Speyer Stadt ermutigt: Chance auf Restdosis ergreifen
Im Donnersbergkreis wird über die Impfung für den 51-jährigen Landrat Rainer Guth (SPD) diskutiert, in der Stadt Trier ist ein Beigeordneter von der CDU schon zurückgetreten, weil er sich „vorgedrängt“ hat. Die Begründung, ein Politiker habe seinen Oberarm angeboten, um keinen Impfstoff verderben zu lassen, soll es in Speyer nicht geben, betont die Stadt. Hier werde seit Impfstart eine Nachrückerliste geführt, auf die sich Personen der richtigen Priorität eintragen lassen könnten. Sie würden kontaktiert, wenn am Ende eines Tages Impfdosen übrig sind, die aufgrund kurzfristig abgesagter oder nicht wahrgenommener Termine nicht verimpft werden konnten.
„Wir haben immer wieder Anrufe von Menschen, die sich erkundigen, ob sie abends im Impfzentrum in der Stadthalle eine Chance auf eine Restdosis haben“, sagt auf Anfrage Lisa Eschenbach, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. Auf die Liste geschrieben werde aber bisher nur, wer zur Gruppe mit der Impfpriorität 1 gehöre – altersbedingt, wegen des Berufs oder einer Vorerkrankung. Dabei hat das Impfzentrum jetzt ein Problem: Die Anzahl der Personen über 80 Jahre auf der Liste wird knapp. Für diese Altersgruppe kämen nur Restdosen des Biontech-Impfstoffs in Frage. Leute unter 65 auf der Liste würden jedoch für den Schutz von Astrazeneca gefragt.
Senioren können sich melden
Die Stadt ruft deshalb ausdrücklich impfwillige Speyerer über 80 Jahre auf, sich zu melden (E-Mail heidi.jester@stadt-speyer.de, Telefon 06232 141162). Wenn Impfstoff übrig bliebe, würde die Liste abtelefoniert, und die Leute „können noch am selben Tag geimpft werden“, so die Mitteilung. Mit dieser Vorgehensweise sei erreicht worden, dass „im Impfzentrum Speyer bisher alle zur Verfügung stehenden Dosen auch tatsächlich verbraucht werden konnten“, wird OB Seiler zitiert.
Neben dem Alter sei es eine Voraussetzung, dass die Personen, die sich auf die Nachrückerliste setzen lassen, mobil sind und binnen einer Stunde im Impfzentrum sein können. Mitzubringen seien ein gültiges Ausweispapier und der Impfpass.
Nachrücker erhielten auch automatisch einen regulären Termin für die Zweit- und Auffrischungsimpfung im passenden zeitlichen Abstand. Laut Stadt sind ab 1. März Termine für Personen mit Impfpriorität 2 denkbar. Über den weiteren Fortgang der Kampagne will sie am Freitag informieren. Landtagsmitglied Michael Wagner (CDU) hat dazu eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. „Ab wann wird das Impfzentrum Speyer mit Impfterminen voll ausgelastet sein?“, will er darin unter anderem wissen.
Neuinfektionen gemeldet
Nach der Meldung von drei neuen Corona-Fällen an das Landesuntersuchungsamt am Mittwoch hat sich die Speyerer Inzidenz von 45,5 gegenüber dem Vortag nicht verändert. Klar ist aber nun, dass alle Verdachtsfälle von Mutationen sich bestätigt haben. 13 Speyerer sind demnach an einem solchen veränderten Virus erkrankt, laut Stadt zwölf davon an der britischen Variante: „Betroffen sind eine Familie mit vier Personen und eine mit zwei Personen. Bei den weiteren Fällen handelt es sich um Einzelfälle.“ 1996 Corona-Infizierte gab es seit Beginn der Pandemie in Speyer insgesamt.