Speyer Speyerer Schüler: „Es hätte vom Ministerium mehr Weitsicht gebraucht“
Timo Martens
Der 18-Jährige ist Mitglied der Schülervertretung des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums. Seine Einschätzung: „Ungewissheit ist der ständige Begleiter in der aktuellen Situation. Kurzfristige Änderungen gehören dazu und sind zu einem gewissen Grad in dieser Situation nicht verhinderbar, jedoch stellen sie besonders in der Notengebung ein großes Problem dar. Die Kursarbeitenphase für die Oberstufe wurde dieses Jahr mehrfach verschoben und der Kursarbeitsplan am FMSG ist entsprechend ebenfalls nach hinten verlagert worden. Als dann vom Bildungsministerium die Entscheidung gekommen ist, dass an den Schulen wieder Kursarbeiten geschrieben werden dürfen, war der Schockmoment für uns Schüler*innen da, denn das bedeutete, dass die ersten Arbeiten in weniger als einer Woche geschrieben werden und einigen nicht ausreichend Zeit zur Verfügung stand, um dafür zu lernen. Es hätte vom Ministerium mehr Weitsicht gebraucht, dass solche Änderungen mit etwas Vorlauf beschlossen werden.“
Johannes Röder
Der 17-Jährige gehört der Schülervertretung des Gymnasiums am Kaiserdom an und sagt: „Als großes Problem empfinde ich die Wechsel zwischen Unterrichtsformen. Leider sind sie oft nicht logisch. Eine Öffnung vor den Osterferien beispielsweise war nicht sinnvoll, da die Zahlen gestiegen sind. Jeder konnte erkennen, dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit hoch war. Ich persönlich bin als Kontaktperson 1 wegen der Schulöffnung bis Donnerstag in Quarantäne, da ein Mitschüler positiv getestet wurde, und konnte daher das Haus an Ostern nicht einmal verlassen. Da bleiben noch drei Tage, bis die Schule wieder anfängt, an denen man rausgehen kann. So etwas hätte mit einem logischen Konzept vermieden werden können.“
Jonas Ullrich
Der 17-Jährige ist Mitglied der Schülervertretung des Hans-Purmann-Gymnasiums und in der Stadtschülervertretung. Er berichtet: „In Speyer sehe ich gleich mehrere Probleme, die aber auch landesweit auftreten. Zunächst wäre da die unzureichende Digitalisierung und die nicht vorhandene Infrastruktur für Homeschooling und Videokonferenzen. Ein Beispiel hierfür wäre das Debakel um die Konferenzplattform, die vom Land gehostet wird – Big Blue Button oder kurz BBB. Viele Schulen mussten auf Microsoft Teams umsteigen, da die Mainzer Universitätsserver einfach nicht mithalten konnten und vollkommen ausgelastet waren. Aktuell werden die BBB-Server aufgerüstet – leider viel zu spät. Ein weiteres Problem besteht in der Kommunikation zwischen dem Bildungsministerium und den Schulen. Die Anweisungen sind meist sehr schwammig formuliert, deshalb tun sich Schulen oft schwer in der Umsetzung. Es kommt auch vor, dass Anweisungen am nächsten Tag einfach wieder negiert und neue gegeben werden. Neulich sollte bei uns das Infomaterial bezüglich der Schnelltests an Schulen ausgeteilt werden, das Material war aber noch gar nicht da und musste dann an die Schüler in den Ferien online verteilt werden. Auch bei Nachfrage ist das Ministerium leider sehr langsam mit den Antworten.“