Stadtleben
Speyer zählt durch: Seid ihr alle da?
Sealife: Überraschung bei den Goldbartwelsen
Um eine Übersicht über den Fischbestand zu haben, wird im Speyerer Sealife immer wieder eine Fischinventur durchgeführt. Weil sich die Fische ständig bewegen, ist das alles andere als einfach. Doch die Aquaristen wissen sich zu helfen. 2254 Tiere aus 174 verschiedenen Arten wurden bei der Fischinventur in der letzten Kalenderwoche 2021 und den ersten beiden Wochen des Jahres 2022 gezählt. „Zwei Mitarbeiter haben das durchgeführt“, so Camilla Hartmann, Marketingmanagerin des Großaquariums am Yachthafen der Domstadt.
Da die Fische bei der Zählung allerdings nicht stillhalten, greifen die Aquaristen – neben Stift und Block – auf ihre Erfahrung und Fotoapparate zurück. So könne dann auf dem Bild gezählt werden. Zudem wisse man von früheren Inventuren – vor der Pandemie auch mit der Unterstützung von Schulklassen –, wie viele Fische sich ungefähr in den insgesamt 500.000 Liter Wasser tummeln. „Bei großen Schwärmen wird eine Durchschnittszahl gebildet“, berichtet Hartmann. Verstecke, in die sich die Tiere beim Zählen zurückziehen, seien kein Problem. „Die Rückzugsorte kennen wir aus dem täglichen Umgang.“
Angesetzt werden die Inventuren, um die Zahlen zu den Fischen in den Becken auf Stand zu halten. „Es kann passieren, dass im Haifischbecken ein Fisch gefressen wird oder es irgendwo Nachwuchs gibt, der nicht sofort bemerkt wird“, sagt Hartmann. „Das fällt dann bei der Inventur auf.“ Eine positive Überraschung gab es Hartmann zufolge diesmal auch: „Wir haben bei den Goldbartwelsen mehr Nachwuchs gezählt, als erhofft.“
Speyerer Weinrunde: Zwischen Atlantik und Kamin
Corona 2022 heißt: kein Neujahrsempfang. Zumindest nicht so, wie vor der Pandemie. Von dem Virus – aktuell in de Omikron-Variante – lässt sich die Speyerer Weinrunde in der Weinbruderschaft der Pfalz aber natürlich nicht (ganz) das Spiel verderben. Sie traf sich daher am Donnerstag zum Neujahrsempfang – online natürlich. Bereits zum zweiten Mal.
Dieser Termin gilt als Hauptveranstaltung eines Bruderschaftsjahres. Klar, dass zahlreiche Weinbrüder und -schwestern da gerne dem Ruf des Sprechers der Runde, Markus Münch (Römerberg), folgen. Leider weniger als zuletzt üblich, wie Münch kritisch anmerkt. Ganz ausbleibende Antworten auf seine Einladung von vielen der mehr als 100 Mitglieder zählenden Runde fuchsen ihn, teilt er den „Anwesenden“ mit. Er muss auch gleich noch einräumen, schwarz zu sehen für einen Februar-Termin in Präsenz. Aber für die Weinprobe im März in der Jugendherberge ist er zuversichtlich. Dort hätte im Übrigen auch der Empfang steigen sollen. Hätte, hätte.
Wer diesmal dabei ist, bereut es nicht. Erstens ist das Wiedersehen möglich. Zweitens macht das Programm das unfreiwillige Zuhausesitzen sehr erträglich. Weinbruder Dirk Waldow lässt die Besucher mit ganz starken, teils belebten Bildern an seiner Atlantiküberquerung per Segelboot von Teneriffa nach Martinique vor Weihnachten teilnehmen. Und mit Stefan Bietighöfer aus Mühlhofen präsentiert sich ein in Fachkreisen bereits hoch anerkannter, aber bei vielen Weinbrüdern unbekannter Winzer. Er produziert streng nach Demeter-Richtlinien. Vom ersten Schluck an begeistert er mit seinen vorgestellten im Holz ausgebauten Weinen, einem Chardonnay, einem Weißburgunder einem Sauvignon blanc, alle Grand Reserves, die „französisch“ daherkommen, aber auch mit seinen offenen Antworten auf alle Fragen.
Drittens: Keiner muss anschließend mehr fahren. Das zahlt sich am Donnerstag wieder aus. Die alkoholstarken Proben-Weine sind rechtzeitig vorher jedem Teilnehmer geliefert worden. Fazit: Die Speyerer Weinrunde ist gut im neuen Jahr angekommen. Doch: Das Netz kann die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Deshalb lautet der häufigste Wunsch für 2022 neben Glück und Gesundheit, dass die Pandemie Treffen und Schmecken wieder analog zulässt.
Kriminalität: Diebe machen vor dem Friedhof nicht Halt
Diebstähle sind überall ein Ärgernis, auf dem Friedhof aber besonders – vor allem, wenn man die Geschichte hinter dem Objekt kennt, das nun weg ist. Die Speyererin Petra Christoph hat sie in ihrem Fall diese Woche mit der RHEINPFALZ und vielen Facebook-Nutzern geteilt. Ein 30 Zentimeter großer Keramik-Engel ist vom Grab ihrer erst im August verstorbenen Mutter gestohlen worden. Es sei zu Lebzeiten der Lieblingsengel der Verstorbenen gewesen. Sie, ihre Mutter und ihre Oma hätten je einen aus der Serie bei sich zu Hause gehabt, so Christoph. „Manchen Menschen ist wirklich nichts heilig“, sagt sie. Und dabei gehe es wohlgemerkt nicht um den materiellen Wert des Engels.