Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Sportfischerverein: Kleiner „Dreck-weg-Tag“ fällt doch aus

Beträchtlich: Ausbeute bei einem früheren Dreck-weg-Tag in Speyer.
Beträchtlich: Ausbeute bei einem früheren Dreck-weg-Tag in Speyer.

Am Mittwoch angekündigt, am Freitag abgesagt: Der geplante „Dreck-weg-Tag“ der „Petri Heil“-Angler hat für Verärgerung im Rathaus gesorgt. Aus diesem Grund fällt er jetzt aus.

Natürlich hätten die Angler die Corona-Auflagen beachten wollen, wenn sie am heutigen Samstag um 9 Uhr losgezogen wären. Höchstens zwei Helfer hätten jeweils gemeinsam den wilden Müll entlang des Rheins auf Höhe des kompletten Stadtgebiets in Tüten gepackt, die die Stadtverwaltung dankenswerterweise abholen wollte. Mit je 50 bis 60 Aktiven war „Petri Heil“ in den vergangenen Jahren stets eine Stütze bei den städtischen Dreck-weg-Tagen, die insgesamt mehr als 2000 Helfer zählen.

Nur: 2021 ist der Dreck-weg-Tag der Stadt abgesagt. Eine solche Großveranstaltung wäre unter den Corona-Bedingungen nicht zu stemmen. Die Angler wollten sich dennoch in den Dienst der guten Sache stellen und hatten das mit der Verwaltung abgesprochen. Dann informierten sie in einer Pressenotiz, dass es um 9 Uhr am Vereinsheim losgehe und „viele engagierte Mitstreiter“ willkommen seien. Und dann ging der Ärger los.

Auflagen laut Verein zu hoch

„Es kann aufgrund der geltenden Corona-Maßnahmen im Moment nicht geduldet werden, dass eine größere Gruppe von Menschen zusammenkommt – auch dann nicht, wenn es um einen guten Zweck, wie das Einsammeln von wildem Müll, geht“, so die Stadt-Pressestelle. Den Anglern sei nur gestattet worden, dass „einzelne Bürger“ losziehen. Umweltdezernentin Irmgard Münch-Weinmann (Grüne) werde das in einem Gespräch mit dem Verein klären.

Als das Gespräch geführt war, war der Termin bald abgesagt. „Wir wollten etwas für die Stadt tun, indem wir den Müll anderer Leute wegräumen“, ruft Vereinssprecher Michael Grohmann in Erinnerung. Wie genau die morgendliche Säcke-Verteilung und das spätere dezentrale Sammeln Corona-konform laufen sollten, sei „sehr genau überlegt“ gewesen. Es sei immer gebührender Abstand eingeplant gewesen. Die Auflagen seien zuletzt aber so hoch geworden, dass die Sache keinen Sinn mehr ergebe.

Grohmann betont auch, dass es ja nicht verboten sein könne, die Angler-Aktion als „Dreck-weg-Tag“ zu bezeichnen. Das sei nicht als Ersatz durch die Hintertür für die städtische Aktion zu sehen. Wenn die Sportfischer regelmäßig im Herbst ein zweites Mal losziehen, um die Gemarkung zu säubern, sei die Stadtverwaltung auch kein Veranstalter, und das Ganze werde dennoch als „Dreck-weg-Tag“ bezeichnet. Nachhaltigen Krach wollen die „Petri Heil“-Sportfischer vermeiden: „Die Reinigungsaktion soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden“, teilen sie mit.

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