Speyer
Speyerer Umland: Weihnachtsmärkte bestechen durch Lichterzauber
Das große Leuchten hat begonnen. Überall im Rhein-Pfalz-Kreis. Kleine und große Lichter haben am Wochenende in Harthausen, Hanhofen, Lingenfeld, Berghausen und Waldsee bei den Weihnachtsmärkten heimeliges Wohlempfinden verbreitet. Überall haben die Menschen den adventlichen Glanz und die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Ausstellungsbereiche genossen.
„Licht ist etwas für Herz und Seele“, sagt Edith Engel und lächelt. Das ist tatsächlich spürbar hinter ihrem Stand auf dem Harthausener Weihnachtsmarkt, der sich als solcher wohlig in den hinteren Bereich der Straße „Am Malerwinkel“ schmiegt. Engel arbeitet mit Licht. Mit Leuchtobjekten, um genau zu sein. „Für mich strahlen sie Ruhe aus, gerade, wenn es dunkel wird“, erklärt sie die Faszination und ergänzt noch: „Es macht einen sanftmütig.“
Zur Ruhe kommen die Besucher wahrlich in der vorweihnachtlichen Kulisse, selbst wenn die proppenvoll ist. In einem Metallkorb fressen sich Flammen knisternd durch Holz, Teelichter tanzen in Gläsern oder – als LED-Variante – vor Selbstgebranntem. Bei Manfred Steiger erleuchtet der die Geschmacksnerven. Birne, Zwetschge, Mirabelle – die eigenen Erzeugnisse sind eine willkommene Abwechslung zu Glühwein. Ein Spruch im Stand von Christine Seus bringt das Gefühl auf den Punkt. „As long as there’s light, we’ve got a chance.“ So lange das Licht leuchtet, bieten sich also alle Chancen.
1600 Lämpchen sorgen für Atmosphäre
Das sieht das Ortskartell Berghausen in Römerberg genauso. „Licht bringt Stimmung, eine angenehme Atmosphäre und es gehört zum Advent“, nennt der Vorsitzende Helmut Kühner drei gute Gründe, weshalb der Ortsmittelpunkt erstrahlt. 1600 Lämpchen hat er persönlich an 40 Strängen verknotet, die als Trapez an der katholischen Kirche hängen. Selbstverständlich, so Kühner, sind die energiesparend. Fürs kommende Jahr will er sich etwas Neues einfallen lassen. Am Lichtervorhang hat der Zahn der Zeit genagt.
Warme Leuchtkraft nutzt Richard Rohr bei seinen Schwibbogen, die er im Pfarrzentrum zeigt. Kirche, Leuchtturm, Kerze – hinter jeder Darstellung klemmen Lichtlein. Die Damen der Weiberbratenvereinigung schmücken mit Kerzen in schön dekorierten Einmachgläsern die Tische, auf denen Kaffee und Kuchen serviert werden. Mit zunehmender Dunkelheit entfalten die vielen Lichterketten im Außenbereich ihre Wirkung. Gulaschsuppe und Wurst schmecken jetzt doppelt so gut.
Brunnen mit Lichtern geschmückt
In Lingenfeld herrscht adventliche Leuchtkraft rings um den Brunnen neben dem Rathaus. Um diesen herum ist diesmal der Weihnachtsmarkt angeordnet. Kunsthandwerk gibt es nach wie vor im Eingangsbereich des Rathauses zu sehen. Hier fallen die kreativen Eigenprodukte von Annette und Laura Jung ins Auge. Mutter und Tochter haben mit weiteren Familienmitgliedern gewaltig gebastelt.
„Licht ist ganz wichtig in der dunklen Jahreszeit“, stellt Annette Jung heraus. In durchsichtigen Flaschen sorgen Lichterketten für stimmungsvolle Momente, kleine Bäumchen sind mit Leuchtsträngen umwickelt, Sterne leuchten überall. „Von jedem Familienmitglied ist etwas dabei“, verrät Laura Jung zum Angebot. Ihre Mutter spricht den Leitsatz „Zündet ein Licht der Freude an“ aus und meint: „Wenn man das tut, denkt man an jemanden, der einem am Herzen liegt.“
Draußen haben die Vertreter der Vereine und Einrichtungen ebenfalls für freudvolle Momente mit Lichtgestaltung gesorgt. Es lässt sich aushalten rings um den Brunnen, in dessen Mitte riesige rote Kugeln vom Metallbogen baumeln.
Kirche ist beleuchteter Blickfang
Die katholische Kirche in Hanhofens Zentrum zieht schon alleine magisch an. Angestrahlt von warmweißem Licht ist sie der Blickfang des Weihnachtsmarkts, der sich klein, aber fein ringsum präsentiert. Ein geschmückter Tannenbaum markiert die Mitte – Lichterglanz natürlich inklusive. Rotlicht strömt aus einem Hof, der beim historischen Dorffest vom MGV bewirtschaftet wird. Jetzt dient er lediglich als angenehme Lichtquelle im Hintergrund.
Die erhellenden Hingucker sind nicht die einzigen, die die Augen zum Glänzen bringen. Ein Junge beißt genussvoll in seinen Crêpe, gefüllt mit zart schmelzender Nussnougatcreme: ein echter Lichtblick auf dem Markt, der für den Kleinen jetzt in Erfüllung geht. Derweil sättigen sich die Erwachsenen an Gulaschsuppe oder Lachsbrötchen. Ein Schnäpschen zum Probierpreis lässt manches Augenpaar leuchten. Draußen in der mittlerweile frostigen Kälte und in wohltuender Gemeinschaft schmeckt alles besonders gut.
Lichterzauber beim FCK-Fanclub fällt auf
Der Lichterzauber am Rande von Waldsee ist das Erste, was man am Samstag vom Winterdorf des FCK-Fanclubs sah. Beim näherkommen hört man Weihnachtslieder vom Auftritt der Sunshine Singers. Danach geht die Christmas-Party im Hof des Vereinsheims los. Während die Erwachsenen bei einer Tasse Glühwein zusammenstehen oder noch einen Rundgang durch die Stände mit dem Kunsthandwerk machen, werden die Kinder magisch von den Schafen gleich am Eingang des Winterdorfs angezogen. Daneben wärmen sich Besucher am flackernden Feuer. Im Vereinsheim riecht es nach Plätzchen aus der Backstube für Kinder. Später am Abend trifft man sich noch an der Bar der Motorradfreunde.
Krippen im Dämmerlicht
Beim Weihnachtsmarkt der katholischen Kirchengemeinde gestern im Pfarrzentrum in Waldsee sorgt Dämmerlicht bei der Krippenausstellung für eine besondere Atmosphäre. Im Saal mit den Tischen, die mit Kerzen geschmückt sind, tobt dagegen das Leben. Die KFD und die Messdiener bieten kleine Geschenke an und die katholische Kirchengemeinde freut sich über einen großen Ansturm zum Adventscafé. Auch das Bastelangebot der Messdiener ist sehr beliebt und daher schnell ausverkauft, was bei dem ein oder anderen Kind zu Tränen führt. Der Weihnachtsbär, der die Geschenke bringt, trocknet sie aber schnell wieder. Für die musikalische Weihnachtsstimmung im Saal sorgen Norbert Hauck mit seinem Sohn Tomas und dessen Freund Jaron Posehn. Im Hof gibt es Stockbrot. Das Feuer sorgt nicht nur für eine schöne Atmosphäre, sondern auch für Wärme.
Auf welchem der sechs Weihnachtsmärkte DIE RHEINPFALZ am Wochenende unterwegs ist: Ein Satz bewahrheitet sich immer: „Licht ist etwas für Herz und Seele“ – vor allem in der Vorweihnachtszeit.