Speyer
Speyerer Stadtleben: Immer in Kontakt bleiben
Karl-Heinz Wässa: Trio mit Julia und Isabel
„Der alte Mann und das Wasser“ hat die RHEINPFALZ einmal über Karl-Heinz Wässa geschrieben. Das ist schon eine Weile her. Der Unternehmer machte damals erstmals auf seine Sorge um eine ausreichende Trinkwasserversorgung in der Region für nachfolgende Generationen aufmerksam. Inzwischen ist Wässa noch etwas älter geworden. Er hat die 90 vollendet, es hat in den jüngsten Wochen etwas geregnet, aber das Thema des alten Mannes bleibt das Wasser. Weil Wässas liebstes Kommunikationsmittel neben seinem Mundwerk das Briefeschreiben – von Hand – ist, frönt er beidem, so oft es geht und mit großer Leidenschaft. In Sachen Trinkwasser haben unter anderen schon die Aufsichtsbehörde SGD und ein veritabler Brauereidirektor Post von dem Speyerer bekommen.
Jetzt hat er zwei hochrangigen Politikerinnen die Frage gestellt, die ihn umtreibt „Was sollen meine Enkel einmal trinken?“schrieb er an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und an die für Speyer zuständige Bundestagsabgeordnete Isabel Mackensen (SPD).
Beide habe ihm rasch geantwortet: sehr engagiert, sehr ausführlich und sehr höflich. „Ich habe genau ins Loch getroffen“, fasste er gegenüber der RHEINPFALZ die Antworten zusammen. Fest steht: Wässa hat zwei neue Mitstreiterinnen gewonnen, die beiden einen neuen Brieffreund und die Trinkwasserversorgung (hoffentlich) eine sichere Zukunft.
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Neu im Angebot: Honig „Motorbiene“
Neben dem Brazzeltag-Fanpaket mit Wildschwein-Dosenwurst à la „Überfahrenes Allerlei“ gibt es in den Shops der Technik-Museen Sinsheim und Speyer neuerdings eine weitere regionale kulinarische Spezialität, die auch Vegetarier genießen können: Nach dem Motto „Süßes aus dem Museum“ ist dort Honig in 250-Gramm-Gläsern von Imker Moritz Laub zu erwerben. Das Naturprodukt ist auch online auf der Webseite der Technik-Sammlungen unter der Bezeichnung „Motorbiene“ erhältlich. Wie Simone Lingner, Sprecherin beim Technik-Museum Sinsheim, auf Anfrage mitteilt, hat Moritz Laub vor einiger Zeit dem Museum eine Patenschaft für ein Bienenvolk angeboten. „Herr Laub ist Mitglied im Museumsverein. Seine Idee hat uns gefallen und wir unterstützen unsere Mitglieder gerne, wo wir können. So haben wir gleich für zwei Bienenvölker eine Patenschaft übernommen“, sagt Lingner. Die beiden Bienenstöcke stehen nur wenige Hundert Meter vom Sinsheimer Museumsgelände entfernt, wie sie informiert. Mehr als 50 Kilogramm „Kraichgauer Honig“ habe Imker Laub in diesem Jahr von ihnen geerntet. Und die „Speisekarte“ im Museumsshop soll weiter wachsen. „Wir wollen diese Aktion gerne fortsetzen und sind auch offen für weitere Ideen von Mitgliedern in dieser Richtung – seien es Süßwaren oder Spirituosen“, sagt Lingner nicht zuletzt mit Blick auf Speyer.
Fangschrecke: Platz im geschützten Schrank
Die Kleine Fangschrecke (Ameles spallanzania) macht weiter von sich reden. Der Fund des ersten Exemplars dieser Art in Rheinland-Pfalz in einem Speyerer Vorgarten war für den jungen Entdecker und die Wissenschaft eine kleine Sensation. Nach der Aufnahme des Tieres in die RHEINPFALZ-Serie „Natur vor dem Fenster“ wurde der Karlsruher Gottesanbeterinnen-Forscher Reinhard Ehrmann auf die Kleine Fangschrecke und ihren Fundort aufmerksam. Die Nacht vor dem Eintreffen des Experten bei der Familie hat das im Glas eingefangene Insekt nicht überlebt. Für Ehrmann kein Problem. Es wäre angesichts der einbrechenden kalten Jahreszeit ohnehin in den nächsten Tagen gestorben, erklärt er die Liebe der Kleinen Fangschrecke zu warmer Umgebung. Zudem hätte Ehrmann sie zur wissenschaftlichen Aufarbeitung auf jeden Fall präpariert.
Das ist inzwischen geschehen. Corona-bedingt hat er das kostbare Gut nicht persönlich in den für die zoologische Sammlung genutzten geschützten Schrank ins Bad Dürkheimer Pfalzmuseum für Naturkunde gebracht. Sorgsam verpackt hat er die Kleine Fangschrecke dem Postweg anvertraut.
„Am Freitag ist sie unversehrt bei uns angekommen“, berichtet Museumsleiter Frank Wieland im RHEINPFALZ-Gespräch. Auch er ist glücklich über das jüngste Ausstellungsstück. Seit 20 Jahren erforsche er Gottesanbeterinnen, erklärt er. „Ich kenne alle 2500 Arten und am besten die bei uns seit Millionen von Jahren heimische.“
Zu gerne würde Wieland wissen, wie es die weibliche Kleine Fangschrecke nach Speyer geschafft hat. Seine Vermutung: „Sie ist ein unentdecktes Urlaubssouvenir der Familie oder von Nachbarn, die ihre Ferien im Süden verbracht haben.“ Es bleibe spannend, ob im kommenden Frühling weitere Exemplare schlüpfen und in der Umgebung der Finder-Familie Lochner auftauchen. „Wenn ja, dann ist die Kleine Fangschrecke endgültig bei uns heimisch geworden“, sagt der Museumsleiter.
Im Pfalzmuseum für Naturkunde findet die Speyerer Entdeckung ewige Ruhe hinter verschlossenen Türen oder vielleicht auch in einer Vitrine im Eingangsbereich. Bei der Wiedereröffnung nach dem Lockdown können Besucher sich ein Bild davon machen.
Briefkasten: Eine klare Botschaft
Er gewinnt in Zeiten von Fake News wieder mehr Bedeutung: der Brief – individuell, mit persönlicher Botschaft, sogar nur wenige Worte. „Ich kann nur sagen – Schreib mal wieder – gerade in diesen Tagen“, schrieb Kerstin Freyer in ihrer E-Mail mit Foto eines Briefkastens in der Maximilianstraße. „Ein Lächeln war in meinem Gesicht“, als sie die Aufschrift am Einwurfschlitz sah. Dieser Aufforderung kommen wir doch gerne nach.