Speyer
„Stadtradel-Star“ Frank Bug gibt Tipps zur Navigation auf dem Rad
„Google Maps“ ist nichts für Fahrradfahrer: Der Kartendienst des IT-Giganten aus dem Silicon Valley ist aus Sicht des diesjährigen Speyerer Stadtradel-Stars und IT-Fachmanns bei der Vereinigten VR-Bank in Speyer nur für motorisierte Verkehrsteilnehmer optimiert. „Da ist es schon öfter vorgekommen, dass ich auf eine Straße geleitet worden bin, obwohl in der Nähe auch andere, für Radfahrer nutzbare Wege verlaufen sind“, erzählt Frank Bug.
Für seine Rad-Urlaubsfahrt von München in die Vorderpfalz zu Beginn der „Stadtradeln“-Wochen hat sich der passionierte Mountainbiker deshalb für die Smartphone-App des deutschen Anbieters „Komoot“ entschieden. Andere gute Karten könne man aber auch bei „Bikemap“, „Naviki“ und „Maps.me“ finden, sagt der Speyerer. Bei „Komoot“ schätze er jedoch die Vielzahl an Individualisierungsmöglichkeiten und die Wegekenntnis.
Auf Trampelpfad gelenkt
„Nachdem man sich einen Account bei der App eingerichtet hat, was für die Normalversion kostenlos ist, wählt man eine Sportart aus: Mountainbiken, Rennradfahren, normales Fahrradfahren, Gravelbiken, Bergsteigen oder Klettern“, sagt er. Weil Bug auf guten Radwegen unterwegs sein wollte, habe er sich für die Option Fahrradfahren entschieden.
Die Wegeführung der App sei überwiegend gut gewesen, bilanziert der Stadtradel-Star. Meist sei seine Route wie erhofft über Radwege verlaufen, manchmal allerdings auch über „Trampelpfade“. Einmal sei es steil einen Abhang im Wald hinabgegangen. „Da gab es sogar eine Art Stufe. Auf der Strecke bin ich dann lieber abgestiegen“, sagt Bug. Das sei jedoch eine Ausnahme gewesen.
„Man kann mit ,Komoot’ seine Strecken genau vorplanen. Da sieht man meist auch die Steigungen der einzelnen Abschnitte und kann darauf reagieren“, erklärt der leidenschaftliche Radfahrer. Auf dem Weg sei die Anzeige des Streckenverlaufs gut. Auch die Neuberechnung einer Route, wenn man spontan anders fährt als geplant, funktioniere schnell. Kritik hat er trotzdem.
Die „Vorhersage“ der Qualität beziehungsweise Beschaffenheit eines Streckenabschnitts ist aus Bugs Sicht jedoch, wie am Beispiel „Trampelpfad“ beschrieben, ein Schwachpunkt der App – zumindest in der kostenlosen Version, die er nutzt.
Powerbank kommt mit
Praktisch findet Bug dagegen die Möglichkeit, die App mit einem Fahrradcomputer zu verbinden. Der Vorteil: Auf diesem werden dann die rudimentären Infos angezeigt und der Akku des Smartphones wird geschont. Auf dem Telefon läuft die App zwar weiterhin, aber die Anzeige muss nicht dauernd eingeschaltet sein. „Ans Smartphone hatte ich allerdings auch immer eine Powerbank angeschlossen. Beides habe ich in einer kleinen Lenkertasche verstaut“, sagt Bug. Weder mit der Stromversorgung noch mit der Sonneneinstrahlung aufs Smartphone habe es Probleme gegeben.
Der Stadtradelstar will die Navi-App jetzt auch bei Touren im Speyerer Umland nutzen. „Man fährt ja meistens dieselben Wege. Mit der App entdeckt man neue Strecken“, sagt er. Was ein Ärgernis für Bug ist, sind die schlechten Belagsverhältnisse zahlreicher Radwege. „Ein weiteres Problem sind die Übergänge vom Radweg zur Straße“, sagt er. Diese seien oftmals abrupt, wodurch es für Radler leicht zu gefährlichen Situationen komme. Da heißt es, Augen auf – ob mit oder ohne Navi-App.
Zwischenstand
Die 86 Teams beim Speyerer Stadtradeln haben bislang mehr als 259.000 Kilometer gefahren.