Speyer Speyer.Kultur.Support geht weiter
Die Fortschreibung von Speyer.Kultur.Support wurde am 3. November von Kulturbürgermeisterin Monika Kabs und Kultur-Fachbereichsleiter Matthias Nowack vorstellt. Bürgermeisterin Kabs verwies zunächst auf die schon früh beim ersten Lockdown im März eingerichtete konkrete Hilfe für Kulturschaffende und betonte die Nitwendigkeit in der aktuellen Situation, die für viele Künstler existenzbedrohend sei, weiter den Kulturschaffenden in der Stadt zu helfen.
Sie lobte auch das Engagement der vielen Spenden, die mit großen und kleinen Spenden das Projekt unterstützt haben. 80.000 Euro kamen zusammen.
Nun hat zum Neustart der Spendenaktion der Speyerer Lions Club bereits einen Beitrag von 5.000 Euro überwiesen. Weitere Unterstützung von Serviceclubs ist angekündigt. Über die Internetseite www.speyer.de/kultursupport können erneut Spendentickets in Stückelungen von 25, 50, 100 oder 200 Euro erworben werden. Mit einem lebendigen Werbe-Clip aus Szenen mit Speyerer Kulturschaffenden soll unter anderem für Spenden geworben werden.
Vier-Punkte-Plan
Geplant sind in der nächsten Zeit folgende Hilfen und Projekte:
1. Eine erneute Soforthilfe im zweiten Lockdown für freischaffende Speyerer Künstlerinnen und Künstler in Höhe von 500 Euro pro Person. Diese kann ab 4. November über ein einfaches Formular auf der Webseite http://www.speyer.de/kultursupport beantragt werden. Rund 40 Künstler machten in der ersten Runde im Frühjahr davon Gebrauch.
2. Speyer.Kultur Xmas Special. Das ist ein kleines Rock’n’Jazz-Festival am Wochenende vor Weihnachten vom 18. bis 20. Dezember. Es soll in der Halle 101 in Kooperation mit dem Rockmusikerverein Speyer eine Auftrittsmöglichkeit für hiesige Gruppen bieten.
3. Speyer.Kultur Klassik Special. Das ist eine Reihe mit vier Benefiz-Konzerten von Ende Januar bis Anfang März 2021 in großen Speyerer Kirchen und in der Halle 101. Die Stadt bezahlt die Gagen, der Erlös geht an den Härtefonds Kultur.
4. Projektorientierte Hilfen für Akteure der Speyerer Kulturszene aus dem Härtefonds Kultur. Zuletzt gab es solche Unterstützung für das Bach-Konzert am Sonntag in St. Josef oder den Rumble Jam.
Öffentliche Verantwortung
Ausgefeilte Hygienekonzepte, reduzierte Sitzpläne, Kontakterfassung, Lüftungsgeräte, Desinfektions-Stationen haben in den vergangenen Monaten bis Ende Oktober Veranstaltungen ermöglicht und dennoch ist die Kultur von einem zweiten Lockdown betroffen. Besonders bitter ist in diesem Zusammenhang die Geringschätzung einer ganzen Branche, auch wenn die Verantwortlichen bei der Stadt wissen, dass Maßnahmen zur Kontaktreduzierung jetzt unausweichlich sind.
Die vorhandenen Spielstätten (Stadthalle, Alter Stadtsaal, die großen Kirchen, Halle 101, Heiliggeistkirche, Historischer Ratssaal) waren vor dem zweiten Lockdown aufgrund der erforderlichen Hygienekonzepte und Abstandsregeln nur noch mit einem Viertel der normalen Platzkapazitäten nutzbar. Das macht eine wirtschaftliche Nutzung dieser Räume unmöglich. Das bedeutet aber auch, dass Vereine, private Kulturagenturen und Veranstalter dieses Risiko nicht mehr tragen können. In diesem Kontext kommt allen öffentlichen, staatlichen und kirchlich organisierten Kulturträgern eine ganz besondere Verantwortung zu.
Es gab in Speyer während der Sommermonate wieder Veranstaltungen, aber leider ist die Zahl der Ausfälle immer noch groß und wird in den nächsten Wochen wieder wachsen. Dies beeinträchtigt weiterhin massiv die Lebensundlage freischaffender Künstler. Deshalb ist es auch in den kommenden Monaten außerordentlich wichtig, die Speyerer Kulturszene zu unterstützen.
Hilfe schon ab März
Unmittelbar nach dem Lockdown im März 2020 ermöglichte Speyer.Kultur.Support eine Soforthilfe für freischaffende Künstler und Musiker in Speyer, die umgehend ausgezahlt wurde. Die Stadt Speyer stellte eine Anschubfinanzierung zur Verfügung. Große und kleine Spenden von Speyerer Unternehmen und Privatpersonen haben diesen Spendentopf wachsen lassen. Die damit finanzierte Kampagne war von Beginn an auf Nachhaltigkeit angelegt.
Mit 13 Live-Stream-Konzerten aus der Stadthalle, die von 19. April bis 28. Juni einschließlich eines mehrstündigen Ersatzprogrammes für die ausgefallene Kult(o)urnacht ins Netz gestellt wurden, hat Speyer.Kultur.Support wichtige Auftrittsmöglichkeiten geschaffen.
Zwischen 14. August und 13. September organisierte Speyer.Kultur.Support. zusammen mit dem Bauverein der Dreifaltigkeitskirche wieder „echte“ Konzertveranstaltungen in Speyer live mit Publikum im malerischen Paradiesgarten bei der Dreifaltigkeitskirche, weshalb das Sommerprogramm den sinnigen Titel „Speyer.Kultur goes Paradise“ erhielt. Es war ein großer Erfolg.
An diese Erfolge will die Stadt im Dezember, wenn sich die derzeitige Situation hoffentlich wieder etwas entspannt hat, mit den skizzierten neuen Aktivitäten anknüpfen. Die Soforthilfe wird unmittelbar nach Antragstellung ausgezahlt. Jede und Jeder kann einen Beitrag leisten und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten helfen. Alle Spenden fließen direkt in den Härtefonds Kultur!