Speyer
Stadtleben: Die ersten Ostergeschenke sind gemacht
Spendenaktion: Kreativ mit selbstgezimmertem Kiosk
Eine besonders kreative Spendenidee haben sich zwei zehn und elf Jahre alte Schülerinnen aus dem Schlachthof-Wohngebiet einfallen lassen. Aus alten Baupaletten haben Anna Rödelsperger und Frida Balles gemeinsam mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft einen Kiosk gezimmert, den sie in ihrer Spielstraße aufstellten. Seit fünf Monaten ist er dort immer wieder am Nachmittag Anlaufstelle für Kinder und Erwachsene des Wohngebiets. Gegen Spenden bieten Anna und Frida Süßigkeiten, Limonade aus eigener Herstellung, Tee und Selbstgebackenes an dem Kiosk an.
In der vergangenen Woche überreichten die zwei Freundinnen nach Mitteilung der Eltern eine Spende von 305 Euro an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen. Das Geld sei der Erlös aus einem Kinderbasar, einem adventlichen Bratwurstverkauf unter Corona-Bedingungen sowie am Kiosk gesammelten Spenden. Beate Däuwel, Vertreterin des Kinderhospiz Sterntaler in der Dudenhofener Neumühle, zeigte sich über den Ideenreichtum der beiden Freundinnen begeistert und lobte die Kinder für ihr Engagement. Anna und Frida versicherten, ihren Kiosk Corona-konform weiterzuführen und sich auch weiterhin um Spenden zu kümmern.
Fleißige Bastlerinnen: Eierbecher für Senioren
Die Schülerinnen der Edith-Stein-Realschule haben die Senioren in den Speyerer Altenheimen nicht vergessen und haben eine Aktion gestartet, um Osterfreude zu verbreiten. Die Schülerinnen des Wahlpflichtfachs „Familienhauswesen“ haben Eierbecher gebastelt aus Materialien, die jeder zu Hause hat: Aus Eierkartons wurden Hühnchen, aus Papp-Klopapierrollen – sollten nach den Einkaufsmarathons des Vorjahres reichlich vorhanden sein – wurden Eierbecher in Häschenform. Der Kreativität beim Anmalen und Verzieren waren keine Grenzen gesetzt. Mehr als 700 Stück kamen zusammen. Fast die gesamte Schule half mit, neben den Hauswesen-Expertinnen auch die Hauswirtschafts-und-Soziales-Gruppe und die Hausaufgabenbetreuung. Die fleißigen Schülerinnen sind zwischen zehn und 15 Jahren alt. Verteilt wurden die hübschen Becher in allen acht Speyerer Altenheimen.
Am letzten Schultag war eine Gruppe von acht Schülerinnen zusammen mit Schulleiterin Manuela Becker dafür unterwegs, die restlichen Kunstwerke wird die Schulleiterin noch vor Ostern an alle Heime verteilen. Dazu gibt es jeweils eine selbstgemalte und beschriebene Osterkarte, die das Seniorenbüro der Stadt für die Mädchen gedruckt hat. Am Freitag im Storchenpark hatten die Bewohner zum Dank ein ganzes Körbchen voller Überraschungen für die Mädchen als Gegengeschenk vorbereitet – selbstgebastelte Lesezeichen, viele Osterwünsche und etwas zum Naschen. „Krass“, meinte die zwölfjährige Charlotte, „die haben sich so gefreut, da hatten manche Tränen in den Augen“.
Die Resonanz der Senioren auf das „Gute-Laune-Heft“, das die Schülerinnen im Februar für ältere Speyerer zusammengestellt hatten, war übrigens überwältigend – mit vielen Karten, E-Mails und Briefen bedankten sich die Empfänger dafür, dass die Jungen an sie gedacht haben.
Diakonissen-Krankenhaus: Zehn Jahre Herzen-Aktion
Bereits seit zehn Jahren nähen die „Römerberger Quasselquilter“ bunte Herz-Kissen für die Brustkrebspatientinnen am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer. Die Jubiläumsaktion ist laut Mitteilung der Diakonissen ein Beitrag zur Initiative „Herzen gegen Schmerzen“, die nach einer Idee aus Amerika zahlreiche Ehrenamtliche in ganz Deutschland verbindet. Agnes Wienholt vom Psychoonkologischen Dienst im Diakonissen-Krankenhaus lobt das langjährige Engagement der Römerberger Quasselquilter und erklärt: „Pro Jahr nähen sie etwa 200 Herzkissen, die den Frauen ihre schwierige Situation etwas angenehmer machen.“ Tumorpatientinnen könnten die nach einem speziellen Entwurf gefertigten und mit besonderer Watte gefüllten Kissen gut unter die Achseln pressen. Dies lindere das Druckgefühl nach der Entfernung der Lymphknoten und wirke Blockaden des Lymphabflusses
entgegen. Überdies sei das Geschenk der Quasselquilter für viele Patientinnen wie ein Talisman, mit dem sie ihre Krebserkrankung überstehen, erzählt Florian Schütz, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, der sich für die Unterstützung der Näherinnen dankbar zeigt: „Sie sind ein Symbol der Hoffnung, der Menschlichkeit und des Gefühls, dass andere an sie denken.“ Wienholt betont, dass es auch in der Pandemie gut eingespielte, den Hygienevorschriften entsprechende Wege gebe, auf denen die Kissen die Frauen erreichten.
Kiwanis: Oster-Überraschung für Speyerer Kinder
Um Kinderaugen auch in einer schwierigen Zeit zum Strahlen zu bringen, hat der Kiwanis-Club Speyer zusammen mit dem Stadtteilverein Speyer-Süd mehr als 400 Taschen mit Leckereien, Bastel- und Spielsachen zum Osterfest gefüllt. Vorige Woche wurden diese an die Kinder verteilt, die zuvor von den Kitas informiert worden waren. Mit dem Tütenpacken hatten die Mitglieder beider Vereine laut Kiwanis-Mitteilung bereits in der Vergangenheit Erfahrung gesammelt. So seien seit Ausbruch der Pandemie nicht nur zu Ostern, sondern auch zum Nikolausfest und an Weihnachten sowie im vergangenen Sommer Tüten zur Unterstützung von Familien und insbesondere von Kindern gepackt und ausgegeben worden.