Leichtathletik
Speyerer Allstars und Freunde starten beim Wien-Marathon
Mit 18 Personen sind die Speyerer Allstars und ihre Freunde beim Wien-Marathon gestartet. Ihre Verbundenheit zur Region, die Prägung an den Gymnasien der Stadt, vereint die über halb Europa verstreute Gruppe, wie ihr Sprecher, Maximilian Ohnheiser, im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete.
Die Initiative entstand über seinen Freundeskreis aus Domstädtern in Berlin, Wien und München. 2024 startete ein Quartett erstmals als Staffel in der österreichischen Metropole: „Es war eine coole Gelegenheit, die alten Zeiten aufleben zu lassen. Als Speyerer ist es eine identifikationsstiftende Geschichte“, so Ohnheiser – und Jakob Merkle vom Fußballclub Speyer 09 zu besuchen.
Silvesterlauf Schifferstadt
Ohnheiser: „Wir haben nicht groß gedacht, sondern einfach gemacht.“ Mit zwölf, 13 Speyerern ging’s damals los. Die Allstars belegten Platz 46. „Deutsche Laufevents sind auch eine supercoole Sache, nicht nur sportlich“, dachte sich die Gemeinschaft: „Immer mehr haben sich uns angeschlossen“ – und gingen beim Silvesterlauf des LC Schifferstadt auf die Strecke: „Um diese Zeit sind viele in der Heimat.“
Der frühere Leichtathletik des TV Dudenhofen und Tennisspieler des ortsansässigen Clubs beschreibt seine Truppe: „Wir sind eine Art Laufklub, eine lose Vereinigung, nicht als Verein angemeldet. Wir organisieren uns über Whats-App.“ Sie kommen aus Berghausen, Dudenhofen, Speyer, bauten am Purrmann oder Kaiserdom das Abi, erblickten zwischen 1995 und 2001 das Licht der Welt, wohnen auch in Basel, Frankfurt, Ludwigshafen oder immer noch Speyer. Sie spielen Tennis für WR Speyer, fahren für den Skiclub der Stadt oder werfen Tore für die Handballpanther der HSG Dudenhofen/Schifferstadt.
Ohnheiser überzeugt
Jetzt bei der Neuauflage in Wien wollten die Läufer aber schon Speyer repräsentieren. Und so startete der Tross in einheitlichen Trikots und Logo der Brezelbäckerei Berzel auf der Brust. „Das war der Anfang für weitere Events“, teilte der Drahtzieher mit: „Alle sind sehr happy, wie es gelaufen ist. Wir sind überzeugt, dass es nicht das letzte Mal war.“
Vier Staffeln stellten die Speyerer, zwei rein männliche, zwei Mixed, zusammengestellt weniger aus Leistungserwägungen denn nach freundschaftlichen Banden. Die Giftigen Speyerer Heim@Speyer um die Tennisdynastie, Mad Miles Association nannten sie sich. Darüberhinaus debütierten Nele Schwab und Anna Mast, Volleyballerinnen vom TuS Heiligenstein, im Halbmarathon. Ihre frühere Kollegin Luise Palenczat feuerte am Rand an.
Stephansdom im Blick
„Natürlich will man gut abschneiden“, fasste Ohnheiser zusammen: „Jeder hat eine starke Leistung gebracht, und ich glaube, persönliche Bestleistung erzielt.“ Passenden Wechselzonen entsprechend, standen Distanzen über 15,5, 8,6, 6,8 noch mal rund elf Kilometer auf dem Programm. Diskussionen, wer läuft was, entstanden nicht.
Los ging’s auf der Donauinsel und dann mit 50.000 Gleichgesinnten gleich über die Brücke. Praterallee und Marathonstraße, Schloss Schönbrunn, Karlsplatz, den Stephansdom im Blick, all das streifte der Tross bis ins Ziel im Bereich Burgtheater/Rathaus. Am Ende nahmen die Allstars Rang zehn bei den Männern und 22 in der Gesamtwertung der 2500 Staffeln ein.
Jetzt Brezelfestlauf
Hinzu kamen weitere Positionen unter den Top 100. Der Wirtschaftsingenieursstudent der Technischen Universität Berlin: „Wir sind sehr, sehr zufrieden. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir sind sogar unter der magischen Marke von drei Stunden geblieben, hatten eine Zwei vorm Komma. Damit haben wir eine sehr hohe Messlatte gelegt. Es war ein voller Erfolg.“
Die Anreise erfolgte individuell zumeist am Freitag. Ein Duo merkte bei Koblenz, dass es sich im falschen Zug befand, traf verspätet ein. Doch es blieb Zeit zum geselligen Beisammensein, abschließend mit Wiener-Schnitzel-Essen nach der Anstrengung am Sonntag. Als Nächstes plant Ohnheiser den Start beim Brezelfestlauf in Speyer: „Es wäre schön, in der Heimat anzutreten.“ Doch auch Wien 2026 oder eine andere europäische Stadt fließt in die Überlegungen ein.
Ergebnisse
22. Speyerer Allstars: Maximilian Ohnheiser, Sebastian Heupel, Alwin Faßbender, Jakob Merkle
36. Giftige Speyerer: Julian Brand, Til Hundinger, Lorenz Worf, Liam Bartz
81. Heim@Speyer: Luca Heim, Antonia Merkle, Amelie Brack, Sebastian Heim
914. Mad Miles Association: Jean-Luc Schwind, Fabian Petek, Xenia Beckel, Henning Lorenz
