Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyerer Stadtleben: Emil und die Erfinder

Dreh im Domgarten: Johannes Grehl zeigt zwei Projektteilnehmern, wie die Videokamera funktioniert.
Dreh im Domgarten: Johannes Grehl zeigt zwei Projektteilnehmern, wie die Videokamera funktioniert.

Kreativität ist keine Frage des Alters. Das beweisen in Speyer die Jüngsten mit ihren Ideen beim Ferien-Filmprojekt des Vereins Stadtstreicher, aber auch ein schon im Rentenalter angekommener Architekt mit seiner Seilbahn-Idee. Und Mickey Mouse bleibt ohnehin ewig Kind.

Stadtstreicher: Mit der Kamera unterwegs in Speyer

Vor der Bühne im Domgarten tanzen die Teilnehmer des Stadtstreicher-Theaterworkshops für Kinder. Auf der Treppe oberhalb der Bühne stehen Filmemacher Johannes Grehl und zwei weitere Kinder, die die Tänzer filmen. Das Filmprojekt „Über Emil“ für Kinder zwischen acht und 14 Jahren begleitet seit Montag das parallel laufende Theaterprojekt „Emil“ des Speyerer Vereins, der Kreativkurse für Kinder und Jugendliche anbietet.

„Die Kinder sind wahnsinnig motiviert“, sagt Dora Dinse, die Projektleiterin und Vorsitzende des Vereins. Viele seien schon mit genauen Vorstellungen gekommen, was sie in den zwei Wochen machen wollen. Die achtjährige Ella durfte am ersten Tag des Projekts schon die Kamera ausprobieren. „Ich habe gefilmt, wie eine Gruppe in einem Spiel den Dieb gefangen hat“, erzählt sie. „Das Filmen war auch nicht so schwierig, nur die Kamera war ein bisschen schwer.“ Am zweiten Tag des Projekts steht ein Stummfilm auf dem Programm, in den nächsten Tagen sollen die Kinder auch Interviews führen und das Material zusammenschneiden. Die Kameraausrüstung und Schnitträume stellt den Stadtstreichern der Offene Kanal zur Verfügung.

Für die Dreharbeiten ist die Gruppe in der ganzen Stadt unterwegs. „Speyer ist unsere Bühne“, sagt Samuel Hiemer, der das Projekt mitorganisiert. Dora Dinse freut sich vor allem, zu sehen, wie die Kinder Neues lernen und über sich hinauswachsen: „Das hat auch etwas Heilsames.“ Die Ergebnisse des Filmprojekts sind während der zwei Wochen auf den Facebook- und Instagram-Kanälen der Stadtstreicher und nach dem Projekt als Kurzfilm im Offenen Kanal zu sehen. ebru

Landesgartenschau: Eine Gondelbahn für Speyer?

Über Wiesen und Äcker, Seen und Straßen hinweg sollten die Besucher einer möglichen Landesgartenschau (Laga) 2026 in Speyer schweben. Diesen Vorschlag zum Bau einer Gondelbahn macht Carl-Dieter Schmitt, Architekt und Hafenvillen-Bewohner, für ein gutes Stück der Anbindung des Kurpfalz-Kasernengeländes an die Rheinpromenade, die seiner Ansicht nach „unbedingt bei der Gartenschau dazugehört“. Enttäuscht ist er, dass er bisher keine Rückmeldung auf seine Idee von der Stadtverwaltung bekommen hat.

„Ich klage niemanden an. Mein Schwebebahnkonzept ist als Denkanstoß gedacht“, sagt Carl-Dieter Schmitt über seine Motivation, sich an der Planung für eine mögliche Laga-Bewerbung Speyers zu beteiligen. Er sei parteipolitisch unabhängig und bringe sich als Architekt seit einigen Jahren bereits bei städtebaulichen Themen mit seinem Wissen ein. „Eine Schwebebahn, wie zum Beispiel eine in Koblenz für die damalige Bundesgartenschau gebaut wurde, ist klimafreundlich, leise und kostengünstig“, unterstreicht der Rheinanlieger.

Zwei bis drei Kilometer lang wäre die Schmittsche Seilbahn von der nordöstlichen Ecke des früheren Kasernengeländes bis zum Sonnenberg, der mit Photovoltaik bestückten ehemaligen Mülldeponie. „Vom Sonnenberg hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und auf den Rhein“, sagt Schmitt. Eine solche Schwebebahn könnte für die Dauer der Laga genehmigt und danach wieder zurückgebaut werden. Rückenwind für seine luftige Laga-Idee sieht der Architekt auch wegen der geplanten Seilbahn über den Neckar für die Bundesgartenschau 2023 in Mannheim.

Mickey und Minnie Mouse: 93-jährig im Kindergarten

Sommerfest im Kindergarten trotz all der Corona-Auflagen? Die städtische Kita WoLa hat es ermöglicht – und gezeigt, wie wichtig ein großes Außengelände (nicht nur) in der Pandemie ist. Die Teilnehmer saßen grüppchenweise auf Picknickdecken. Zum eigenen Trickfilm der Hortkinder passten die Stargäste des Tages: Mickey und Minnie Mouse waren gekommen. Ja, die scheinen immer noch gefragt zu sein. Nicht nur Eisprinzessin Elsa und nicht nur die Avengers-Helden von Marvel begeistern Kinder von heute, sondern auch ein 93-jähriges Nagetier-Paar. Dem Vernehmen nach war es wegen Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe geimpft. Die Maskenpflicht hat es sowieso eingehalten.

Hoch hinaus: Architekt Carl-Dieter Schmitt wünscht sich eine Seilbahn für die Landesgartenschau.
Hoch hinaus: Architekt Carl-Dieter Schmitt wünscht sich eine Seilbahn für die Landesgartenschau.
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