Speyer Stadt bittet um weitere Hilfe für Geflüchtete aus Ukraine

Festplatz in Speyer: Am Freitag wurden hier viele Spenden für den Hilfskonvoi entgegengenommen.
Festplatz in Speyer: Am Freitag wurden hier viele Spenden für den Hilfskonvoi entgegengenommen.

Am frühen Montagmorgen sind 39 Geflüchtete aus der Ukraine in Speyer angekommen. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Sie sind mit dem Bus gekommen, der am Freitagabend nach einer Spenden-Sammelaktion auf dem Festplatz in Richtung der polnisch-ukrainischen Grenze gestartet war. An Bord waren zehn Begleitpersonen aus Speyer, darunter auch zwei Seelsorger. Auf die 1400 Kilometer lange Reise mitgekommen waren auch ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes sowie ein Krankentransportwagen des städtischen Katastrophenschutzes. Organisiert wurde der Hilfskonvoi von der Firma Gabis in Kooperation mit dem Speyerer Busunternehmen Wydra.

Laut Mitteilung der Stadt handelt es sich bei den 39 Personen um Frauen und Kinder, die nun zunächst in der Jugendherberge untergebracht werden. Notfallseelsorger und Ärzte seien vor Ort, um sich um sie zu kümmern. „Wir sind froh, diese Menschen nun in Sicherheit und gut versorgt zu wissen“, wird Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) zitiert. „Wir konnten dank der Sachspendenaktion auf dem Festplatz am vergangenen Freitag genau die Dinge ins Grenzgebiet bringen, die dort gerade dringend gebraucht werden.“

Die Stadt ist aktuell dabei, den zuletzt kommunal genutzten Bereich der früheren Kurpfalzkaserne am Birkenweg herzurichten. Diesen hatte die Stadt nach rund sechs Jahren nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen benötigt und deshalb ans Land zurückgeben wollen. Dieses wollte ihn seiner benachbarten Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) zuschlagen. Auch im ehemaligen Stiftungskrankenhaus sollen Unterbringungsmöglichkeiten vorbereitet werden. „Das wird voraussichtlich noch einige Tage dauern. Parallel dazu loten wir bereits aus, wie wir zusätzliche Hilfe leisten können“, heißt es von Sozialdezernentin und Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU).

Laut Seiler haben die Stadt schon viele private Wohnungsangebote und Geldspenden über das eigens eingerichtete Spendenkonto erreicht. „Dafür möchte ich mich herzlich bedanken, aber auch unterstreichen, dass wir weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen sind“, so die Stadtchefin. Die Speyerer Freiwilligenagentur hat unter www.speyer.de/speyerhilft ein Online-Portal eingerichtet, über das Freiwillige ihre Hilfe in Form von Wohnungen, Übersetzungstätigkeiten oder Ähnlichem anbieten können und über das andererseits Organisationen und Privatpersonen, die Flüchtlingen aus der Ukraine helfen, gezielt Hilfsgesuche schalten können.

Wer selbst Menschen an der Grenze abgeholt hat, wird gebeten, sie zunächst in die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in der Spaldinger Straße 100 zu bringen, wo die Geflüchteten registriert und untergebracht werden und auch medizinische Versorgung erhalten können, so die Stadt. Informationen für Helfer gibt es auch unter www.speyer.de.

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