Speyer
Stadtleben: Speyer setzt starke Zeichen im Lockdown
Stadtstreicher: Verein verkleidet Häuser
Kaum ist der Verein „Die Stadtstreicher“ gegründet, heißt es für Speyerer, Künstler, Kinder, Vereine: Runter vom Sofa, hinein ins Vergnügen. Zum Auftakt sollen am Fasnachtssamstag möglichst viele Häuser verkleidet sowie Fotos von den Ergebnissen auf www.diestadtstreicher.com hochgeladen sein. „Das macht Spaß, wirkt gegen den Lockdown-Blues und bringt in Bewegung“, betont Vereinsvorsitzende Dora Dinse. „Gerade jetzt ist es besonders wichtig, positiv zu denken und zu handeln“, sagt sie.
Gemeinsam mit ihren Vorstandsmitgliedern Bianca Snella und Fabienne Giro will Dinse ab sofort jeden Mittwoch eine neue Herausforderung ins Netz stellen. Innerhalb einer Woche können Ideen gesammelt, Kooperationen aufgebaut, Pläne geschmiedet werden. „Die schönsten Werke werden vielleicht irgendwann ausgestellt“, hofft Dinse. Die Themen der nächsten Projekte verrät sie noch nicht. Jeder solle die gleichen Chancen erhalten, erklärt Dinse. „Das gilt auch für den Starttermin.“ Noch habe der Verein kein Obdach, keine Mittel und kaum Material, so die Vorsitzende. Davon lässt sie sich nicht entmutigen. „Wir sprühen vor Ideen, aus der aktuellen Not eine Tugend zu machen und zu zeigen, was unsere Stadt und die Speyerer ausmacht.“
Einzelhandel: Mahnung im A-1-Format
Das neue Plakat des Speyerer Einzelhandels hat einen schwarzen Hintergrund. Im Traueranzeigen-Stil steht darauf: „Hier stirbt der Einzelhandel“. Daneben ein großes Kreuz. Es soll in den kommenden Tagen in möglichst vielen Speyerer Schaufenstern hängen, um auf die Lockdown-Not hinzuweisen. Die Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“ initiiert die Aktion, wie Vorsitzender Peter Bödeker berichtet. „Wir trommeln an allen Stellen.“ Dem Brandbrief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), den er gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) verschickt hat, sollten weitere Taten folgen. Die Händler brauchten verlässliche Hilfe. Die erste Resonanz auf das Plakatangebot, das Bödeker koordiniert, sei top: binnen Minuten seien 40 der von Sohn Louis Bödeker gestalteten Mahnungen im A-1-Format bestellt gewesen.
Schneefall: In Speyer ohne „Blutspuren“
„Jugendliche rodeln am Eselsdamm, kaum dass etwas Schnee gefallen ist.“ Diese Feststellung hat RHEINPFALZ-Leser Gerhard Höhl, der viel mit dem Foto unterwegs ist, gleich dokumentiert. Sein Bild belegt: Eine Rodler-Hochburg wird die Domstadt nie werden. Viel mehr topographische Möglichkeiten als an der bescheidenen Piste am Eselsdamm gibt es nicht – wenn überhaupt mal Schnee fällt. Das ist 2021 immerhin vergleichsweise häufig der Fall. RHEINPFALZ-Fotograf Klaus Landry steuert die atmosphärische Aufnahme der zumindest leicht weißen Maximilianstraße bei.
Apropos: Von „Blutschnee“ ist Speyer diesmal verschont geblieben. Mit diesem Begriff wird ein Wetterphänomen bezeichnet, das jetzt in Teilen Deutschlands zu beobachten war: Saharastaub wurde auf Schnee geweht, sodass sich ein rötlicher Schimmer einstellte. Die Auswirkungen von Saharastürmen waren aber auch in der Pfalz zu beobachten: Ein mehrere 100 Kilometer breites Tiefdruckgebiet hat den Sand aus Afrika bis zu uns verfrachtet, wie der Römerberger Klimatologe Wolfgang Lähne berichtet. Folge: Der Himmel war in ein gelblich-braunes Licht getaucht. „Doch im Gegensatz zu Nordbayern und Thüringen war bei uns der Staub bereits wieder abgezogen und der Schnee am Montag weiß“, sagt Lähne.