Speyer Speyerer Corona-Inzidenz erstmals über Wert 500
Die Regelungen mit Maskenpflicht und mit nächtlicher Ausgangssperre waren bislang bis 20. Dezember befristet, werden jetzt aber – wenig überraschend – bis 10. Januar verlängert, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Das Land habe zugestimmt. Damit wurde auch eine Aussage für die Feiertage erforderlich. Sie sieht so aus: Die Ausgangsbeschränkung zwischen 21 und 5 Uhr gilt weiterhin. Für die Weihnachtstage, vom 24. bis 26. Dezember, greift sie aber nur von Mitternacht bis 5 Uhr. An Silvester sei um 21 Uhr Schluss für Aufenthalt im Freien ohne triftigen Grund. Die Maskenpflicht in der Innenstadt zwischen 8 und 20 Uhr bleibt bestehen, auch bei den Auflagen für Kontakte, Besuche in Seniorenheimen sowie Liefer- und Abholdienste geht die Stadt teilweise über die Landesverordnung hinaus (Text im Netz unter www.speyer.de).
OB Stefanie Seiler (SPD) bittet in einer Pressemitteilung die Bürger um Verständnis. Anlass sei die „weiterhin sehr hohe und tendenziell sogar steigende Inzidenz“. Es gehe darum, in Speyer die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen und das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen. „Mir ist bewusst, dass Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperre insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage und den Jahreswechsel bitter sind. Leider lässt uns das Infektionsgeschehen keine andere Wahl“, so Seiler.
„Einrichtungsbezogene Fälle“
Am Mittwoch wurde bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erstmals der Wert von 500 überschritten. 53 neugemeldete Infektionen heben diese auf 502,4. Mit 1373 Infizierten in der Summe – davon rund die Hälfte noch aktuell – ist seit März ungefähr jeder 40. Speyerer erkrankt. Die Fälle, die neu in die Statistik eingeflossen sind, sind laut Stadt zum größten Teil „einrichtungsbezogen“: Acht seien der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, 30 den zwei Seniorenheimen Haus Edelberg und Salier-Stift zuzuordnen. Wie die Aufteilung genau ist, bleibt auch wegen des zeitlichen Verzugs bei der Statistik unklar.
Beim Haus Edelberg meldete ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage 18 Fälle, wovon 14 schon am Dienstag berichtet wurden. „Die Testreihe war vorigen Freitag abgeschlossen.“ Mehrere Bewohner hätten Symptome entwickelt, drei seien ins Krankenhaus verlegt worden. Das Salier-Stift verwies auf neun Neuinfektionen vorige und diese Woche, über die es auch schon am Dienstag informiert hatte. Geschäftsführer Ulrich Heberger dankt für den „selbstlosen Einsatz“ des Personals und hofft auf schnelle Impfungen: „Lange hält unser Pflegesystem nicht mehr durch. Jeder Tag warten ist einer zu viel.“