Speyer Speyerer Radstrecken-Test: Geradeaus rollt es gut

Von Römerberg nach Speyer gerollt: Strecken-Tester Luke Schneider am Beginn der Landauer Straße.
Von Römerberg nach Speyer gerollt: Strecken-Tester Luke Schneider am Beginn der Landauer Straße.

Radstrecken-Test (6 und Schluss): Die knapp zehn Kilometer von Berghausen zum Binsfeld verbinden zwei reizvolle Ziele. Sie haben nur einen Haken: Wer die schnellste Route wählt und den Weg an den Rhein scheut, muss ganz Speyer durchqueren. Mit etwas Geduld und viel Aufmerksamkeit klappt es aber.

Wo geht’s lang?

Startpunkt der Tour ist die Ortsausfahrt von RömerbergBerghausen in Richtung Speyer-Südwest. Radwege gibt es in der Umlandgemeinde eher weniger. So muss man als Radfahrer in der Germersheimer Straße Augen und Ohren offen halten. Kurz vor der Ortstafel beginnt der Radweg nach Speyer, welcher dann nach zwei, drei Minuten an der Einfahrt zur Stadtgärtnerei kurz unterbrochen wird. Weiter geht es über die B 39 hinweg – nach Speyer kann man sich dann rollen lassen. An der Einmündung der Schwerdstraße in die Landauer Straße endet der Radweg abrupt vor einem Baum. Irgendwie muss man sich hier in den Straßenverkehr einfädeln. In der Landauer und Gilgenstraße kommt das Tempo 30 dem Radfahrer zugute. Vorbei am Postplatz geht es in die Bahnhofstraße, wo es wieder einen Radweg gibt. Wenn die Kreuzung Rauschendes Wasser geschafft ist, darf sich der Tester in der Wormser Landstraße über einen breiten und langen Radweg freuen. Er wird auch nach der Wartturm-Kreuzung in der Waldseer Straße fortgeführt. Am Ende der Siedlung weist ein Schild mit der Aufschrift „Binsfeld“ auf einen nach rechts führenden, asphaltierten Feldweg. Fahrradwege gibt es hier keine mehr. So geht es durch die Mittagssonne bis zur Unterführung der Autobahn als erstem Schattenspender seit Langem: Das Binsfeld ist erreicht. Wie rollt es sich? Fahrradfahrer dürfen sich über Radwege in gutem Zustand freuen, die zum Großteil asphaltiert sind. Hier und da gibt es kleine Unebenheiten, im Großen und Ganzen ist die Qualität zufriedenstellend. Ein Plus ist es, wenn Fahrradweg und Bürgersteig getrennt sind, sodass sich Fußgänger und Fahrradfahrer nicht andauernd in die Quere kommen. In Ordnung ist der Feldweg kurz vor dem Binsfeld. An den Rändern ist der Asphalt zwar schon etwas abgebröckelt, für Radfahrer stellt diese Tatsache aber kein Problem dar. Gerade auf den längeren Geradeaus-Strecken rollt es gut. Nicht von Vorteil ist hingegen das Kopfsteinpflaster am Postplatz. Auch der einseitige Radweg entlang der Germersheimer Straße in Berghausen hat so seine Nachteile. Es gibt zwei enge Stellen, die bei Gegenverkehr nicht genug Platz für zwei Radfahrer bieten. Wie sicher ist es? Gerade auf stark befahrenen Straßen ohne Fahrradweg ist besondere Vorsicht geboten. Beispiel Landauer Straße. Nicht ungefährlich geht es auch am Postplatz zu. Fußgänger, Fahrradfahrer, Autos, Busse und Lieferanten, alles an einem Ort. Also: Augen auf und alles im Blick behalten. Es gibt viele Kreuzungen, an denen es ohne Aufmerksamkeit nicht geht – gerade, wenn die Sicht der rechts abbiegenden Autofahrer durch Büsche oder Bäume behindert wird, wie an der Ecke Wormser Landstraße/Auestraße. Auch wenn die eigene Ampel „Grün“ zeigt, darf der Radler hier einen Blick nach links und rechts nicht vergessen. Wie läuft es umgekehrt? Die Radwege sind auch auf der anderen Straßenseite gut ausgebaut. Schwieriger als auf dem Hinweg wird es an der Wartturm-Kreuzung: Die langsame Ampelschaltung ist bei diesem Wetter für Radfahrer unangenehm, da es über mehrere Verkehrsinseln ohne Schatten geht. Negativ fällt auch der Fahrradweg am Busbahnhof auf. Dieser wird eher von parkenden Auto-, als von Fahrradfahrern genutzt. Manchmal ist „Durchklingeln“ angesagt. Am Ende der Landauer Straße steht noch ein Seitenwechsel an, um auf den Radweg nach Römerberg zu kommen. Wer soll hier fahren? Wer den schnellen Weg von Römerberg nach Speyer sucht – nicht am Rhein entlang und nicht durchs Feld, ist richtig. Die Strecke an sich ist wenig spektakulär, zu sehen sind am Straßenrand hauptsächlich Häuser, Geschäfte sowie Bushaltestellen. Und wer einen kleinen Badeausflug plant, ist ebenfalls genau richtig. Eine Alternative, die zahlreiche Römerberger nutzen und die mit weniger Begleitverkehr zu erreichen ist, sind freilich die Baggerseen bei Mechtersheim.

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