Speyer
Spiel der Woche: Brisanz in Handball-Derby Dudenhofen/Schifferstadt gegen Heiligenstein
In der Frauenhandball-Pfalzliga stehen sich in der Wilfried-Dietrich-Halle Schifferstadt morgen, 18 Uhr, die HSG Dudenhofen/Schifferstadt und der TuS Heiligenstein gegenüber. Beide Lokalrivalen sind gut gestartet: Der TuS belegt mit 5:1 Zählern Rang zwei, die HSG ist Dritter (4:2).
Christian Grill, der Coach der Gastgeberinnen, ist mit dem Saisonauftakt zufrieden: Pflichtaufgabe gegen Bobenheim-Roxheim erfolgreich gelöst, in Mutterstadt nach guter Vorstellung ganz knapp verloren und als Höhepunkt der unerwartete Erfolg bei Meisterschaftsfavorit TSG Haßloch – trotz angespannter Personalsituation. Genau dieser Punkt bereitet ihm jedoch Sorgen: „Wir gehen ziemlich auf dem Zahnfleisch und sind froh, dass wir nach dem Spiel vier Wochen Pause haben.“ Morgen fehlen die verletzten Marlene Oetzel und Jennifer Fohs sowie Urlauberin Mareike Weinacht. Anna Isselhards Mittun ist wegen Kniebeschwerden fraglich.
Trotzdem will sich die HSG nicht schon von vornerein geschlagen geben. Wie in Haßloch will Grill das Geschehen lange offenhalten. Heiligenstein kennt er nicht allzu gut, erinnert sich aber an das Finale des Otto-Hammer-Gedächtnisturniers, als sich beide Teams gegenüberstanden. Grill hat dabei einige gute Rückraumwerferinnen ausgemacht und das effektive Konterspiel über die Außen ist ihm in Erinnerung geblieben. Also will er, dass seine Sieben kompakt in der Abwehr steht und sich den einen oder anderen Ball schnappt, um die Ballgewinne in Kontertore umzumünzen.
Grills Probleme kennt Erbrecht derzeit nicht
Für Grill spielt der Derbycharakter keine tragende Rolle. Es gehe um zwei Punkte wie in jedem anderem Spiel, da solle man die Emotionen nicht zu hoch kochen lassen, nur weil man etwas näher beieinander wohne.
Sein TuS-Pendant Michael Erbrecht hat keine vergleichbaren Probleme. Sein Kader ist komplett. „Wir wollen an die jüngsten Leistungen anknüpfen“, teilte er mit. Auch er ist bisher zufrieden. Schließlich habe man noch nicht verloren und wolle möglichst lange weiter auf dieser Welle reiten.
Räume eng machen und schnell umschalten
Vor Dudenhofen/Schifferstadt, welches nur schwer einzuschätzen sei, warnt er nach dem Paukenschlag in Haßloch: „Dort zu gewinnen hat schon was zu heißen.“ Taktisch will er ähnlich wie die HSG mit einer kompakten Deckung arbeiten und die Räume so eng wie möglich machen. Mit schnellem Umschaltspiel soll die HSG in Bedrängnis gebracht und im Positionsangriff mit variablem Verhalten permanent vor neue Aufgaben gestellt werden.
„Sicherlich wird das Match in gewisser Weise bei der einen oder anderen Spielerin eine kleine Rolle spielen. Ich denke, auch die Zuschauer werden ihren Teil dazu beitragen, dass es zu einem heißen Derby wird“, meinte Erbrecht. Man werde versuchen, das auszublenden und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auch er hofft auf ein sportlich gutklassiges Treffen ohne unnötige Härte mit fairen Zuschauern.