Speyer „Stück für Stück mehr Sicherheit“
«RÖMERBERG.»Vor einem Jahr hat der Seniorenbeirat Römerberg seine Arbeit aufgenommen und schon einiges auf die Beine gestellt. Die Ideen gehen den Ehrenamtlichen nicht aus. Das Thema Sicherheit im Alter ist der wichtigste Schwerpunkt, erklären der Vorsitzende Gerhard Merdian und Beiratsmitglied Elvira Theurer im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
„Stück für Stück für mehr Sicherheit“, gibt Merdian die Losung aus. Er und Theurer haben schon selbst einige schwierige Situationen erlebt und wissen, wie wichtig das Thema Sicherheit für Senioren und deren Angehörige ist. Erstes Zwischenergebnis ist die Verbreitung von SOS-Dosen, die beim Beirat oder bei niedergelassenen Ärzten für 2,50 Euro erhältlich sind. Alle wichtigen medizinischen Daten können in das Döschen gepackt werden und sind im Notfall zur Hand. Auch der Hausnotruf und Notfallmappen sind Themen. Eine solche Mappe kann mehr Informationen aufnehmen als die SOS-Dose. Sind Betroffene schwer erkrankt oder gestorben, haben Angehörige alle notwendigen Infos in der Hand. Seit November gibt es das Generationen-Café in Berghausen. Senioren aus Berghausen hatten sich einen Treffpunkt gewünscht, „eine Anlaufstelle für nette Nachmittage“, berichtet Elvira Theurer. Gesagt, getan. Einmal im Monat kommen ältere Damen und Herren in der Gaststätte Europa bei Kaffee und Kuchen zusammen – und dürfen gerne ihre Enkelkinder mitbringen. Außerdem wird gemeinsam gesungen oder gespielt und manchmal gibt es wichtige Tipps. So informierte ein Polizist über den Enkeltrick, bei dem ältere Menschen dubiose Anrufe von vermeintlichen Verwandten erhalten, die um Geld bitten. 20 bis 30 Besucher hat der Seniorenbeirat bei jedem Generationen-Café, viele davon sind inzwischen Stammgäste. Im Neubaugebiet W3 in Heiligenstein schlossen sich Seniorenbeiratsmitglieder einer Begehung der Verbandsgemeinde an. Dabei wurde geprüft, ob Bordsteine für Rollator-Nutzer abgesenkt werden sollten. Gerhard Merdian hat auch die Friedhöfe im Blick. 36 Grabsteine auf dem Mechtersheimer Friedhof wurden vergangenes Jahr als nicht standsicher eingestuft. Reparaturen waren nötig. Die große Anzahl machte ihn misstrauisch. Dieses Jahr war er bei der Begehung dabei, um sich selbst ein Bild zu machen. Sechs Grabsteine seien wacklig gewesen, berichtet er. Weitere Baustelle in Sachen Sicherheit sind Verkehrs- und Straßenschilder. Auf Drängen des Beirats wurde die Friedensstraße in Mechtersheim für Autofahrer deutlicher beschildert, um Fußgänger zu schützen. Der Beirat hat auch Straßenschilder im Blick, die zusätzlich auf Hausnummern verweisen. Denn wer ein Haus sucht, wird manchmal falsch geleitet. Diese Kleinigkeit kann gravierende Auswirkungen haben, wie Elvira Theurer selbst erfuhr: Der Rettungsdienst irrte umher und fand die Haustür nicht, weil das Schild die Sanitäter in den falschen Straßenzweig lotste. „Bei Schlaganfall und Herzinfarkt zählt jede Minute“, betont sie und bittet wie Merdian um Hinweise von Anwohnern auf solche falsche Beschilderung. Zuletzt lud der Beirat zum Info-Nachmittag mit der Polizei ein, die Tipps zum Einbruchschutz gab. Außerdem hielten die Beiräte Sprechstunden in allen drei Römerberger Ortsteilen ab. Die Resonanz blieb insgesamt unter den Erwartungen. Auf ein Thema ist der Beirat aufmerksam geworden: Nach einem Zusammenprall zwischen einem Fußgänger und einem Radfahrer will er die Sicherheit auf dem Rheindamm in der Gemeinde ansprechen. Außerdem will der Seniorenbeirat eine Webseite erstellen, die in den Internetauftritt der Verbandsgemeinde eingebunden wird. Im Blick haben die Mitglieder alle, die schlecht zu Fuß sind. Ganz aktuell stecken sie in den Planungen für eine Spazierfahrt mit dem Bus. Die soll am 7. August zu historischen Stellen in den Dörfern und durch die Rheinauen führen. Der Beirat denkt an weitere Ausflüge, Veranstaltungen und ein Fahrsicherheitstraining für Senioren. Auf der Agenda steht auch das Ruftaxi. Diese Möglichkeit soll bekannter gemacht werden und es soll Hinweise an Bushaltestellen in Römerberg geben. Seit der Seniorenbeirat am 26. Juni 2017 mit neun Mitstreitern an den Start ging, gab es Veränderungen: Zwei Mitglieder schieden aus, dafür kam ein neues hinzu. Einige Römerberger sind außerdem gleichzeitig im Seniorenbeirat und im Ortsgemeinderat vertreten, was Theurer und Merdian begrüßen. Kontakt Gerhard Merdian, Telefon 06232 84696, Elvira Theurer, Telefon 06232 83499. Die Rubrik Unter dem Titel „Dienstagsfrage“ beantworten wir Fragen, die im Alltag im Speyerer Umland auftauchen.