar nicht, ob ich das in München für Speyer dürfte. Beim Stadtradeln mache ich aber auf jeden Fall wieder mit.

Und wer vertritt Sie bei der Prämierung der Gewinner am Freitag?
Das macht die Vorsitzende des Jugendstadtrates, Henrike Misske. Sie ist auch viel Fahrrad gefahren, also eine würdige Vertreterin.

Zur Person

Linnea Brand ist 19 Jahre alt und studiert im ersten Semester an der TU München „Management and Technology“. Zuvor machte sie ihr Abitur in Speyer am Nikolaus-von-Weis-Gymnasium. Sie war vier Jahre lang Mitglied im Jugendstadtrat Speyer und beratend im Bau- und Planungsausschuss tätig. Brands Blog gibt es unter www.stadtradeln.de zum Nachlesen.

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