Speyer
Speyer: Junge Täter auf Diebestour
Mal wieder der Postplatz. Die zuletzt vor zwei Jahren nach mehreren Überfällen in den Fokus der Polizei gerückte Fläche soll Ausgangspunkt für eine erneute Serie von Straftaten am Montag und Dienstag gewesen sein. Verdächtig: eine Gruppe von 16- bis 19-Jährigen.
„Es gibt Zusammenhänge“, bestätigte am Mittwoch Timo Ott, Sprecher der Polizeiinspektion Speyer, auf Anfrage, nachdem er die Taten zwei und drei vermeldet hatte. Am Montag hatten zwei 18- und 19-jährige Speyerer in der Karlsgasse unter Androhung von Gewalt drei Jugendlichen wertvolle Jacken und Bargeld weggenommen. Am Dienstag kamen Fälle aus der Kapuzinergasse und aus der Maximilianstraße hinzu. „Während bei uns die eine Tat angezeigt wurde, ging gerade die Meldung vom anderen Ereignis ein“, so Ott. Als die Beamten wie am Vortag aufgrund der Personenbeschreibungen am Postplatz fündig geworden seien, hätten sie die jungen Männer mit gleich mehreren Tatvorwürfen konfrontieren können.
Für die Tat gegen 14 Uhr in der Kapuzinergasse sollen drei 16- bis 18-Jährige verantwortlich sein. Ein 15-Jähriger aus Hördt sei von ihnen aufgefordert worden, „seine Taschen leer zu machen“. Als er dies verweigert habe, sei er von zwei Tätern ins Gesicht geschlagen worden. Danach seien ihm seine Kopfhörer und eine Kette weggenommen worden. Diese seien später bei einer Kontrolle am Postplatz bei einem 16-Jährigen gefunden worden, gegen den auch wegen der zweiten Tat vom Dienstag ermittelt wird: ein Diebstahl zum Nachteil eines Straßenkünstlers in der Maximilianstraße.
Beute gefunden
Der 16-Jährige aus Speyer entwendete laut Polizei „das Bargeld aus der Dose des Straßenkünstlers, als dieser sich kurzzeitig nicht an seinem Platz befand“. Zeugen hätten die Beamten verständigt, diese hätten bei dem Jugendlichen das entwendete Münzgeld von unter 10 Euro und ein Einhandmesser gefunden. Er werde sich deshalb auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten müssen, so die Polizei. In den anderen Fällen laute der Vorwurf nicht nur Diebstahl, sondern - strafrechtlich weitergehend - Raub, weil Gewalt angedroht beziehungsweise ausgeübt worden sei. Bei der Kontrolle am Postplatz seien auch die zwei wertvollen „Wellenstyn“-Jacken gefunden worden, von denen nach dem Raub am Montag zunächst jede Spur gefehlt hatte.
Zu den Motiven der jungen Leute konnte die Polizei noch nichts sagen. Diese seien „ihren Eltern überstellt worden“. Sie haben sich laut Ott als Gruppe am Postplatz getroffen und dann offenbar in wechselnden Zusammensetzungen die Straftaten begangen. Auch in der Vergangenheit seien sie schon vereinzelt strafrechtlich in Erscheinung getreten gewesen. In den Monaten zuvor hatte es laut Ott am Postplatz „keine größeren Probleme mit Straftaten“ gegeben.