Speyer
Stadtleben: Unerreichbar und doch ein Teil der Realität
Neu: Der „Winzer Bu“ und das Speyerer Museum
30 Jahre Technik-Museum Speyer und 40 Jahre Technik-Museum Sinsheim sind Gründe zum Feiern. Auch wenn wegen der Corona-bedingten Schließung der Einrichtung in der Domstadt bisher eine klassische Veranstaltung zum 30. Geburtstag am 11. April nicht möglich war, wollen die zwei Häuser ihren Freunden die Möglichkeit geben, stilvoll auf die Jubiläen anzustoßen. Dafür bieten sie erstmals zwei Jubiläumsweine und ein Jubiläumsbier in ihren (Online-)Shops an. Schauspieler Tim Poschmann wirbt dafür als Markenbotschafter.
„Ja wo sinn se donn?“ – mit dieser Frage hat Poschmann vergangenes Jahr alias ein „Winzer Bu“ seine mehr als zwei Millionen Mal aufgerufenen Videos aus Pfälzer Weinbergen begonnen. Wobei mit „se“ Heidelberger gemeint sind. Die Antwort auf die Frage heißt, leider: „In Heidelberg!“ Der Grund ist klar: das Coronavirus. Um das Leid, das damit einhergeht, zu lindern, wirbt Poschmann zu den Jubiläen nicht nur für zwei Pfälzer Weine, sondern auch für einen Gerstensaft der Heidelberger Brauerei – „untergärig, hellgelb und dezent gehopft“.
Am Dienstag sind im Technik-Museum neben dem Bier auch die Jubiläumsweine an die „Geburtstagskinder“ übergeben worden: ein trockener Weißer Burgunder (2020) vom Weingut Wolf aus Birkweiler sowie eine trockene Rotweincuveé (2018) vom Weingut Leonhard aus Pleisweiler-Oberhofen. In den nächsten Wochen präsentiert Poschmann die edlen Tropfen auf den Social-Media-Kanälen der Museen. Zum Wohl (nicht nur) der Technik-Sammlungen. Und, wer weiß, vielleicht ist das Museum in Sinsheim am 6. Mai, pünktlich zu seinem 40sten, wieder geöffnet.
Schmuddelig: Masken-Müll sogar am Bahnhang
Weggeworfene Masken sind für die Umwelt und die Gesundheit schlecht: Es können sich noch Krankheitserreger darin verstecken, hat die RHEINPFALZ am Montag berichtet. Für die Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Stadt Speyer bringen sie zusätzliche Arbeit: Sie sammelten sie etwa auf Bürgersteigen oder am Randstein ein und entsorgten sie, so eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf Anfrage. Sie erklärt: „Die Masken werden nicht speziell, sondern im Rahmen der üblichen Müllentsorgung mit Zangen eingesammelt. Der Abfall wird beim Abfallwirtschaftshof abgegeben und von dort der Verbrennung zugeführt. Risiken bestehen hier nicht, da die Arbeiter mit der nötigen Schutzausrüstung ausgestattet sind.“ So weit, so logisch. Wer noch genauer hinschaut, dem schwant freilich, dass viele dieser Hinterlassenschaften die Pandemie überdauern könnten. Beispiel Bahnbrücke Obere Langgasse: Am Abhang zur Burgstraße hin sammelt sich der Maskenmüll. Da sollte kein Stadt-Personal hinunterklettern, zumal die Gleise nah sind. Es muss wohl auf technische Hilfsmittel und das Ende der Pandemie gehofft werden.
Ehrwürdig: Gedenkflagge hängt besonders sicher
Am Sonntag war Gedenken an die Corona-Toten, und viele Speyerer haben Kerzen in ihre Fenster gestellt. In der Remlingstraße im Vogelgesang war sogar an einem Privathaus eine Deutschlandflagge mit Trauerflor für diesen Anlass vorbereitet. Sie gehört Horst Ulrich, passionierter Flaggensammler mit eigenem Flaggenmast. Ehrensache für ihn, dass er sich am Gedenken beteiligt, wie zuletzt etwa auch am Holocaust-Gedenktag Ende Januar. Damals war seine Flagge aber gestohlen worden (wir berichteten). Diesmal habe er doppelt vorgesorgt, berichtet Ulrich: Er habe nicht nur Kabelbinder zum Sichern verwendet, sondern diese auch viel höher angebracht als beim letzten Mal. „Ich stand dafür auf einem Stuhl. So hoch hangelt sich kein Dieb.“ Zudem habe er – unter dem Eindruck der Januar-Tat – gefühlt jede halbe Stunde nach dem Rechten gesehen. „Das hat mir keine Ruhe gelassen“, sagt Ulrich.