Speyer Speyer: Neue Firma bietet Service für Flugzeuge
An der Anton-Dengler-Straße in Speyer-Süd nimmt eine neue Firma sichtbar Gestalt an: Ein wuchtiger Rohbau aus Wohnhaus und direkt angrenzendem Hangar ist dort seit dem Spatenstich im September in die Höhe gewachsen. Am Freitag war Notartermin zur Gründung der Airside GmbH. Geschäftsführer sind Mitch und Martina Mitländer.
„Speyer ist der ideale Standort für unsere Vorstellungen“, ist das Ehepaar aus Zell in Österreich überzeugt. Drei Eisen will es ab Juni auf dem rund 1300 Quadratmeter großen Grundstück direkt am Flugplatz und gegenüber dem Tower schmieden. Einmotorige Flugzeuge säubern, den Lack kontrollieren, aufarbeiten und konservieren ist das eine. Vertreter aus aller Welt im Einsatz und Umgang mit den von Mitländer für die Marke Liqui Moly entwickelten Aero-Pflegeprodukten direkt am Objekt schulen ist das zweite. Drittens geht es darum, Büro, Räume und Terrassen des Hauses sowie den Hangar als Location für Auto- und Flugzeugpräsentationen sowie Fernsehproduktionen, aber auch für Koch- und Talkshows sowie Pressekonferenzen zu vermarkten.
Im Auftrag namhafter Autohersteller
Mitländer (57), früher erfolgreicher Renn- und Rallyefahrer, selbst Pilot, hat als Testfahrer für verschiedene Fernsehsender Autos vor der Kamera besprochen. Mit seiner bisherigen Firma mm aeronautical & automotive affairs GmbH sind seine Frau und er seit über 20 Jahren in der Branche. Sie suchen geeignete Orte für solche „Release“ genannten Fahrzeugpräsentation und touren damit im Auftrag namhafter Autohersteller wie Opel und Honda. „Hier bauen wir uns genau die Location, die wir dafür brauchen und sonst selten so ideal kombiniert finden“, schwärmen beide beim Gang über die Baustelle von ihrem Projekt, in das sie nach eigenen Angaben rund drei Millionen Euro investieren. Die Lage mitten in Deutschland sei ideal: eine Stunde nach Frankfurt, zwei Stunden nach Köln, wo viele TV-Produktionsfirmen sitzen, den Hockenheimring und den Flugplatz vor der Haustür. Die Firma Airside GmbH hat in Speyer einen Direktzugang zur Landebahn. Das hat laut Mitländer mehrere Vorteile: Aus dem Schulungsraum im Neubau geht es in den Hangar zur Anwendungsübung für die Pflegeprodukte. Auf dem Flugplatz können die Flieger landen, die zur Wartung kommen. Mitländer: „Reinigung ein Tag, Polieren zwei Tage, Übernachtung im Haus ist möglich. Auch ein Vorbereitungsraum für den Piloten ist da.“ Und auf dem Vorfeld und der Landebahn könnte schließlich ein Fahrzeug für schöne Bilder ein paar Meter bewegt werden, weiß der Szenekenner.
Start ist im Juni
Die Firma in Österreich bleibt bestehen. Speyer kommt dazu. Das Ehepaar zieht in die Domstadt. Mit zwei Mitarbeitern soll die neue Firma im Juni starten. Am Eröffnungsprogramm wird bereits gearbeitet. „Es gibt etwas Besonderes“, versprechen Mitch und Martina Mitländer. Einzelheiten nennen sie noch nicht. Ein Ausbau der Belegschaft auf zwölf bis 15 Mitarbeiter ist möglich nach gegenwärtiger Kalkulation des Unternehmerehepaars. Welches ihrer drei Eisen sie zunächst schmieden? Das hänge von der Entwicklung ab. Ein Hauptaugenmerk liege immer auf der Vermarktung der Aero-Liqui-Moly-Produkte. „Es werden in Speyer aber weder Produkte hergestellt noch gelagert“, sagt der Unternehmer. Aktiv beworben werde die Airside GmbH noch nicht. Anfragen aus der Flieger-, Auto und Medienbranche gebe es bereits. Werbung machen die Investoren ungefragt sehr gerne für die Unternehmensgruppe Element-Fertigteile Speeter GmbH & Co KG aus Bornheim/Landau. Die 1971 gegründete Firma mit rund 100 Mitarbeitern ist als Generalunternehmer für schlüsselfertige Industrie- und Gewerbeimmobilien unterwegs. „Die Firma arbeitet perfekt. Wir kannten sie vorher nicht. Aber die Chemie hat sofort gestimmt. Das war eine sehr gute Entscheidung“, applaudieren die Mitländers sich selbst und der Baufirma. „Die Baustelle läuft vom ersten Tag an wie geplant“, bestätigt Jan Hinzen, zuständiger Architekt bei Speeter. Gestern hat der Innenausbau im Wohnhaus mit dem Einbau der Fenster und dem Trockenbau begonnen. Ende voriger Woche waren die Vorbereitungen für die Bodenplatte im Hangar beendet. Ein dickes Lob gibt es von den Investoren auch für die Vertreter von Stadt und Flugplatz für die Offenheit gegenüber Anliegen der Wirtschaft allgemein und dem Airside-Projekt im Besonderen. Die Namen Bernd Reif (Stadtentwickler), Silvia Gonsior und Christiane Feiniler (Wirtschaftsförderung) und Roland Kern (Flugplatz) stünden stellvertretend dafür. Seit sechs Jahren hätten sie nach dem idealen Standort am passenden Flugplatz gesucht. Die Auswahl am Ende: Baden-Baden und Speyer. „Die Menschen in Speyer und ihre Einstellung haben den Ausschlag für Speyer gegeben“, so Mitch Mitländer. „Obwohl es länger gedauert hat und etwas teurer ist“, ergänzt seine Mitgeschäftsführerin.