Speyer
Speyerer Kult-Imbiss: Wie geht es mit der Currysau weiter?
Robert Schmidt ist bekannt wie ein bunter Hund. Wenn er vor der Currysau steht und erzählt, grüßen ihn immer wieder Menschen, die vorbeifahren. 2004 hat der heute 56-Jährige den Imbiss am Rand des St.-Guido-Stifts-Platzes übernommen, einige Jahre später gekauft und umfassend umgebaut. Er kennt die Bedeutung, die die Bude in der Stadt hat. Sie ist Gastro-Kult und existiert an der Kreuzung von Wormser Straße und Petschengasse seit 1970. Kaum ein Speyerer kennt sie nicht, viele haben hier schon einmal Currywurst, Frikadelle oder Pommes gegessen.
Schmidt weiß das, er hat den Laden schließlich fast 20 Jahre selbst geführt und tut das auch heute noch. Wenn auch zurzeit anders als früher. Statt im Container verkauft er Currywurst und Co inzwischen aus einem Imbiss-Wagen auf dem angrenzenden Parkplatz an der Petschengasse – in der Regel vormittags unter der Woche. Zudem konzentriert er auf das Catering-Geschäft für private oder geschäftliche Anlässe ganz verschiedener Art. Das laufe gut, Ende Januar war er beispielsweise bei der Après-Ski-Party des FV Dudenhofen in der Halle 101 gebucht. Und was wird aus dem Kult-Imbiss? „Viele Leute fragen mich, wann ich oben wieder aufmache“, sagt der Inhaber und deutet auf den Container. Eine eindeutige Antwort darauf gibt es noch nicht.
Allein nicht zu stemmen
Schmidt schließt die Tür zu seinem Imbiss auf. Seit der Renovierung 2013 habe sich dort größerer Investitionsbedarf angestaut. Die Decke ist undicht. Dort sickert Wasser ein, wenn es regnet. Auch der Boden müsse ausgetauscht werden. „Dafür müsste erst mal alles raus“, verdeutlicht der Inhaber. Nicht das einzige Problem: Personal sei kaum noch zu finden und auch schwieriger zu bezahlen. Allein seien der Catering-Betrieb und zusätzlich der Umbau im Imbiss aber nicht zu stemmen, weshalb die Sache erst einmal hintenan stehe. Auf „Stand-by“, gewissermaßen. „Ich bin ein Schaffer“, sagt Schmidt. Es brauche eigentlich jemand weiteren im Betrieb, der sich um das Organisatorische kümmere.
Weitere Herausforderungen machen die Sache nicht eben einfacher: „Es ist alles teurer geworden“, sagt der Inhaber. Er habe wegen gestiegener Kosten bei Strom oder Lebensmitteln die Preise etwas anpassen müssen. Bei Wurst, Pommes und Co achte er nach wie vor auf Qualität. Der Klassiker mit Brötchen liege aktuell bei sechs Euro.
Zweites Standbein
Die Catering-Sparte als zweites Standbein habe er sich 2019 aufgebaut, so der Geschäftsmann. Der Betrieb sei nach dem Ende der Pandemie, als die Menschen vieles nachholen wollten, geradezu explodiert. „Nach Corona standen hier die Telefone nicht mehr still“, erinnert sich Schmidt. Schon 2022 hatte er entschieden, sich auf die Bewirtung bei Firmenfeiern und Co zu konzentrieren und die Currysau seinerzeit verpachtet. Nach rund zweieinhalb Jahren trennten sich die Wege mit dem früheren Pächter allerdings wieder.
Schmidt juckte es in den Fingern, Currywurst auch wieder vor Ort zu verkaufen. Weil das im Container aktuell nicht funktioniere, verlagerte er den Betrieb in den Imbiss-Wagen auf den Parkplatz. Dass die Currysau wieder da ist, sei nicht lange unbemerkt geblieben. Wenn das Fenster des Wagens aufgeht, sind immer schnell Kunden vor Ort.