Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel des Lebens: Als der Fußballverein Berghausen das Double klarmachte

Die große Nacht von Dudenhofen: Der FV Berghausen feiert das Double.
Die große Nacht von Dudenhofen: Der FV Berghausen feiert das Double.

Im Sommer 2017 feierte der FV Berghausen mit dem Trainer-Brüderpaar Sven und Kevin Fischer einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte: Den Gewinn des Doubles aus A-Klasse Meisterschaft und Kreispokalsieg. Die RHEINPFALZ blickt mit dem Duo auf die Saison und das Pokalfinale gegen den VfB Iggelheim zurück.

Heute trainiert das Gespann den TuS Mechtersheim II. Cheftrainer damals wie heute ist Sven. Erinnert er sich an die Doublesaison zurück, kommen „sehr viele Emotionen hoch“, sagt er. Bruder Kevin ist stolz auf die Mannschaft und die eigene Arbeit – zumal der Pokalsieg eigentlich gar nicht angedacht war, informieren die beiden.

„Ab dem 5:4 gegen den ASV Harthausen im Viertelfinale wurde es eine ernste Sache“, meint Sven. Im Endspiel wartete Iggelheim. „Ich hatte schon Tage zuvor Bauchkribbeln“, gesteht Kevin. Besonders sei für ihn vor allem der Austragungsort Dudenhofen gewesen, wo er lange Jahre selbst kickte.

„Vor solchen Spielen ist der Austausch noch mal größer. Ich hatte ein gewisses Bauchkribbeln, gepaart mit großer Vorfreude. Wir waren zu hundert Prozent davon überzeugt, dass wir gewinnen“, sagt der Chef.

Schwere Entscheidung

Besonders schwere Entscheidungen kamen am Tag des Finals auf die beiden zu: „Wir mussten Jungs streichen, und in der Startelf stand ein angeschlagener Spieler. Das rief natürlich Unverständnis bei dem Spieler hervor, der nicht spielte“, erzählt Sven Fischer und resümiert: „Schwer, aber richtig.“

Im Match hätte dann fast all die Überzeugung des Trainerteams nicht geholfen. „Es war unfassbar. Wir waren klar die bessere Mannschaft. Mit der zweiten Chance hat Iggelheim das 1:0 gemacht. Anschließend haben wir auf ein Tor gespielt“, berichtet Kevin.

„Die mentale Stärke der Mannschaft und die Berghausener Zuschauer im Rücken haben uns weiter auf den Ausgleich gedrängt“, erinnert sich Sven. Dieser fiel erst in Minute 85 durch Dino Fiducia. Dario Tolone schoss das 2:1 in der 93. Minute. Anschließend gab es natürlich „eine Riesenfeier, wo es kein Halten mehr gab“, wissen die Fischer-Brüder.

Fast Spaziergang

In der Saison zuvor stand noch Platz neun zu Buche: „Auch daran sieht man, dass kontinuierlich gearbeitet wurde. Der Verein hat uns nie das Gefühl gegeben, dass wir unter Druck stehen in dieser Saison“, sagt Sven. Durch die A-Klasse marschierte der FVB mit zehn Punkten Vorsprung auf den FC Speyer 09 II.

Sven Fischer: „Wir lagen in 60 Prozent der Spiele 0:1 zurück. Wir wussten aber, was wir können. Kevin und ich haben der Mannschaft immer das Gefühl gegeben, dass die Qualität da ist.“ Die 1:5-Derbyklatsche gegen Mechtersheims Zweite kennzeichnet er als Schlüsselmoment.

Anschließend blieb der FVB 15 Partien ungeschlagen. Für Kevin auch entscheidend: „Rückschläge haben wir mit Ruhe und Geschlossenheit eingesteckt.“ Das Double sei natürlich der größte Erfolg in der gemeinsamen Zusammenarbeit gewesen, sind sich beide einig.

Etwas Wehmut

Dennoch wirken sie etwas wehmütig, wenn sie zurückblicken: „Es gab auch eine Zeit nach dem Double, auf die wir weniger gerne zurückschauen“, teilt Sven mit. Ein Jahr nach dem Erfolg entließ der Verein das Duo: „Ob die Entscheidung richtig war, mögen andere entscheiden. Wir haben die Entscheidung aber nie gegen uns persönlich gesehen“, äußert sich der Chefcoach.

Für beide ist klar: „Der Doublesieg überwiegt. Die Freude über das, was wir geschafft haben, kann uns keiner nehmen. Die positiven Erinnerungen überragen.“

Die Serie

Was war das wichtigste, größte oder kurioseste Spiel Ihres Vereins? Ob Fußball, Handball, Tischtennis oder was auch immer? Davon handelt unsere neue Serie. Haben Sie mitgemacht oder zugeguckt? Dann können Sie mir gerne eine E-Mail unter martin.erbacher@rheinpfalz.de schreiben.

x